Neuer Standort wird diskutiert

Wochenmarkt: „Verlegung nur aus triftigen Gründen“

+
Zu eng, zu klein – oder familiär und gemütlich? Die Besucher des Scheeßeler Wochenmarkts in der Straße „An Miesners Hof” sind geteilter Meinung.

Scheeßel - Im Rathaus ist es längst ein Thema, ebenso in einigen Scheeßel-Gruppen im sozialen Netzwerk „Facebook“: die Verlegung des Wochenmarkts von „An Miesners Hof“ auf den Untervogtplatz. Was aber sagen diejenigen, die es primär angeht? Wir haben uns bei Kunden und Marktbeschickern umgehört.

Der Tenor fiel eindeutig aus: Die Beschicker stehen dem Vorhaben mit großer Mehrheit deutlich kritisch gegenüber, und auch die meisten Besucher sind ganz zufrieden mit dem derzeitigen Standort.

Allerdings signalisierten einige Kunden auch Offenheit für Neues: Sie könnten sich durchaus einen neuen Standort vorstellen, fragen sich allerdings nach den Vorteilen der Umstrukturierung. Fast alle begrüßten die Tatsache, dass ein kleiner Ort wie Scheeßel überhaupt einen Markt hat und zogen das Fazit: „Hauptsache, die Marktbeschicker fühlen sich hier wohl und bleiben uns erhalten!“ Hier einige Stimmen im Einzelnen:

Antje Meiborg-Bessim Saleh, Scheeßel: Wer ist denn auf die Idee gekommen, den Markt verlegen zu wollen? Ich habe nichts dagegen, etwas Neues auszuprobieren, aber dann müsste es auch triftige Gründe dafür geben. In diesem konkreten Fall sind mir die Vorteile nicht klar. Für eine Verlegung scheint mir der Markt nicht groß genug – falls er auf den Untervogtplatz umzieht, müsste er sich auch entsprechend vergrößern.

Thorsten Witte, Scheeßel: Im Zuge der Neugestaltung des Ortskerns wäre es nur konsequent, den Platz auch zu beleben. Aber wenn er hierbleibt, wäre es auch nicht schlimm. Ich würde an beiden Standorten einkaufen. Am wichtigsten ist doch, wie die Marktbeschicker dazu stehen.

Kathrin Cespedes, Scheeßel: Es wird Zeit, dass der Markt da wegkommt! Auf dem Untervogtplatz kann man sich hinsetzen, das ist ein Platz der Kommunikation. Wenn man jetzt stehen bleibt, weil man Leute trifft – und das ist fast immer der Fall –, dann ist man immer im Weg. Auch mit den Parkplätzen ist es hier schlecht bestellt. Das wäre drüben einfacher.

Udo Grenz-Gieseke, Westeresch: Ich habe mich an den Standort des Marktes gewöhnt. Die Atmosphäre der engen Gasse – das finde ich ganz gemütlich. Aber eigentlich ist es mir ziemlich egal, ich würde auch kommen, wenn der Markt auf dem Untervogtplatz wäre. Hauptsache, Scheeßel hat überhaupt einen Wochenmarkt. Inken Christochowitz, Scheeßel: Verlegung? Nein, auf keinen Fall! Mir gefällt es ausgesprochen gut hier. Ich bin früh hier, da gibt es kein Parkplatzproblem. Auf dem Untervogtplatz wäre das vermutlich schlechter. Und mehr Beschicker würde der neue Standort vermutlich eh nicht anziehen.

Brigitte Bröhnan vom Obsthof Bröhnan, Estebrügge: Der Scheeßeler Markt ist klein, kompakt, gemütlich; und gleich nebenan gibt es Frühstück. Wir sind am gegenwärtigen Standort sehr zufrieden, und das seit 33 Jahren. Eine Zeit lang gab es mal eine Baustelle – da sind viele Kunden weggeblieben. Es hat lange gedauert, bis sich das wieder eingespielt hat. Das Risiko würden wir nicht noch einmal eingehen wollen.

Heinz Wahlers, Scheeßel: Für uns ist die Lage hier besser, weil wir so dichter dran wohnen. Vielleicht ist es hier ein bisschen eng für die vielen Menschen, aber für uns ist es ideal. Das hat bestimmt auch mit Gewohnheit zu tun.

Susanne Schenck-Nekarda, Jeersdorf: Auch, wenn ich mich bei den Bestellern unbeliebt mache: Ich habe nie verstanden, warum der Markt überhaupt hier abgehalten wird. Das Argument, dass hier die Geschäfte vom Markt profitieren, zählt für mich nicht – drüben würden noch viel mehr Geschäfte profitieren. Und es wäre fair, wenn auch mal andere dran sind.

Klaus Düver, Hobbyimker aus Worth: Wir wollen hierbleiben – zentral an einem Punkt. Der neue Platz ist schon deshalb nicht geeignet, weil er nicht geschützt und deshalb zugig ist. Außerdem wissen wir nicht, ob wir dort so stehen können, wie wir wollen. Nicht, dass nachher nur für einen Teil von uns Platz ist. Außerdem muss man gut rauf- und runterfahren können, das ist momentan gewährleistet. Ein weiterer Vorteil hier: Wer mit dem Auto kommt, muss keine viel befahrene Straße überqueren.

hey

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Kerry: USA können Klimaziele einhalten - auch ohne Trump

Kerry: USA können Klimaziele einhalten - auch ohne Trump

Explosion in Österreich behindert Südeuropas Gasversorgung

Explosion in Österreich behindert Südeuropas Gasversorgung

Das sind die Luxusautos der Fußball-Stars

Das sind die Luxusautos der Fußball-Stars

Das Abschlusstraining am Dienstag

Das Abschlusstraining am Dienstag

Meistgelesene Artikel

Brockeler wollen Pläne verhindern: Kampf gegen den Funkturm

Brockeler wollen Pläne verhindern: Kampf gegen den Funkturm

DRK-Sottrum: Ein Vollblut-Ehrenamtler tritt kürzer

DRK-Sottrum: Ein Vollblut-Ehrenamtler tritt kürzer

Kirchenvorstandsteam in Ahausen sucht Kandidaten für neue Amtszeit

Kirchenvorstandsteam in Ahausen sucht Kandidaten für neue Amtszeit

Tiertransporter kippt in Graben

Tiertransporter kippt in Graben

Kommentare