„Emmi und Willnowsky“ ernten bei Auftaktveranstaltung des „Wescher Kults“ Lacher

Voll Karacho in den Fettnapf

„Emmi und Willnowsky“ auf der Bühne im Westerescher Hof: Zwei Stunden lang erzählte das Kult-Comedy-Duo Zoten und ordinäre Witze am laufenden Band. - Foto: Heyne

Westeresch - „Emmi und Willnowsy – ist das jetzt Kultur?“ Die Frage, die Heiko Wahlers in den ausverkauften Westerescher Hof warf, sollte sich auch nach guten zwei Stunden Kalauer-Dauerfeuer nicht eindeutig beantworten lassen. Fest steht: Bei der Auftaktveranstaltung des „Wescher Kult“ wurde die Lachmuskulatur arg beansprucht. Nicht nur in punkto Besucherzahlen, sondern auch nach Juchzer- und Kicherdichte bemessen, war der Abend mehr als ein Erfolg.

Das Konzept des schrägen Pärchens in den Glitzer-Outfits (sie: alternde, füllige Primadonna, er: ein intellekt-armer russischer Pianist): Ein Witz jagt den nächsten, wahlweise politisch unkorrekt oder unter der Gürtellinie. Dabei ziehen die beiden Bühnenpartner nicht nur gekonnt übereinander her – ihr wallendes Nasenhaar kommt ebenso zur Sprache wie das Salatblatt in seinem Allerwertesten – „und das ist nur die Spitze des Eisbergs!“. Sondern sie steuern lustvoll jeden sich bietenden Fettnapf an. Ob AfD, Juden, Landbevölkerung oder CDU-Mitglieder: Bei seinen Flachwitz-Salven kennt das schrille Duo, das das ehemüde Paar gibt, keine Tabus.

Ein bisschen ist etwas dran, wenn Willnowsky am Ende des Abends konstatiert: „Sie waren ein niveauloses Publikum – das schätze ich so!“ Vielleicht macht gerade das den Reiz aus: Mal so richtig enthemmt über das lachen zu dürfen, was sonst nur hinter vorgehaltener Hand am Biertisch an Kalauern gerissen wird. Aber auch das Publikum bekommt sein Fett weg: Dank schamlosem Ausfragen kennen die beiden am Ende des Abends gut drei Reihen der Zuschauer namentlich, alles unter 40 wird gnadenlos angebalzt.

Vor so viel geballtem Nonsens übersieht man leicht: Hier sind zwei Profis am Werk, die sich die Bälle zuspielen und jede Reaktion des Publikums wie eine Steilvorlage dankbar aufnehmen, um sie – auch dank jahrzehntelanger Bühnenerfahrung – gekonnt im Netz der gelungenen Pointe zu versenken. Dass darunter auch viele Abstauber sind – wie die Frage an das Dr. Sommer-Team, ob man vom Knall des Jungfernhäutchens taub wird - geschenkt.

Am besten sind die beiden sowieso, wenn sie bekanntes Liedgut von Rudi Carrell bis Roland Kaiser umdichten und dabei einen Wortwitz an den Tag legen, der an Heinz Ehrhardt erinnert. So gehört das Abba-Medley in der Zugabe, bei dem aus „Fernando“ die „Schuhe von Zalando“ werden, zu den unbestrittenen Höhepunkten des Abends.

Nicht jedermanns Geschmack traf die selbst betitelte „Kaffeefahrt ins Glück“ – das Zwerchfell war am Ende dann aber doch aufgelockert, ob man nun wollte oder nicht.

hey

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