60 MINUTEN Wandertour Wümme und Vareler Heide

Unterwegs auf dem Nordpfad: Grün in allen Schattierungen

Nordpfad-Schild Wümme und Vareler Heide.
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Immer wieder weisen Schilder einem den richtigen Weg.

Scheeßel/Fintel – Das Wetter lässt am frühen Morgen noch zu wünschen übrig, grau und etwas trist beginnt der Tag. Doch es soll warm werden, also ist es eine gute Idee, früh die Tour auf dem Nordpfad Wümme und Vareler Heide zu starten. Denn auch wenn die Tour Dör’t Moor derzeit in aller Munde ist und bei den Nordpfaden das Gesprächsthema Nummer eins, gibt es noch viele andere schöne Flecken im Landkreis Rotenburg zum Wandern – und die sind wesentlich weniger überlaufen derzeit.

14,4 Kilometer liegen vor uns – oder auch 14,9 Kilometer, wenn man wie in unserem Fall vor lauter Quatschen die richtige Abzweigung verpasst. Das wäre grundsätzlich kein Problem, wenn wir nicht ausgerechnet auf diesem Wald-Wegstück kurz zuvor von einer Horde Mücken überfallen worden wären, gegen die selbst unsere fünf Lagen Autan sich als machtlos erwiesen. Das Büfett ist eröffnet – und genau dort müssen wir nun ein zweites Mal vorbei. Das ist aber zum Glück während des gesamten Wegs unser einziger unerwünschter Besuch.

Aber von vorne: Startpunkt Meyerhof. Durch den Garten des historischen Ensembles geht es über eine Brücke und ein wenig durch und entlang des Beekeortes, durch ein kleines Waldstück, am Steilufer der Wümme entlang, über Wurzelwerk – hier sollte der geneigte Wanderer nicht unachtsam werden. Am Freibad und dem Campingplatz vorbei, auf dem wieder reger Betrieb herrscht. So früh am Morgen sitzen die meisten noch gemütlich auf ihren Campingstühlen beim Frühstück.

Auf dem Nordpfad Wümme und Vareler Heide bieten sich dem Wanderer hinter jeder Ecke neue Bilder, im Frühling und Sommer an mancher Stelle sogar sehr farbenfrohe.

Bis dahin ist der Weg nicht allzu spektakulär. Besonders wird es erst, als wir die Bundesstraße überqueren – hier ist wieder Vorsicht geboten! – und uns mittendrin in Wald und Wiesen befinden. Denn es wird grün, es leuchtet, in allen Schattierungen, von dunkel bis hell. Den Weg kennen wir schon von einer Wandertour im Herbst. Ihn jetzt nochmal in knalligen, leuchtenden Sommertönen zu sehen, schafft ein ganz anderes Flair und Bild.

Manch ein Anblick lässt einen selbst im Tageslicht etwas gruseln.

Wir kommen an der alten Hofstelle Griemshoop vorbei, ruhig ist es hier. Nur eine Frau fegt in der Einfahrt, sonst ist weit und breit kein Mensch zu sehen. Vögel haben das Kommando, fröhlich zwitschern sie in den Ästen über unseren Köpfen. Langsam wird es wärmer, die Sonne kommt hier und da zwischen den Wolken heraus. Das schafft gute Laune, der Schritt wird leichter, beschwingter. Aber auch ein kurzer Schauder bleibt an einem Feld nicht aus. Am Rand steht eine Vogelscheuche: Ihr Äußeres erinnert an einen drittklassigen Horrorfilm – schnell weitergehen. Selbst im Tageslicht.

Nur wenige andere Wanderer begegnen uns an diesem Vormittag auf den meist schattigen, die Schritte dämpfenden Waldwegen. Es ist ruhig, ein leiser Wind lässt hier und da die Blätter rascheln. Eine Rundbank mit toller Aussicht lädt zu einer Rast ein, bevor wir das letzte Stück durch die Vareler Heide antreten. Auf einem etwas tiefer gelegenen Weg fahren zwei Fahrradfahrer an uns vorbei. Jeder hat ein Lächeln für den anderen übrig.

Ein Baum ragt quer über den Weg.

Wer es ruhiger mag, ist dieser Tage sicherlich mit einem anderen Nordpfad als Dör’t Moor gut bedient. Einen Tag später bin ich einen Teil des Wegs mit dem Fahrrad gefahren – dort war die Hölle los. Keine zehn Meter ohne Menschen, mit Hunden und ohne, mit Kindern und ohne. Zwar tut das gute Wetter sicher sein Übriges, doch wer Ruhe und Erholung sucht, sollte sich zumindest aktuell einen der anderen Nordpfade vornehmen.

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