1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Rotenburg
  4. Scheeßel

Marketingkonzept für den Kernort Scheeßel: Ideen der Bürger sind gefragt

Erstellt:

Von: Lars Warnecke

Kommentare

Hoffen auf eine rege Bürgerbeteiligung an der Online-Befragung: Franziska Wichern (l.) und Bürgermeisterin Ulrike Jungemann.
Hoffen auf eine rege Bürgerbeteiligung an der Online-Befragung: Franziska Wichern (l.) und Bürgermeisterin Ulrike Jungemann. © Warnecke

Wie ist Scheeßel aufgestellt – etwa in Sachen Lebensqualität oder beim Stichwort Einkaufen? Die Gemeinde will wissen, wie der Kernort in vielen Lebensbereichen von den Menschen wahrgenommen und bewertet wird.

Scheeßel – Wie soll der Kernort Scheeßel zukünftig aussehen? Woran fehlt es, woran nicht? Diesen Fragen möchte die Gemeinde gerne auf den Grund gehen und entsprechend handeln – allerdings nicht über die Köpfe der Bürger hinweg, im Gegenteil. Sie sollen im Rahmen einer Online-Befragung Eindrücke, Handlungsbedarf und Entwicklungsräume aufzeigen. Anlass dazu gibt das Förderprogramm „Perspektive Innenstadt“, in das Scheeßel im vergangenen Jahr aufgenommen worden war.

„In dem Zuge haben wir uns Gedanken gemacht, ob wir nicht ein Marketingkonzept erarbeiten könnten“, berichtet Bürgermeisterin Ulrike Jungemann (CDU). Immerhin habe sich das Kaufverhalten im Einzelhandel doch grundlegend nach der Corona-Zeit gewandelt. Immer mehr Leerstände würden diese Entwicklung untermauern. Jungemann: „So schaut man dann doch mal durch eine andere Brille auf den Kernort und versucht, zwischen Meyerhof und Beekezentrum sowohl den Einzelhandel als auch Veranstaltungen und touristische Attraktionen miteinander zu verknüpfen.“

Expertise, wie dies gelingen kann, bringt Katharina Staiger mit, in Scheeßel keine Unbekannte. Die Gutachterin von der Gesellschaft für Markt- und Entwicklungsmöglichkeiten (GMA) hatte 2015 nämlich schon das Einzelhandelskonzept für die Gemeinde erarbeitet. „Und sie hat uns jetzt den Hinweis gegeben, dass man dieses nicht einfach fortschreiben, sondern dass geschaut werden sollte, wie man den Kernort als Aufenthaltsraum für die Bürger und Touristen attraktiv halten kann“, sagt die Bürgermeisterin.

Und genau an dieser Stelle kommt der Online-Fragebogen ins Spiel, den die Gemeinde ab diesem Samstag zehn Tage lang, also bis Nikolaus, auf ihrer Webseite (www.scheessel.de) zum Abruf bereitstellen möchte.

Verwaltungsseitig hat Franziska Wichern das Projekt maßgeblich vorbereitet – in Form einer Datenanalyse, die nunmehr eine ellenlange Excel-Tabelle füllt. Die Rathausmitarbeiterin erzählt: „Ich habe mal überprüft, welche Einzelhandelsgeschäfte im Vergleich zu 2015 überhaupt noch da sind und welche nicht – und da waren doch deutliche Unterschiede zu erkennen.“ Den von Staiger entwickelten Fragebogen, der 14 verschiedene Aspekte zum Inhalt hat, habe sie dann noch speziell für den Kernort modifiziert. „Wichtig war uns, zu Beginn keine offenen Fragen zu stellen – da steigt jeder gleich wieder aus“, sagt Jungemann. So seien die Teilnehmer erst einmal aufgefordert, Schulnoten zu vergeben, etwa zur Familien- und Seniorenfreundlichkeit, um anschließend in ganzen Sätzen auch eigene Anregungen für die zukünftige Entwicklung von Scheeßel einzubringen. In der Regel, so die Bürgermeisterin, sollte das Ausfüllen nicht länger als zehn Minuten dauern.

Was mit den erhobenen Daten anschließend passiert? „Die Ergebnisse sollen in Arbeitskreissitzungen vorgestellt werden – dann geht es darum, zu reagieren, wie die Bürger entscheiden, was man geändert wissen möchte“, berichtet sie. Dass man von der Öffentlichkeitsbeteiligung profitieren wird, davon ist Jungemann überzeugt: „Ich als Bürgermeisterin schaue ja auch nochmal ganz anders auf den Kernort, als es die normalen Bürger tun.“ Und sie räumt ein; „Man wird ja auch ein bisschen betriebsblind.“

Auch interessant

Kommentare