Versammlung beim Landwirtschaftlichen Verein Vahlde

Bedrohliche Lage in vielen Betrieben

Friedrich Behrens und seine Tochter Annilena berichten über ihren erfolgreichen Hofzusammenschluss.
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Friedrich Behrens und seine Tochter Annilena berichten über ihren erfolgreichen Hofzusammenschluss.

Vahlde - Von Hannelore Rutzen. „Die wirtschaftliche Lage ist in vielen Betrieben sehr bedrohlich“, sagte Carsten Hipp, Geschäftsführer des Landvolkverbandes Rotenburg-Verden während der Jahresversammlung des Landwirtschaftlichen Vereins Vahlde. „Denn die Betriebsergebnisse des vergangenen Jahres sind sehr niedrig ausgefallen.“

Hipp hat die Landwirte über die Zahlungsansprüche, den Feldmietenerlass, die Ansprüche an die Mistlagerung und Gülleausbringung, die neue Düngeverordnung und Antragstellung bei der GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) unterrrichtet. Mit Blick auf die Ergebnisse meinte er jedoch: „Den Kopf in den Sand zu stecken, ist wenig hilfreich. Die Landwirte sollten Möglichkeiten der Umfinanzierung nutzen und sich Unterstützung von Beratungsorganisationen holen“.

Dass es aber auch Silberstreifen am Horizont der Bauern gibt, zeigten Friedrich Behrens und seine Tochter Annilena. Beide berichteten beeindruckend über den von Behrens und zwei weiteren Gesellschaftern gegründeten Bio-Fürstenhof in Mecklenburg-Vorpommern. Vor mehr als zehn Jahren schlossen sich unter ihrer Leitung sechs Höfe zwischen Rostock und Waren an der Müritz zusammen, um Biolandwirtschaft speziell in Richtung Eierproduktion und Geflügelhaltung zu betreiben. „Inzwischen sind es bereits 14 Betriebe, die gemeinsam abgestimmt wirtschaften sowie drei Biogasanlagen betreiben“, informierte Behrens. Die Landwirte kaufen demnach gemeinsam ein, betreiben Bio-Ackerbau und haben einen eigenen Bestand an Technik sowie ein eigenes Lohnunternehmen, um die Technik auf den Punkt genau einzusetzen.

Weitere Herzstücke des Hofzusammenschlusses sind das gemeinsame Biomischfutterwerk, die Junghennenaufzucht, die Legehennenhaltung und die eigene Biobrüterei. „Hinzu kommt die eigene Vermarktung der Eier. Der Strom wird aus Biogas- und Photovoltaikanlagen erzeugt“, so Behrens.

Auch die Verwaltung werde gemeinsam betrieben. Die beinhalte unter anderem die Erarbeitung der Agrar- und Förderungsanträge, die Anbauplanung und das Flächenmanagement. Inzwischen würden Biokartoffeln angebaut und vermarktet sowie Bio-Schweine und -rinder gehalten.

Friedrich Behrens, vor dem Aufbau des mecklenburgischen Unternehmens Geschäftsführer beim Betrieb Heidegold in Fintel, sagte: „Ich bin von Haus aus kein direkter Landwirt, sondern Betriebswirt. Ich sage immer: Das Kapital steckt nicht unmittelbar in den Maschinen oder Gebäuden, sondern in den Köpfen.“ Man müsse sich das Wissen um die Eierproduktion und Vermarktung zunutze machen und sich auf Bio konzentrieren. „Unsere landwirtschaftlichen Produkte wie Kartoffeln oder Suppenhühner werden mit Hilfe eines behutsamen Ressourceneinsatzes, artgerechter Tierhaltung und unter Schonung der Natur durch Kreislaufwirtschaft hergestellt und vermarktet. Das Bio-Getreide und die Bio-Eiweißfrüchte werden zu Futterzwecken eingesetzt “.

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