„Das Amt macht Spaß!“

Verabschiedung von Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele

Ratsvorsitzender Reinhard Frick und  Käthe Dittmer-Scheele
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Als Abschiedsgeschenk überreicht Ratsvorsitzender Reinhard Frick Käthe Dittmer-Scheele eine Halbstammrose für den Garten.

20 Jahre als Hauptverwaltungsbeamtin liegen hinter Käthe Dittmer-Scheele. Sie ist damit die „Langläuferin“ unter ihnen, sagen ihre Kollegen bei ihrer Verabschiedung. Zum Empfang kommen Wegbegleiter und Freunde noch einmal zusammen. 

Wittkopsbostel – Es ist ein besonderer Fahrdienst, der Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) zu ihrer letzten „Amtshandlung“ nach 20 Dienstjahren als Verwaltungschefin der Gemeinde Scheeßel an ihrer Haustür abholt: Sie wird mit einem kleinen Konvoi der 3. Instandsetzungskompanie aus der Von-Düring-Kaserne nach Wittkopsbostel gebracht. Denn dort im Dorfgemeinschaftshaus kommen Freunde und Wegbegleiter zur Verabschiedung der „Frau mit dem Biss“ zusammen, der ihr an diesem Abend mehrfach in Wortbeiträgen in sehr positivem Sinn bescheinigt wird.

Als Überraschung präsentiert die Original Scheeßeler Trachtengruppe zwei Tänze.

Denn durchgebissen hat sich die Verwaltungschefin in der damals wie heute männerlastigen Domäne mehr als einmal. Oft als einzige Frau im Kreis der Hauptverwaltungsbeamten, die neben zu dem Zeitpunkt Noch-Landrat Hermann Luttmann (CDU) gemeinsam mit ihr und vielen weiteren Gästen ihre Dienstzeit Revue passieren lassen. Doch sie zu unterschätzen, „das ist ein Fehler“, sagt ihr Allgemeiner Stellvertreter Stefan Behrens, der mit amüsanten Anekdoten Talent als Alleinunterhalter beweist und unter anderem an den Besuch des damaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff zur 1 200-Jahr-Feier erinnert.

Souverän hatte sich Dittmer-Scheele bereits bei ihrer ersten Wahl 2001 gegen zwei Mitbewerber durchgesetzt, drei Direktwahlen „hast Du deutlich gewonnen“, schiebt Behrens nach, der an „beeindruckende Wegmarken“ erinnert. Besonders hervor heben die Redner ihr Talent die Finanzen betreffend – viele ausgeglichene Haushalte, und Scheeßel war nach Einführung der Doppik mit einer fertigen Eröffnungsbilanz ganz vorn unter den Kommunen. „Du hast ein goldenes Händchen für Fördermittel“, so Behrens über die „Meisterin der Antragsstellung“, und der bisherige Ratsvorsitzende Reinhard Frick erinnert an den Ausspruch „Käthe holt die Knete“.

Eine letzte Rede als Landrat: Hermann Luttmann

Viele Projekte konnten in dieser Zeit in Zusammenarbeit mit dem Rat realisiert werden, „gefühlt habe ich nur Feuerwehrhäuser und Kitas gebaut“, sagt Dittmer-Scheele amüsiert. Da sind natürlich unter anderem die Einweihung des Integrationskindergartens Sperlingsweg sowie Krippe und Kindergarten im Fuhrenkamp. Doch da ist noch mehr: unter anderem der Umbau der Ortsmitte, der Breitbandausbau, die Eröffnung der Tagespflege für ältere Menschen (ein „Herzenswunsch“ der Bürgermeisterin, so Frick), der Beitritt zum HVV, eine Fläche für die Erweiterung des Gewerbegebietes ist nach vielen Jahren nun auch endlich gefunden und nicht zuletzt die Sanierung des Rathauses, noch pünktlich fertiggestellt in ihrer letzten Amtszeit. Für die Verwaltungschefin stand die Gemeinde immer an erster Stelle, lobt auch Luttmann – aber dabei hat sie nie die Zusammenarbeit mit den umliegenden Kommunen aus dem Blick verloren. „Du hast uns immer eine Sache abverlangt: Wir müssen uns austauschen, über die Gemeinde hinaus einen Weg gehen“, erklärt auch Axel Renken stellvertretend für alle Hauptverwaltungsbeamten.

Reinhard Frick lässt die Zeit Revue passieren.

Und nicht zuletzt sind da die vielen Feste und traditionellen Zusammenkünfte, wie das Trachtenfest der Original Scheeßeler Trachtengruppe. Diese präsentierten als Überraschungsgäste zwei Tänze, begleitet von Manfred Küppers am Akkordeon. Und eine weitere musikalische Überraschung erwartete die Gäste: Thorsten Finner singt erstmals auf Deutsch – und erfüllt damit einen Wunsch der Bürgermeisterin.

„Du warst nicht immer pflegeleicht. Aber es ging Dir immer um die Sache“, lobte Frick. „Längst nicht immer waren wir uns einig bei Beratungen. Die Ergebnisse sind dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – sehr vorzeigbar.“ Dass sie streitbar sein kann, gibt Dittmer-Scheele gerne zu. Und sie lobt ihre Vewaltung, die „einen großen Anteil an dem hat, wie sich die Gemeinde entwickelt hat“. Aber eins, das betont sie ganz besonders – vielleicht nicht unwichtig für ihre anwesende Nachfolgerin Ulrike Jungemann: „Das Amt macht Spaß. Es nervt auch manchmal, aber es macht Spaß!“

Stefan Behrens zeigt Talent als Unterhalter.

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