MEIN BUCH UND ICH Jürgen Hoops widmet sich der Geschichte

Ein Vierteiler in Arbeit

Ein Gedenkstein in Rotenburg erinnert an die Hexenverfolgung. Foto: Bonath
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Ein Gedenkstein in Rotenburg erinnert an die Hexenverfolgung.

Scheeßel – Jetzt, nach mehr als 40 Jahren Dienst als Berufsoffizier bei der Bundeswehr, kann sich Jürgen Hoops (61) aus Scheeßel endlich mit ganzem Elan seiner großen Leidenschaft widmen. Unter dem Namen Jürgen Hoops von Scheeßel hat der in Harburg geborene und in Scheeßel aufgewachsene Ahnen- und Heimatforscher, Buch- und Romanautor acht Bücher geschrieben. Aktuell arbeitet Hoops an einem vierteiligen Werk mit dem Arbeitstitel „Die Moorsiedler”. Ein historischer Roman, der von der Geschichte einer Familie im Elbe-Weser-Raum handelt und zwischen 1660 und 1870/71 spielt. Den ersten Teil des Romans, der im Ibidem-Verlag, Stuttgart, erscheint, will Jürgen Hoops im Herbst kommenden Jahres vorstellen.

Der Hobbyhistoriker und Schriftsteller: „Außerdem habe ich einen ersten Rohentwurf für ein weiteres Sachbuch bei mir liegen. Es soll die vielen Orts- und Höfechroniken des Kirchspiels Scheeßel ergänzen, aber auch Forschern ihrer Hofgeschichte vielerlei Möglichkeiten für die eigene Arbeit bieten.” Der Ahnen- und Heimatforscher Jürgen Hoops hat im Laufe von mehreren Jahrzehnten eine Vielzahl von Archiven mit sehr viel Akribie und Forscherehrgeiz durchforstet. Heimatgeschichtliche Fakten und zum Teil neue Erkenntnisse als wichtige Grundlage für unter anderem Dorfchroniken, Namensforschung, Höfe- und Familiengeschichte. Schwerpunkt war und ist der Bereich des ehemaligen Amtes Rotenburg sowie der Elbe-Weser-Raum. Jürgen Hoops hat 2012 und 2013 im Hotel Daub in Bremervörde Treffen organisiert, an denen jeweils rund 150 Träger des Familiennamens Hoops teilgenommen haben. Ein Name in unterschiedlicher Schreibweise: Hoops, Hops, Hoeps, Hoop und Hobst.

„In vielen Familien geisterte die Geschichte herum, die Hoops stammten aus Holland. Das hielt sich sehr viele Jahrzehnte, bis ich nachweisen konnte, dass die Hoops in den Niederlanden von einem Hoops abstammten, der 1843 nach Holland ausgewandert ist. Ein anderer geborener Hoops heiratete als Hobst, und so schreiben sich seit mehr als 150 Jahren seine Nachfahren”, berichtet der Scheeßeler.

Jürgen Hoops hat sich intensiv mit der Schreibweise des Namens befasst: „Wieder ein geborener Hoops verlor um 1696 sein -s, sodass sich seine Nachfahren bis heute als Hoop schreiben. In einer Familie seit 1556 wandelt sich der Familienname Hopes in Hoops und Hops, wobei die einen Hops sich als Hoops aussprechen, andere in einem entfernten Kirchspiel als Hops mit der Betonung auf dem -p und einem kurzen -o.”

Seine Arbeit fordert offensichtlich ein großes Maß an Durchhaltevermögen und Liebe zum Detail. Denn Hoops sichtet eine ganze Reihe von Quellen: „Weiterhin habe ich die unterschiedlichsten Schreibweisen Hoops, Hops, Hoeps, Hoop und Hobst je nach Kirchspiel, Kirchenbuchführer und Zeit häufig verändert, wobei die Aussprache überwiegend Hoops mit langem -o geblieben ist.”

Im Ruhestand große Pläne: Jürgen Hoops von Scheeßel.

Das nächste Treffen, bei dem die Träger gleichen oder ähnlichen Namens zusammenkommen, findet nicht wie geplant am Sonnabend, 3. Oktober, im Hotel Daub in Bremervörde statt, sondern ist wegen der Corona-Krise um ein Jahr verschoben worden.

Jürgen Hoops von Scheeßel hat in den Jahren von 2006 bis 2012 eine Reihe von historischen Romanen über die Hexenprozesse im Amt Rotenburg geschrieben. Eine Bronzetafel auf einem Gedenkstein in der Nähe der Rotenburger Amtsbrücke an der Aalter Allee, von Passanten kaum beachtet, erinnert an die Praktiken grausamer Bestrafungen angeblicher Hexen: „An dieser Stelle tagte in der Bischofs- und Schwedenzeit vom 12. bis zum 17. jht. Das ,Peinliche Halsgericht bey der Brügke zu Rotenburgk‘.”

Romane zu der lokalen Hexenverfolgung, die Jürgen Hoops von Scheeßel geschrieben hat und die unter www.Hoops-archive.de bei ihm bestellt werden können, sind: „missbraucht & verbrannt”, „Lasst sie brennen”, „Gerichtsbarkeit – Vogtei Scheeßel”, „Gretge – als Hexe verbrannt”, „Tibke von Bartelsdorf”, „Anna, die alte Zauberin”, „Mette, das verdächtige Gesicht”, „Kirchenbußen – Vom Tadel bis zum Schandpfahl”.

MEIN BUCH UND ICH

Mit dieser Serie werfen wir einen Blick auf die zahlreichen Autoren im Landkreis Rotenburg. Von wem haben wir schon lange nichts gehört? Wer hat den nächsten Bestseller in Arbeit? Und was machen aufstrebende, Vollzeit- und Hobbyautoren? Wir fragen nach.

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