Bürgermeisterin freut sich über Eike Wedemeyers Ausstellung

Vernissage der lustigen Art

Gitarrist Uli Meyer sorgte mit Balladen für Kontrast. - Fotos: Ginter

Scheeßel - Von Jessica Ginter. So lustig war die Vernissage einer Kunstausstellung wohl noch nie: Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele und Künstler Eike Wedemeyer sorgten am Donnerstagabend im Foyer des Scheeßeler Rathauses beim Empfang für Lacher. Knapp 50 Besucher kamen, um die schwarz-weißen Tuschebilder von „Underground-Artist“ Eike Wedemeyer alias „Sophies Henker“ zu begutachten.

Die Erläuterung seines Künstlernamens ist nur eine von vielen Anekdoten an diesem Abend gewesen. Denn, dieser ist eine Anspielung auf das Morgenstern-Gedicht „Galgenbruders Lied“. Grund Nummer zwei, laut Wedemeyer: „Ich habe in jungen Jahren unter diesem Namen in einer Band gespielt.“ Gut fand er ihn damals nicht, „doch man muss das dann einfach durchziehen“.

Herzlich lachten Scheeßels Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele und Künstler Eike Wedemeyer bei der Vernissage.

Seine Ausstellung „Aufgewachsen in der Wiederholung“ ist vor allem von den großflächigen Tuschezeichnung-Bildern geprägt. Dazu geben „Feder und Pinsel auf Papier“, Linoldrucke und die Schablonenkunst einen Kontrast. Bekannte Charakterköpfe sind die Lieblingsmotive für Wedemeyers Porträts, und so sind neben Politikern wie Willy Brandt, Abraham Lincoln und Wladimir Putin, Dichter und Denker sowie bekannte Musiker wie David Bowie, und Schauspieler von John Wayne bis hin zu Bud Spencer zu sehen. Gekonnt wirft Wedemeyer Konterfeis auf das Papier und legt dabei den Fokus auf den intensiven Blick der Prominenz. Es sieht aus, als habe der Künstler einen besonders lebendigen Moment des Ausdrucks eingefangen.

Nicht umsonst bezeichnet er sich selbst als Lo-Fi-Artist. „Low Fidelity“ bezeichnet die Zeichenart, möglichst einfach und mit wenigen Mitteln zu arbeiten. „Ich finde, die Bilder sehen nach viel Arbeit und alles andere als einfach aus“, sagte Dittmer-Scheele. Wedemeyer dazu: „Ich bin Feierabendmaler. Alles muss sehr schnell gehen.“ Gezeichnet wird nämlich auf dem Küchentisch, aber erst wenn die Kinder im Bett sind, erklärt er seinen Besuchern.

Die Werke, eine Auswahl aus den Jahren 2014 bis 2016, würden „Leben und Bewegung ins Rathaus bringen“, so die Gemeindechefin. Fraglich sei nur, weshalb ausgerechnet das Bild von Schauspieler Horst Tappert, Oberinspektor Derrick aus der gleichnamigen TV-Krimiserie, im Treppenhaus hänge und somit kurz vor Dittmer-Scheeles Büro. „Will er mich erschießen, oder warum setzt er mir die Pistole auf die Brust?“, scherzte Scheele in die Runde. Unter dem Motiv steht der wohl berühmtesten Satz der Serie: „Harry hol’ schon mal den Wagen!“. Die zweite Interpretation der Bürgermeisterin: „Sollte ich einen neuen Mitarbeiter einstellen, der Harry heißt?“

Gemeinsam mit den Besuchern lachten Wedemeyer und die Bürgermeisterin herzlich. Für Musik sorgte an diesem Abend Gitarrist Uli Meyer, der den Künstler stets zu seinen Ausstellungen begleitet. Die Bilder sind bis zum 30. September zu den regulären Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.

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