Pfiffige Urlaubsidee kommt auch in Scheeßel gut an

Vom Hofladen zum Landvergnügen

Heike und Torsten genießen ihr Frühstück und probieren dabei ganz nebenbei die Produkte, die auf dem Hof hergestellt werden.
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Heike und Torsten genießen ihr Frühstück und probieren dabei ganz nebenbei die Produkte, die auf dem Hof hergestellt werden.

Auf dem Hof Bassen in Scheeßel gibt es neue Gäste: Camper. Die genießen die hofeigenen Produkte und die Natur.

Scheeßel – Sabine und Wolfgang Bassen betreiben schon seit 2009 ihren Hof in Scheeßel. Zu diesem gehören auch ein Hofladen und ein Melkhus, viele Produkte stammen aus eigener Herstellung. Hier gibt es Eis, Milchmixgetränken, Kräutervariationen und vieles mehr. Seit gut zwei Jahren kommen auch diverse Camper in den Genuss, diese regionalen Köstlichkeiten zu probieren.

Denn Bassens beteiligen sich seit 2019 am „Landvergnügen“. Die Idee dahinter: Landwirtschaftliche Betriebe, aber auch Obstbauern und Winzer laden Camper auf ihre Höfe ein. Die Landwirte stellen pro Betrieb bis zu drei Stellplätze zur Verfügung. Mehr dürfen es nicht werden, denn sonst würden die Anbieter ungewollt zum Campingplatzbetreiber avancieren. Die Camper, die anreisen, melden sich spontan kurz vorher und fragen, ob ein Platz frei ist. Wenn dem so ist, reisen sie an, andernfalls müssen sie sich nach Alternativen umsehen. Wenn sie kommen, zahlen sie aber nicht für die Übernachtung, sondern nur für den verbrauchten Strom. Aber sie kaufen in der Regel als Gegenleistung für den Stellplatz in den jeweiligen Hofläden ein.

„Als wir damit anfingen, hatten wir von Campern keine Ahnung“, berichtet Sabine Bassen. Eher zufällig sei sie auf das Konzept gestoßen. Als dann ebenso zufällig ein Stück Land „übrig“ war, schloss sich die Familie dem Konzept an und fuhr erst mal in Urlaub. „Ich hätte nicht gedacht, dass sich da so schnell jemand meldet“, gibt die Landwirtin zu. Doch kaum angemeldet, klingelte das Telefon – die Nachfrage war von Beginn an mehr als groß. „Und wir haben dann auch schnell reagiert“, schildert sie. Neben dem Hofladen wurde ein Frühstücksraum eingerichtet. Das „Camperfrühstück“ hat sich flugs zum Renner entwickelt. „Wir haben wirklich eine große Nachfrage“, freut Bassen sich. Viele Urlauber seien zu Stammgästen geworden.

Direkt neben den Hühnern haben die beiden übernachtet. Drei Stellplätze stellen die Landwirte zur Verfügung.

Den ganzen Sommer über sind die Stellplätze ausgebucht, Campen ist in. Gerade seit der Pandemie ist diese Form von Urlaub noch beliebter geworden. „Für uns lohnt sich das Konzept, wir werden das auch gerne weiter betreiben“, erzählt die Scheeßelerin. Das allerdings sei nicht immer so gewesen: „Im letzten Jahr, also während der Pandemie, da wollte ich zwischendurch schon aufgeben“, gibt sie zu. Viele seien trotz Anmeldung einfach nicht gekommen. Andere wiederum hätten erwartet, wie auf einem Campingplatz ein gewisses Serviceangebot zu erhalten. „Da wurden beispielsweise schon mal bei uns die Toiletten entleert, obwohl das eben nicht vorgesehen ist“, beschreibt sie. Doch glücklicherweise verlaufe dies jetzt wieder anders – viele lustige, fröhliche und freundliche Camper kämen auf ihren Urlauben am Finteler Weg vorbei. „Camper sind einfach nette Leute, die freuen sich über kleine Aufmerksamkeiten“, lautet ihr Fazit nach zwei Jahren.

Zwei von diesen netten Leuten sind Heike und Torsten, die gerade das Camperfrühstück in Anspruch nehmen. „Wir sind aus dem Berliner Umfeld und zum ersten Mal hier“, berichten die beiden. Sie seien begeistert vom Frühstück, der Familie und dem Hof. „Unser Urlaub beginnt gerade, heute machen wir einen Ausflug nach Bremen.“ Seit Jahren seien sie gerne und fast ausschließlich über das „Landvergnügen“ unterwegs: „Wir lieben die Hofläden, das ist für uns ein totales Highlight“, erzählt das Paar. Die übliche Atmosphäre auf dem Campingplatz vermissen sie nicht. „Im Gegenteil, wir haben es sehr gerne ruhig.“

Das Wichtigste aus dem Landkreis Rotenburg: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Mit diesem Wunsch sind die beiden nicht alleine. „Naturverbundene Stellplätze sind gefragt“, weiß Judith Jenner, Mitarbeiterin des Anbieters „Landvergnügen“. Dieser stellt in jedem Jahr einen Stellplatzführer zusammen, dort werden die Höfe aufgelistet. Mit dem Kauf des Buchs erhalten Reisende eine Vignette, mit der sie bei den angemeldeten Gastgebern eine Nacht kostenfrei übernachten können. „Schon vor Saisonbeginn ist das Buch ausverkauft“, sagt Jenner. Viele Reisende, die so ihren Urlaub genießen, würden von Hof zu Hof und oft auch ins Ausland fahren, blieben aber dem Konzept treu: „Die Idee gibt es auch in Schweden, Dänemark, England und in anderen Ländern, wir tauschen uns da auch untereinander aus“, berichtet sie. Einige Camper würden auch zwischendurch mal einen „echten“ Campingplatz aufsuchen.

So oder so – die Idee, den Urlaub im Wohnwagen zu verbringen, ist gefragt wie nie zuvor, sicherlich auch aufgrund der Corona-Pandemie. Wer nun neugierig geworden ist, kann im Internet unter www.landvergnuegen.com mehr zu der Idee erfahren.

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