Untervogtplatz: Bürger sollen Unmut in der Ratssitzung zum Ausdruck bringen

Verhärtete Fronten

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Die Gemeinde Scheeßel möchte den Untervogtplatz umgestalten.

Scheeßel - Von Inken Quebe. Der Untervogtplatz in Scheeßel bleibt ein Streitthema. Nachdem Gasthaus-Götze-Betreiber Bernd Braumüller seinem Ärger schon beim letzten Stammtisch des Scheeßeler Gewerbe- und Verkehrsvereins (GVS) Luft gemacht hatte, hat er nun zusammen mit seiner Frau Susanne Jürgens einen offenen Brief an die Scheeßeler geschrieben.

Eigentlich habe man sich vorgenommen, dass Thema „Bäume auf dem Untervogtplatz“ zu beenden. Doch es habe außergewöhnlich viele Rückmeldungen gegeben, heißt es in dem Schreiben. Viele Menschen hätten Unverständnis für die geplante rund 800000 Euro teure Baumaßnahme geäußert, bei der neben den sechs dort stehenden Bäumen ein Teil der Parkplätze weichen soll. Sogenannten Sachzwängen würden sechs Bäume zum Opfer fallen, durch die der Charme des Platzes verloren gehe. „Was nützt Scheeßel ein Kommunikationsplatz vor dem Rathaus, wenn im Rathaus nicht offen mit den Bürgern kommuniziert wird und um einvernehmliche Lösungen gerungen wird?“, fragen Jürgens und Braumüller, die auch Anlieger des Platzes sind.

Auch von Seiten des Naturschutzbundes (Nabu) Rotenburg wird die Maßnahme kritisch beäugt. Es handele sich zwar nicht um wertvolle Bäume, „trotzdem prägen sie diesen Platz“, sagt Roland Meyer, Nabu-Vorsitzender. Und: „Bäume entfalten ihre Qualitäten erst nach vielen Jahren, da sollten sie jetzt nicht gleich gefällt werden“.

Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) hingegen verteidigt die barrierefreie Herrichtung des Untervogtplatzes als letzten Bauabschnitt der Neugestaltung der Kernortmitte Scheeßels. Sie widerspricht, dass das Vorhaben die Gemeinde 800000 Euro koste, denn zwei Drittel der Kosten seien durch Fördergelder von Bund und Land gedeckt, „sodass der Platz für die Gemeinde nur 295333 Euro kosten wird“. Es seien insgesamt 16 Parkplätze vorgesehen, und es sollen unter anderem vier neue Bäume gepflanzt werden.

Auch dem Vorwurf der mangelnden Kommunikation mit Bürgern widerspricht Dittmer-Scheele: „Ob bei der Umgestaltung vorhandene Bäume stehen bleiben sollten, haben die Mitglieder des Kernortausschusses gemeinsam mit dem Fachplaner für jeden einzelnen Baum intensiv im öffentlich tagenden Kernortausschuss am 26. Januar besprochen.“ Letztlich hätten die Nachteile einer Kompromisslinie überwogen – „beispielsweise würden Baumscheiben in den Fußweg ragen“, beschreibt die Bürgermeisterin. Deshalb habe der Fachausschuss auch die ursprüngliche Neugestaltung empfohlen – einschließlich der Baumfällungen. Auch mit Bernd Braumüller und Susanne Jürgens habe der Fachplaner gesprochen, versichert sie.

Um die Gemeinde doch noch von den Plänen abzubringen, sieht das Ehepaar nur eine Möglichkeit: Sie fordern alle Scheeßeler dazu auf, zur Ratssitzung, die am Donnerstag um 19.30 Uhr im Ratssaal beginnt, zu kommen und den „Unmut über diese Fehlplanung zum Ausdruck bringen“.

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