Erster Spatenstich für das Mehrzweckgebäude

Eichenschule startet Neubau an der Fuhrenstraße

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Gemeinsam für die Zukunft der Eichenschule: Rektor Christian Birnbaum (v.l.), Geschäftsführer Stephan Anders, Genossenschaftsvertreter Jürgen Lange und Architekt Martin Menzel tätigen den ersten Spatenstich für den Bau der neuen Mehrzweckhalle.

Scheeßel - Donnerstagmittag: Ein kleines Grüppchen Lehrer, Vertreter der Gemeinde, Kirchengemeinde, des Landkreises und der Schulgenossenschaft hat sich am Rand einer Sandwüste versammelt. Vor Wochen war diese noch ein Teil des Schulhofs. Die Schüler des großen Chors, die unter Leitung von Martin Crome ein Ständchen geben, werden, wenn alles glatt läuft, in gut einem Jahr einige Meter weiter überdacht singen: Nämlich zur Einweihung des neuen Mehrzweckgebäudes, zu dem jetzt der symbolträchtige offizielle „erste Spatenstich“ erfolgte.

„Von der Vision zur Baugrube in nur zweieinhalb Jahren, das ist rekordverdächtig“, findet Schulleiter Christian Birnbaum. Im Dezember 2014 hatte er dem Kollegium seine Idee eines Theatersaals auf dem Gelände der Schule in freier Trägerschaft erstmals vorgestellt – mit dem pädagogischen Vorteil, die Zeit der „langen Wege“ in den bisherigen Internatssaal am Helvesieker Weg zu beenden und die Zeit sinnvoll zu nutzen. Aber auch betriebswirtschaftliche Gründe spielten eine Rolle, wie Jürgen Lange, der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft, in seiner Ansprache erläuterte: „Allein aus Gründen der Energiebilanz, aber auch erhaltungstechnisch hätten wir sonst vor größeren Investitionen gestanden.“

Fachschaft wird nach ihren Wünschen gefragt

Als vor gut einem Jahr ein Nachbargrundstück im Fuhrenkamp zum Verkauf stand, habe man schnell zugegriffen: „Da hat uns das Glück in die Karten gespielt“, so Birnbaum. Nicht ganz so schnell ging es mit der Baugenehmigung. Dadurch, dass das Gelände der Eichenschule von der Kirchengemeinde gepachtet ist, waren zahlreiche Zustimmungen, von lokaler Ebene bis zur Landeskirche zuständig. „Dafür liegen wir sehr gut in der Zeit“, konstatiert Architekt Martin Menzel, der das Projekt betreut. Er arbeitete in den vergangenen Monaten auch eng mit den Vertretern der Fachschaften Musik und Theater zusammen, um deren Wünsche zu berücksichtigen. Die Musiker um Fachschaftsobmann Martin Crome bekommen im Kellergeschoss des in Hanglage ausgeführten Baus mit insgesamt rund 630 Quadratmetern Fläche ihren „Krachmachraum“. Von Theater-Fachobmann Thomas Stermann stammte der Vorschlag einer Teleskopbühne, die er bei Recherchen in Holland entdeckt hatte und die einen flexiblen Bühnenaufbau, inklusive Raumtheaterinszenierungen ermöglicht. „Wenn im alten Theatersaal jemand im Liegen gespielt hat, konnten das nur die ersten vier, fünf Reihen sehen“, so der Theaterfachmann. Er schwärmt: „Das ist wohl einmalig, dass man als Fachschaft nach seinen Wünschen gefragt wird.“

Schulleiter lobt „kurze Entscheidungszyklen und Mut“

Ähnlich einmalig findet Birnbaum das Tempo der Umsetzung: „So kurze Entscheidungszyklen und der Mut, sie zu treffen, sind bei staatlichen Schulen wohl kaum zu finden.“ Eine gute Ausstattung und Arbeitsbedingungen für Schüler sei für die Privatschule allerdings auch ein Paradigma: „Wir müssen mit Leistung überzeugen, schließlich bekommen wir ja keine Schülerkontingente zugewiesen!“

Und noch ein weiteres potenzielles Dilemma löst der Neubau: Durch den anstehenden Wechsel zu G 9 bevölkert bald ein zusätzlicher Jahrgang die Eichenschule mit derzeit mehr als 1 000 Schülern. Neben und über dem Theatersaal mit 199 Sitzplätzen und im ersten Stock entstehen bei dem Bauvorhaben mit einem Investitionsvolumen von rund drei Millionen Euro je zwei weitere Klassen- oder Fachräume.

Die Kosten werden zu 40 Prozent von der Landesschulbaukasse getragen, weitere zehn Prozent stellt sie der Genossenschaft als Darlehen zur Verfügung.

hey

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