Weihnachtskonzert der Eichenschule in der St.-Lukas-Kirche

Rhythmusexplosion und Gänsehaut

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Das große Finale vereinte alle Akteure bei Enyas “White is in the Winter Night”.

Scheeßel - Von Ulla Heyne. Mehr als 100 Akteure, in Schwarz-Rot gekleidet, eine proppevolle Kirche – das traditionelle Weihnachtskonzert der Eichenschule in Scheeßel hat Kultcharakter. Und das nicht zuletzt, weil es im Jahresablauf eine nicht wegzudenkende Größe für Schüler, Lehrer und Eltern ist. So hielt auch die jüngste Ausgabe am Freitagabend in der St.-Lukas-Kirche Vieles, worauf versierte Besucher schon gewartet hatten.

Das schon traditionelle „Feliz Navidad“ des Unterstufenchors etwa, der an anderer Stelle mit mehrstimmigem Gesang glänzt; der Gänsehautmoment, wenn der Oberstufenchor singend durch die Reihen einmarschiert; oder die Rhythmusexplosion der „Sticks ‘n Drums“, die statt auf Cajon und Djembe mit individuell bemalten Plastikeimer mit den Händen und Trommelstöcken traktierten und in Cupsong-Manier groovten.

Etwas gebeutelt war dessen Leiter Martin Crome mit seinem großen Chor: Durch den Weggang eines musikalisch starken Jahrgangs hat sich das omnipräsente Aushängeschild der Eichenschule gerade in den tiefen Stimmen arg dezimiert. In die Bresche sprangen glücklicherweise einige Lehrer, die den Chor beim ebenso majestätischen wie schwungvollen Traditional „I saw three Ships“ bereicherten.

Aus der Not eine Tugend machte Crome mit dem zeitgenössischen „Gloria Alleluia“: Mit der reinen Sopran-Besetzung setzte er ebenso Akzente wie mit seinem Statement zur aktuellen politischen Situation zum Gospel „Free at last“.

Weihnachtskonzert der Eichenschule in Scheeßel

Als Abräumer in Punkto Qualität und Gänsehautfaktor entpuppte sich das Orchester: So dynamisch wie harmonisch überzeugend wie in dem ukrainischen Traditional „Carol of the Bells“ hatte man die rund zwei Dutzend Jungmusiker unter Leitung von Nora Mankiewicz selten erlebt. Und auch der Instrumentalkreis zeigte mit Händels „Joy to the World“ und der Prélude aus dem „Te Deum“, vielen besser bekannt als Eurovisionsmelodie, dass durchaus Potenzial nachwächst. Beides Stücke hatte Mankiewicz dem jungen Orchester auf den Leib arrangiert.

Was fehlte? Die „Delighted Blues Band“ wie die tränenreiche Verabschiedung der Abiturienten – und auch die Ehemaligen waren auf den Kirchenbänken nicht so zahlreich vertreten. Dafür gab es, ganz weihnachtlich, am Ende von den Schülern allerlei gute Gaben für Mankiesicz, Crome und Unterstufenchor-Leiterin Esther Vollmer-Eicken für die Vorbereitung der Veranstaltung.

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