Konfirmation früher und heute

Pastor Steinke im Gespräch mit Boscheler Senioren

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Seniorenkreismitarbeiterinnen Hannelore Intelmann (v.l.) und Regina Mahnken sowie Pastor Thomas Steinke freuen sich auf den Vortrag.

Wittkopsbostel - „Konfirmation früher und heute“: Im voll besetzten kleinen Saal des DGH Wittkopsbostel traf Pastor Steinke aus Fintel mit seinem gleichnamigen Vortrag auf ein diskussionsfreudiges Publikum. Denn ausnahmslos hatten die Teilnehmer der Seniorengruppe vor meist über fünf Jahrzehnten den zweijährigen Konfirmandenunterricht besucht.

Nach einer geschichtlichen Zusammenfassung der „auf Luther zurückzuführenden Konfirmation als Vorbereitung auf den Erhalt des Abendmahls“ landete Steinke mit einem Gruppenfoto von 1954, auf dem Dutzende Konfirmanden abgebildet waren, gleich einen Treffer: „Das bin ja ich da,“ stellte Edith Bade fest, und ihre Nachbarin erklärte: „Wir mussten damals viel mehr auswendig lernen, aber ich finde das gut, denn das bleibt bis heute haften.“ Dass es als Strafe für Versäumnisse oder Streiche auch mal eine Ohrfeige gab oder man nachsitzen musste, wurde damals als ganz normal empfunden. Schlimm fanden die meisten jedoch die Prüfung in der Öffentlichkeit – schließlich kannten sich alle in der Gemeinde.

Kinder sollen die Gemeinde als Lebensraum entdecken

Nach ausgiebiger Diskussion unter den Senioren mit etlichen erheiternden Anekdoten ergriff Pastor Steinke das Wort: „Der Glaube hatte früher einen anderen Stellenwert, war selbstverständlicher.“ Auf den bundesdeutschen Trend mit immer weniger Kindern und davon nur zur Hälfte teilnehmenden Konfirmanden müsse man sich als Kirche einstellen. Anstelle des früher üblichen zweijährigen Unterrichts vor der Konfirmation würde man in Fintel heute zusammen mit ehrenamtlichen Gemeindemitgliedern – darunter vielen Eltern - bereits in der vierten Klasse sogenannte „KU4-Nachmittage“ mit unterschiedlichen Lern- und Freizeitangeboten anbieten: „Die Kinder sollen die Gemeinde als Lebensraum entdecken und hineinwachsen“, erklärte der Pastor. In der achten Klasse würde nach sechs „KU-Tagen“ mit jeweils vierstündigem Unterricht und Abschlussgespräch in Kleingruppen schließlich der Vorstellungsgottesdienst – ohne Prüfung – folgen. 

Wichtig sei Steinke dabei, Grundkenntnisse wie das Glaubensbekenntnis, das Vaterunser und die Zehn Gebote zu vermitteln. „Wir als Kirche dürfen aber nicht nur Kopfwissen über unseren christlichen Glauben vermitteln, sondern müssen mit Menschlichkeit Vertrauen schaffen und die junge Generation zum Glauben einladen - der Glaube muss vom Kopf ins Herz rutschen.“ uj

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