EUROPAWAHL Eichenschule wartet als Europaschule mit breitem Angebot auf

Weltoffenheit in vielen Facetten

Schulleiter Christian Birnbaum und Lehrerin Petra Hoppenstedt vor dem Europa-Schaukasten der Eichenschule. Beide setzen sich dafür ein, dass das Scheeßeler Gymnasium eine Europaschule bleibt. Foto: MARUH/Heyne

Scheeßel - Von Mathis Henke. „Vieles ist zur Selbstverständlichkeit geworden“, meint Petra Hoppenstedt. Die Lehrerin an der Eichenschule Scheeßel ist zusammen mit deren Leiter Christian Birnbaum maßgeblich dafür verantwortlich, dass das Gymnasium in freier Trägerschaft zu einer Europaschule wurde – am 1. August 2016. Die Selbstverständlichkeit bei den Schülern in Bezug auf Europa sei eine der vielen Ziele, die die Eichenschule erreicht hat. „Das ist der Grund dafür, dass viele Schüler nicht auf Anhieb sagen können, was sie unter Europa verstehen“, sagt Hoppenstedt weiter. Die Jugendlichen würden häufig vergessen, was sie darüber wissen. „Ein besonders interessantes Beispiel hierfür ist, dass man inzwischen ohne Grenzkontrollen innerhalb der EU frei reisen kann. Für Schüler zwar eine Kleinigkeit – für Europa aber ein Meilenstein.“

Das Ziel der selbstverständlichen Denkweise will die Eichenschule unter anderem mit der Verankerung Europas im Unterricht erreichen. Ständig wird das Thema in den Fächern Geschichte, Erdkunde und natürlich Politik behandelt. Die Schüler werden mit der Französischen Revolution konfrontiert oder müssen bestimmte Länder wirtschaftlich analysieren. In der zehnten Jahrgangsstufe, berichtet Hoppenstedt, sei Europa das Hauptthema im Fach Politik/Wirtschaft. Nicht zu vergessen: die Sprachangebote, die die Eichenschule anbietet. Neben Englisch können Schüler zwischen Spanisch, Französisch und Latein wählen.

Um aber die Kriterien für eine offizielle Europaschule zu erfüllen, finden auch Veranstaltungen außerhalb des Unterrichtes statt – ungefähr vier bis fünf sind es pro Schuljahr. Zum Beispiel gibt es einen „Europatag“ (Kennenlernen der europäischen Länder) oder einen ,,Safer-Internet-Day“ (Risiken im Internet). Außerdem fand 2018 der ,,Tag der Sprachen“ statt. Dort wurde den Jüngeren viel Spaß geboten, indem sie von älteren Schülern auf spielerische Weise die Sprachkultur anderer Länder kennenlernten. ,,Bei der Planung, Analyse und Nachbereitung ist auch unsere Europa-AG beteiligt, die aus Lehrern, Schülern und Eltern besteht“, klärt Hoppenstedt auf. Eine ihrer nächsten Aufgaben: das Europa-Curriculum. Mit der Veröffentlichung eines Europa-Lehrplans, auf dem festgehalten wird, welche europäischen Themen unterrichtet werden müssen, wäre ein weiterer Punkt auf der Checkliste für die Europaschule erfüllt – und dies sehr zur Freude von Christian Birnbaum: ,,Die Zusammenstellung läuft, die Umsetzung naht“, sagt der Schulleiter.

Auch die Lehrerschaft unterstützt das Projekt von vielen Seiten. So leiten John Cramer und Esther Vollmer-Eicken das Europa-Filmcafé, in dem einmal im Monat ein, na klar, europäischer Film gezeigt wird. Dazu Vollmer-Eicken: ,,Das Angebot unterstützt das Konzept ,,Europaschule‘ in visueller Weise. Besonders für jüngere Schüler ist das interessant, weil sie meistens noch keinen Zugriff auf ein Netflix-Abo zu Hause haben. Neben den Schülern sind aber auch deren Eltern gern gesehene Gäste.“

Außerdem punktet das Privatgymnasium mit einem großen Austauschangebot. Mit Lettland, Dänemark, Spanien, Frankreich, Belgien und die Niederlande gibt es sechs europäische Länder, in die man als Achtklässler reisen kann. Besonders wichtig sei der Kontakt der Scheeßeler mit ihren Austauschschülern und dem jeweiligen Studiensystem im anderen Land, erklärt Vollmer-Eicken, die selbst ein Programm mit einer lettischen Schule leitet. Es ist wichtig, unsere Schüler zu ermutigen, in ein anderes europäisches Land zu reisen“, betont sie.

Als Berufs- und Studienfahrten werden zusätzlich jedes Jahr Metropolen wie Wien oder Rom bereist. Um das Interesse an Auslandsarbeit in Europa zu steigern, informiert die Eichenschule besonders in der Oberstufe. Dazu könne man bald das Zertifikat ,,English for business“ (EFB) an der Bildungseinrichtung erwerben. Dabei handelt es sich um schriftliches Englisch, welches man für die Arbeit benötigt.

Auch die bevorstehende Europawahl am 26. Mai beschäftigt die Eichenschule. So ist sie eine von bundesweit 2 753 Schulen (Stand 9. Mai), die eine Juniorwahl durchführt. ,,Der Informationsprozess findet statt“, erklärt Birnbaum. ,,Die Klassenstufen neun bis elf werden am 22. und 23. Mai an der Juniorwahl teilnehmen, die von der Schule organisiert wird. Das Ergebnis wird offiziell bekannt gegeben“, ergänzt Hoppenstedt.

Doch sollte es zwischen dem breiten Angebot der Eichenschule etwa doch noch Lücken geben? Was fehlt, um eine perfekte Europaschule zu sein? Vollmer-Eicken: ,,Unser Angebot ist sehr vielfältig, wo aber noch Verbesserungspotenzial besteht, ist der Aspekt Bewusstsein.“ Viele Schüler würden sich ihrer Beobachtung nach über die Projekttage freuen, wüssten aber nicht, was hinter diesen steckt. „An diesem Aspekt müssen wir arbeiten – die Schüler also aus der Passivität befreien und zur Aktivität anregen“, sagt die Pädagogin. ,,Dafür muss man die Themen noch stärker verankern.“

Mit dem Europa-Curriculum werde jedoch schon ein großer Schritt gegangen.

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