Prügelei beim Halloween-Shopping 2013

Urteil steht und fällt mit Zeugenaussage

Scheeßel/Verden - Von Wiebke Bruns. Haben zwei heute 22 und 25 Jahre alte Angeklagte aus Scheeßel im Oktober 2013 einen heute 32 Jahre alten Mann krankenhausreif geprügelt?

Diese Frage versucht derzeit die 10. Kleine Strafkammer des Landgerichts Verden in einem Berufungsverfahren zu klären. In erster Instanz wurden die Männer von der Jugendrichterin des Amtsgerichts Rotenburg der gefährlichen Körperverletzung schuldig gesprochen.

Der 25-Jährige wurde zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Der 22-Jährige soll 800 Euro zahlen. Je zur Hälfte an den Nebenkläger und die Stiftung Opferhilfe. Beide Angeklagten fechten das Urteil jedoch an. Der 22-Jährige bestreitet die Vorwürfe, und der 25-Jährige macht keine Angaben. Die Staatsanwaltschaft Verden hat ebenfalls Rechtsmittel eingelegt, dieses jedoch auf den Straffolgenausspruch beschränkt. Es geht ihr somit nur um die Strafhöhe.

Alle drei Männer sollen im Anschluss an das Halloween-Shopping in Scheeßel am 26. Oktober 2013 zunächst in einer Kneipe an einem Tisch gesessen haben. Der Nebenkläger wurde verdächtigt, eine Packung Zigaretten eingesteckt zu haben. Dies bestätigte sich nicht, aber es kam draußen zu einer handfesten Auseinandersetzung. 

Die Angeklagten sollen im weiteren Verlauf auf das am Boden liegende Opfer eingetreten haben. Ein weiterer, gesondert verfolgter Mann soll dem 32-Jährigen schließlich eine Flasche auf den Kopf geschlagen haben. Spuren der Kopfverletzung sind noch sichtbar. Eine Fraktur des oberen Sprunggelenks erforderte mehrere Operationen inklusive Krankenhausaufenthalt.

Geschädigter mit Erinnerungslücken

Gegen den 32-Jährigen war ebenfalls wegen einer wechselseitigen Körperverletzung ermittelt, das Verfahren aber eingestellt worden. In dem aktuellen Prozess war der Geschädigte sich nicht sicher, ob er überhaupt mit den Angeklagten zuvor an einem Tisch gesessen hat. Bei der Zuordnung von Tathandlungen orientierte er sich vielmehr an der Kleidung. Die Angeklagten soll die Hauptbelastungszeugin als Täter benannt haben.

Die Frau war als Zeugin für diesen ersten Verhandlungstag geladen, doch während der Sitzung erhielt der Vorsitzende Richter die Information, dass sich deren Ehemann gemeldet habe. Seine Frau sei gerade die Treppe heruntergefallen und könne nicht kommen. Überrascht wirkte der Vorsitzende nicht. Die Frau habe ihm schon im Mai mitgeteilt, dass sie nicht aussagen wolle und dies mit Bedrohungen und Angst vor dem 22-Jährigen begründet. „Sie halte ihn für gefährlich und er gehöre in Untersuchungshaft“, berichtete der Vorsitzende aus dem Telefonat.

„Mit der Zeugin wird das stehen und fallen“, merkte der Staatsanwalt später an. Das Gericht wollte die Frau zu dem Fortsetzungstermin am Donnerstag erneut laden.

Rubriklistenbild: © dpa

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