Gewerbeverein Scheeßel: Vorsitzender blickt auf das vergangene Jahr zurück

Wenig Kontakte, einige Höhepunkte

Der Scheeßel-Taler in zweiter Auflage: Die Rückseite schmückt die Tracht des Jahres 2020 aus dem Beeke-Ort.
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Seit gut einem Monat ist er im Handel – der Scheeßel-Taler in zweiter Auflage. Die Rückseite schmückt die Tracht des Jahres 2020, denn die kommt aus dem Beeke-Ort.

Corona schafft an vielen Stellen nach wie vor Stillstand. Dennoch: Bei allen Einschränkungen gab es auch ein paar Lichtpunkte, so der Vorsitzende des Gewerbe- und Verkehrsverein Scheeßel.

Scheeßel – Klar, die Coronazeit bringt weitestgehend auch die publikumswirksamen Aktivitäten des Gewerbe- und Verkehrsvereins Scheeßel (GVS) zum Erliegen. Das war 2020 schon so und das setzte sich im Folgejahr fort. „Durch die Pandemie ist vieles nicht machbar gewesen“, bedauert der Vorsitzende Karsten Lüdemann. Kein Halloween-Shopping in bewährter Form, einmal mehr kein Weihnachtsmarkt in Scheeßel, der Ende 2021 eigentlich hätte wieder am ersten Adventswochenende über die Bühne gehen sollen. Vor allem in letzteres Format, berichtet der Immobilienmakler, für das der GVS erstmals mit dem Heimatverein gemeinsame Sache machen wollte, sei schon jede Menge Vorarbeit hineingesteckt worden.

„Wir haben uns mehrmals getroffen und waren sehr zuversichtlich, dass es mit der Durchführung klappt“, erinnert Lüdemann sich. Das Pandemiegeschehen sollte den Verantwortlichen am Ende aber dann doch noch einen Strich durch die Rechnung machen – Absage. „Das Loslassen hat echt weh getan“, räumt der Vorsitzende ein. „Der Markt ist nämlich mein Steckenpferd.“ Nur sei es rückblickend eben auch die richtige Entscheidung gewesen, sich als doch recht kleiner Verein, der der GVS nun einmal sei, aus der Verantwortung zu ziehen. „Ansonsten bin ich ganz zuversichtlich, dass wir den Markt in diesem Jahr ausrichten werden können – das habe ich 2020 aber auch schon gesagt.“

Bei allen Unwegsamkeiten: Die zweite Auflage des Scheeßel-Talers konnte der GVS zur Vorweihnachtszeit in Umlauf bringen – und das ganz und gar planmäßig. Für die glänzenden Gutscheine, die auf der Rückseite die Scheeßeler Tracht als Prägung zieren (auf der 1 500 Stück starken Erstauflage, die laut Lüdemann mittlerweile restlos ausverkauft sei, war noch das Rathaus zu sehen), trete der GVS dieses Mal selbst als Hauptsponsor auf. „Aber wir haben mit dem Autohaus Holst und VGH Versicherungen in Scheeßel auch kleinere Sponsoren mit an Bord“, freut er sich. Ihm zufolge sei das 2022er-Motiv eine durchaus passende Wahl, sei die Kleidung doch zur „Tracht des Jahres 2020“ gekürt worden.

„Come together“: 7.500 Euro für Flutopfer

Und 2023? Scheeßel-typisches, was dem Taler noch gut zu Gesicht stehen würde, gibt es zuhauf. Vielen wird in diesem Zusammenhang als Erstes wohl das Hurricane einfallen. Und tatsächlich ist das gar nicht so abwegig: „Der Veranstalter hat uns gegenüber schon angekündigt, er möchte sehr gerne ein Motiv vom Festival draufnehmen“, so der GVS-Chef. Nur würde die höchste Auflage, die regulär eben bei 1 500 Exemplaren liege, in dem Falle aus Popularitätsgründen wohl nicht mehr ausreichen. „Dann würden wir mit Sicherheit – der Nachfrage entsprechend – eine Sonderauflage machen müssen.“

Ein besonderes Augenmerk widmete Lüdemann dem „Come together“ im vergangenen August. Damals, die Flutkatastrophe in Teilen von Deutschland lag erst wenige Wochen zurück, richtete der Verein an einem lauschigen Sommerabend eine Kulturveranstaltung aus, bei der die Besucher vor dem Scheeßeler Hof aufgefordert waren, Geld für das völlig zerstörte Ahrweiler zu spenden. „Genauer für die dort ansässige Gewerbegemeinschaft, die wir gerne unterstützen wollten“, erklärt der Jeersdorfer. Dem Ganzen vorausgegangen war eine mehrwöchige Sammelaktion mit knapp 40 in den Scheeßeler Geschäften aufgestellten Spendendosen. „Das war echt Granate!“, blickt Lüdemann zufrieden zurück, seien am Ende doch rund 7.500 Euro zusammengekommen. „Und was uns besonders gefreut hat und womit wir erst gar nicht gerechnet hätten, war, dass einige Vertreter aus Ahrweiler an dem Abend auch dabei waren.“

Und dann kommt der Vorsitzende, seit fast zwei Jahren als solcher in Amt und Würden, abschließend noch auf einen weiteren Höhepunkt aus dem Vorjahr zu sprechen: Im März, und damit gut ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie, stellten sich rund 30 Scheeßeler Gewerbetreibende, aber auch Mitglieder vom Hurricane-Veranstalter, im Fotostudio vom Carmen Baldamus für einen Imagefilm vor die Kamera, um unter dem Motto „Wir gemeinsam für Scheeßel“ über ihre beruflichen Erfahrungen in der Corona-Zeit zu berichten.

Das zusammengeschnittene Material landete später auf dem GVS-eigenen Youtube-Kanal, wo es seitdem bereits hundertfach angeklickt wurde. „Die Arbeit an dem Film hat uns allen viel Spaß gemacht – wir hatten auch ganz lustige Outtakes“, berichtet Lüdemann. Ähnliche Projekte könne er sich auch für die Zukunft vorstellen. „Wir haben uns jedenfalls schon mal eine spezielle Kamera für solche Zwecke angeschafft.“

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