Spielzeugspende „verstaubt“ im Ordnungsamt

Das vergessene Auto

Das Feuerwehrauto vor der Nase: Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele gestand einige Versäumnisse ein. - Foto: Warnecke

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Ernst Friesecke meint es gut mit Flüchtlingskindern. Warum nicht ein Spielzeug-Feuerwehrauto an diejenigen spenden, die daran sicher eine Freude haben werden, dachte sich der Büschelskamper. Im Glauben, das Auto der Marke Lego – Kaufpreis 25 Euro - Von Lars Warnecke. würde schon einen neuen Besitzer finden, übergab er es bereits vor gut einem Jahr der Bürgermeisterin. Ein Irrglaube, wie der fraktionslose Einzelratsherr nun bei einem erneuten Besuch im Rathaus feststellen musste.

Sein Vertrauen in die Verwaltung sei tief erschüttert, redete sich Friesecke am Donnerstagabend in der Sitzung des Gemeinderates den Frust von der Seele. „Für mich war es selbstverständlich, dass die Zweckbestimmung erfüllt war und meine Sachspende Berücksichtigung finden würde“, erklärte der streitbare Politiker. Dass diese allerdings nach derart langer Zeit immer noch im Rathaus ein Schattendasein fristet – nämlich auf dem Büroschrank des Ordnungsamtsleiters – empfinde er als „unerhört“.

„Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass Spenden, die der Gemeinde übergeben werden und vom Rat abgesegnet werden müssen, in irgendeiner Weise nicht ordnungsmäßig behandelt werden.“ Zumindest habe sich nach der überraschenden Wiederentdeckung ihm die Frage gestellt: „Wie verwendet die Gemeinde eigentlich alle eingegangenen Spenden?“

Die Verwaltungschefin in Erklärungsnot: „Wohl wahr hätte es nicht so lange dauern müssen, bis wir eine Verwendung finden“, räumte Käthe Dittmer-Scheele ein. „Ich möchte um Verständnis bitten, wenn in einer arbeitsreichen Zeit, in der wir wöchentlich zehn Flüchtlinge aufzunehmen hatten und immer wieder neuen Wohnraum suchen mussten, diese Spende schlichtweg in Vergessenheit geraten ist.“ Da sie selbst das Spielzeugauto von Friesecke in Empfang genommen hatte, um es danach ihrem Ordnungsamtsleiter anzuvertrauen – mit der Bitte, er möge es bei Gelegenheit an eine Flüchtlingsfamilie weiterreichen –, nehme sie die Schuld alleine auf ihre Kappe. „Es hätte mir tatsächlich auffallen müssen – da dem nicht so war, kann ich nur um Entschuldigung bitten“, ergriff die CDU-Bürgermeisterin das Wort.

Dass Spenden, wie sie aus Frieseckes Worten gedeutet haben will, möglicherweise mitunter nicht ganz korrekt verwendet werden, diesen Vorwurf weise sie entschieden zurück. „Alle eingehenden Sachspenden und Gelder werden von uns erfasst und dem Verwaltungsausschuss zur Kenntnis gegeben“, beteuerte sie. „Nur bei dem Feuerwehrauto ist es bedauerlicherweise zu einem Versäumnis gekommen.“

Ein glückliches Ende hat die „Feuerwehrauto-Affäre“ dann aber doch noch: So soll das Spielzeug auf Anregung der SPD-Ratsfrau Uta Hoops nun im Café Refugium auf dem Meyerhof viele Kinderherzen höher schlagen lassen.

Für Ernst Friesecke ist der Fall damit aber noch nicht abgeschlossen, wie er am Rande der Sitzung wissen lässt: „Sicher kommen die meisten Spenden an. Ob alle, wissen wir nicht.“ Unter dem Strich hätten ihn die Argumente der Bürgermesiterin nicht überzeugen können. „Irgendwie habe ich noch immer so ein dummes Gefühl.“

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