Ehepaar Axel und Andrea Röhr beherbergt seltene Fledermausart

Wand an Wand mit dem Fledertier

Andrea und Axel Röhr (v.l.) freuen sich über die Urkunde von Michael Himmel.

Westeresch – Im Hause Röhr ist man tierlieb. Davon zeugen nicht nur die Limousin-Rinder, die hier seit einigen Jahren ihr Winterquartier und die Kinderstube aufschlagen und bei denen das Ehepaar auch mal „Geburtshilfe“ leistet, oder die „Schwalbenplakette“ des Nabu, sondern seit Jüngstem auch eine neue Plakette. Sie stammt ebenfalls vom Nabu und bescheinigt Andrea und Axel Röhr, dass bei ihnen eine seltene Art ein Heim gefunden hat, nämlich die Zweifarbfledermaus.

„Dass hier seit vielen Jahren Fledermäuse auf dem Dachboden wohnen, haben wir schon länger gewusst“, meint die auf dem Bauernhof aufgewachsene Hausherrin. Wand an Wand habe man jahrelang geschlafen und die hohen Frequenzen registriert, mit denen die geflügelten Mitbewohner kommunizieren. „Aber wenn es hinter dem Fenster Fledermäuse regnet, will man schon wissen, was genau dahinter steckt“, erzählt Ehemann Axel. Er und seine Frau hatten schon länger beobachtet, wie sich die tierischen Zeitgenossen aus einer Zwischenwand vom Hausdach aus drei bis vier Meter Höhe fallen lassen, bis sie ihre Flügel entfalten und in den Gleitflug übergehen.

Bei einem Bekannten, dem sie von ihrer Beobachtung erzählten, waren sie an der richtigen Adresse: Michael Himmel ist Nabu-Botschafter für Fledermäuse, leistet in Schulen Aufklärungsarbeit, leitet die „Batnight“ auf dem Rotenburger Hartmannshof und spielt, wenn Not am Mann ist, auch mal Taxi, um verletzte Tiere zur spezialisierten Ärztin des Fledermausschutzzentrums des BUND nach Hannover zu bringen.

Mit einem Detektor bewaffnet, ging er dem Phänomen der Westerescher Fledertiere auf den Grund – und entdeckte Erstaunliches: Drei unterschiedliche Arten tummeln sich auf dem Hof in Westeresch. Auseinanderzuhalten seien sie durch die unterschiedlichen ausgesendeten Frequenzhöhen und -folgen, die der Detektor aufzeichnet: „Allerdings sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen, weil die Fledermäuse bei ihrer Kommunikation durchaus auch mal die Frequenz ändern.“

Die nach Hannover gelieferten Ergebnisse brachten Klarheit: Es handelt sich tatsächlich um die seltene Art der Zweifledermäuse, die hier ihre Kinderstube erleben. „Um noch genauere Erkenntnisse zu erzielen, müsste man sie mit einem Netz fangen“, erzählt Fledermaus-Experte Himmel. Beringt würden die Exemplare, die – zum Staunen der Kinder seiner Ferienprogramme nicht mehr wiegen als zwei Gummibärchen – eher selten. „Die Flughaut ist sehr dünn und dementsprechend empfindlich.“ Ins Netz gegangene Exemplare würden, des Wiedererkennungsfaktors wegen, gemäß der gängigen Praxis jedoch gern an den Zehennägeln rot lackiert, um Mehrfachzählungen auszuschließen.

Dieser „Pediküre“ sind die Westerescher Fledermäuse, einer von drei Arten an der Landstraße, bisher entgangen – auch ohne hat das inzwischen mit Urkunde und Plakette ausgestattete Ehepaar Axel und Andrea Röhr Gewissheit, mit wem genau es Wand an Wand das Schlafzimmer teilt.  hey

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