Viele starke Leistungen beim Regionalen Schultheatertreffen in der Eichenschule

Im Fokus: Ausgrenzung und Identität

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In der Collage „Das Tierreich” beleuchten die Elftklässler in rasanten Clips ein fiktives Kleinstadtleben.

Scheeßel - Eine Fülle an Themen, Stilistiken und Ausdrucksformen in insgesamt acht Produktionen: Auch bei der 13. Auflage des alle zwei Jahre abgehaltenen Regionalen Schultheatertreffens am Donnerstag im Theatersaal der Eichenschule wurde geklotzt statt gekleckert. Jury-Mitglied Ingrid Behling nahm das Fazit schon bei der ersten Besprechungsrunde nach dem Vormittag vorweg: „Eine tolle, bunte Palette von allem und unglaublich beeindruckende Leistungen!“

So unterschiedlich die Stücke der sieben Eichenschul-Theater-AG und eines der Grundschule auch waren – vom Zirkus-Musical der Jüngsten über Klassiker wie „Andorra“, „Die Welle“ oder „Der Hobbit“ bis zu selbst geschriebenen Stücken des fünften und elften Jahrgangs – wiesen viele Produktionen Gemeinsamkeiten auf, thematisierten sie doch die gegenwärtige politische Situation.

Wie in der Eigenproduktion „Ein schrecklich schönes Land“, wo die Elftklässler unter Leitung von Thomas Stermann collagenhaft das selbst gewählte Thema Einwanderung umrissen. „Als wir beim Intensivprobenwochenende feststellten, dass mehrere Schüler mit Migrationshintergrund im Kurs sind, lag das Thema fast auf der Hand“, erklärt Akteurin Samira Kpekpassi . Wenn die dunkelhäutige Schülerin mit „Negerwitzen“ provoziert, bleibt gerade den jüngeren Zuschauern das Lachen im Halse stecken, ebenso wie in der starken Szene „Wir haben ja nichts gegen Ausländer, aber...“.

Um Formen des Zusammenlebens geht es auch in „Feuerland“, einer Adaption von „Herr der Fliegen“ unter Leitung von Uwe Deutschmann. Wie sich mit dem Flugzeug auf einer einsamen Insel gestrandete Schüler im Ringen ums Überleben organisieren und die Radikalisierung und Hemmungslosigkeit einiger allmählich bis zur grausamen Menschenjagd eskaliert, geht unter die Haut. Ebenso die eingeschobenen aktuellen Bezüge im Klassiker „Andorra“, in dem Ole Scherz als betrunkener Soldat und Schürzenjäger mit derben Sprüchen das Publikum begeistert.

Im Mittelpunkt der gegenseitigen Präsentation steht wie immer die Interaktion; so sparen die Schüler in den Feedback-Runden nicht mit Lob für ihre Mitstreiter; die freimütige Aussage einer Viertklässlerin nach ihrer tollen Darbietung als Clown: „Theater – das kann ich einfach!“ wird laut bejohlt.

Das gegenseitige Profitieren ist Programm: „Vielleicht nehmen die Fünftklässler für ihre fantasievolle Darstellung des Kampfes zwischen Elfen und der bösen Garde etwas aus der beklemmend realistischen Performance der gleichgeschalteten Schüler in „Die Welle“ mit, so die Hoffnung der Theaterleiter.

Das Fazit nach ganzen acht Stunden geballter Schauspielkunst: Scheeßel darf sich auf einen äußerst spannenden Theaterfrühling freuen.

hey

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