Automobilgeschichte

Old- und Youngtimerfahrt bringt Hingucker aus Kiel in den Beeke-Ort

17 Old- und Youngtimer aus Schleswig-Holstein und einige weitere aus der Region ziehen beim Autohaus Holst die Blicke der Interessierten auf sich.
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17 Old- und Youngtimer aus Schleswig-Holstein und einige weitere aus der Region ziehen beim Autohaus Holst die Blicke der Interessierten auf sich.

Scheeßel – Viele betagte Gäste durften Heide Holst und Torsten Meyer auf dem Gelände ihres Autohauses begrüßen. 17 Young- und Oldtimer und fast doppelt so viele Teilnehmer der Mosel-Fahrt 2021 des Schleswig-Holsteinischen Automobil Clubs gaben sich zur besten Frühstückszeit auf dem Weg nach Warstein, dem Tages-Etappenziel, ein Stelldichein.

Aus Kiel, Plön, Winsen und Hamburg waren die Automobil-Liebhaber angereist, um den ersten Stopp der viertägigen Ausfahrt gemeinsam zu begehen. Im Vordergrund steht für die meisten, wie Regina Kloss aus Hamburg im moosgrünen Mercedes SL Coupé, Baujahr 1967, zusammengefasst: „Geselligkeit mit netten Menschen, schöne Natur und der Spaß am gemeinsamen Hobby.“ Ehemann Rainer ergänzt: „Endlich ist mal wieder etwas los, seit einem Jahr sind wir nicht mehr unterwegs gewesen – super, dass der Verein das organisiert.“

Ein Hingucker mit dem Baujahr 1926 – das zieht so manchen Fotografen an.

Ein Jahr lang hatten Organisatorin Sabine Romann, seit vielen Jahren mit Gastgeberin Heide Holst befreundet, und ihr Mann Michael Bremer die Ausfahrt nach dem historischen Vorbild von 1927 geplant. „Damals haben die Menschen aber zehn Tage gebraucht und haben jeden Abend eine Sause mit Ball veranstaltet“, schmunzelt Bremer. Bei dieser Tour beschränke sich das offizielle gemeinsame Programm auf den Besuch des neuen Automuseums „Zylinderhaus“ in Bernkastel-Kues. Auch, wenn Touren heutzutage vorwiegend am PC geplant werden, hatte er die Strecke im Januar selbst abgefahren.

In letzter Minute musste wegen der Flutkatastrophe umdisponiert werden: „Die Strecke über den Nürburgring, die an der Ahr entlangführt, ist natürlich nicht passierbar“, so Michael. Viele wie Ehepaar Kloss hätten sich überlegt, ob eine Vergnügungsfahrt dieser Tage überhaupt angemessen sei. „Wir haben uns aber doch dazu entschlossen, natürlich mit entsprechendem Abstand zu den betroffenen Regionen“, so Romann, „sonst hätten die durch Corona eh schon gebeutelten Gastronomen und Hoteliers dort ja noch zusätzliche Ausfälle.“

Beim Büfett und an den Biertischen am Vareler Weg wurde kräftig gefachsimpelt, zwischen Brötchen und Roadbook waren Gesprächsfetzen von Einspritzern, Luftfiltern und Keilriemen und viele Insider-Tipps zu hören wie der, das curryfarbene Originalleder des Acht-Zylinder- Mercedes SLR mit Waffenöl einzureiben. „Solche Tipps kriegst du nur hier“, so Dierk Schulz aus Stelle, ehemaliger Präsident eines Harley-Clubs.

Auch nach seinem schneeweißen Scheunenfund drehen sich die Leute um – generell habe das Interesse an Oldtimern jedoch nachgelassen, hat Gastgeberin Heide Holst festgestellt: „Das Auto hat generell bei jungen Leuten einfach nicht mehr den gleichen Stellenwert.“ Das kann Club-Chefin Romann so nicht bestätigen: Nach ihrem türkisen Ford Thunderbird von 1956 drehen sich immer noch die Köpfe um, „besonders von Frauen gibt es oft einen Daumen hoch!“ Und auch um Vereinsnachwuchs müsse man sich keine Sorgen machen, auch bei dieser Tour führen Gäste mit.

Organisatorin Sabine Romann (r.) gibt die „Roadbooks“ aus.

Auch an diesem Morgen war das Interesse an alten Schätzchen – vorwiegend waren die Marken Porsche, Merdeces und VW vertreten – groß. Zahlreiche Schaulustige, einige sogar mit eigenen Oldtimern, hatten sich eingefunden. Olaf Gay aus Jeersdorf freute sich, gerade Urlaub zu haben: „Ich wollte schon immer mal einen Mercedesstern in Szene setzen“, so das Mitglied des Rotenburger Fotoclub Creative. Das meistfotografierte Objekt hat schlappe 95 Jahre auf dem Buckel. Das rang auch den Mitarbeitern des Autohauses Respekt ab: „Wie man den wohl fährt?“, fragte sich beispielsweise Sarah-Denise Köstel angesichts des historischen Lenkrades.

Der 81-Jährige Besitzer des Hinguckers, Klaus von Deylen, hatte spontan einen Ausflug von Visselhövede in den Beekort gemacht: „Ich wollte mich einfach mal überraschen lassen.“ Schließlich sei es nicht selbstverständlich für Unternehmer, eine solche Veranstaltung auszurichten. Dazu Gastgeberin Heide Holst, die mehr als ein Jahr auf die Ausrichtung von Events wie etwa dem Mittelstandsforum verzichten musste: „Es tut uns allen richtig gut, dass wieder etwas passiert!“  hey

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