Meinungsumfrage zum Gewerbegebiet in Westeresch von Panne begleitet

Verschollen im Nirwana

Hoffen auf eine rege Beteiligung am „Wahlsonntag“: Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele und Ernst Behrens. - Foto: Warnecke

Scheeßel/Westeresch - Von Lars Warnecke. Das hat sich die Gemeindeverwaltung dann doch etwas anders vorgestellt: Wenige Tage, bevor in Westeresch die Einwohner dazu aufgerufen sind, an einer großangelegten Meinungsumfrage zu einem geplanten Gewerbegebiet teilzunehmen, sind diese noch gar nicht im Bilde. Grund: „Es hat Probleme mit der Zustellung der Benachrichtigungen gegeben“, informiert Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele.

Eigentlich hätten die Einladungen, in denen auch haargenau das Prozedere erklärt wird, schon Ende vergangener Woche in den Briefkästen der Westerescher liegen sollen. 431 an der Zahl – so viele Bürger ab 16 Jahren sind berechtigt, am kommenden Sonntag ihre Meinung zu dem Vorhaben in einer anonymen schriftlichen Befragung kundzutun. Nur erreicht hat die Empfänger kein einziger Brief – und das, obwohl laut Dittmer-Scheele die Sendungen schon vor mehr als einer Woche zur Post gegeben worden seien. Erklären könne man sich im Rathaus die Panne nicht. Und auch eine prompte Nachfrage beim örtlichen Postschalter habe keine Erkenntnis gebracht. „Da hieß es, dass die Briefe spätestens bis Samstag zugestellt worden seien – nur so ist es ja nicht“, so die Verwaltungschefin, die trotz dem Durcheinander ihren Humor nicht verloren zu haben scheint: „Wäre das bei einer richtigen Wahl geschehen, hätten wir schon verloren.“

Da die Einladungen nun im Nirwana verschollen zu sein scheinen, nimmt die Verwaltung einen erneuten Anlauf. Dieses Mal aber will man auf Nummer sicher gehen: Per hauseigenem Boten, der von Haus zu Haus geht, werden die komplett neu ausgedruckten Anschreiben nun verteilt.

Dass man überhaupt der Meinung der Einwohnerschaft ein Forum geben möchte, sei der Thematik geschuldet, sagt Westereschs Ortsbürgermeister Ernst Behrens. „Als wir im Ortsrat anfingen, uns mit dem Gewerbegebiet zu beschäftigen, stand für uns schnell fest, dass unsere Empfehlung an die Politik auf Gemeindeebene nur auf der Basis eines Bürgervotums erfolgen kann.“ Behrens spricht von einer „weitreichenden Entscheidung für das Dorf“, die immerhin noch viele weitere Generationen betreffen werde.

Am 6. Juni wollen er und seine Westerescher Ratsmitstreiter in öffentlicher Sitzung eine Entscheidung fällen, ob die Ortschaft ein Gewerbegebiet bekommen soll oder nicht. „Wir werden auf jeden Fall so stimmen, wie es die Mehrheit unserer Einwohner wünscht“, versichert der Landwirt. Fünf Stunden bleibt den Bürgern am Sonntag Zeit, ihren ausgefüllten Bogen in die Urne zu werfen. Die Befragungsaktion findet in der Zeit von 8 bis 13 Uhr im Westerescher Schießstand statt.

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