Scheeßeler Gespräche

Nitratbelastung des Grundwassers unter Grenzwert

Reges Interesse bei den Scheeßeler Gesprächen zum Thema Grundwasser. - Foto: Leeske

Scheeßel - Von Henning Leeske. Dass die Nitratbelastung des Trinkwassers in Scheeßel aktuell weit unter dem Grenzwert sei, ist eine wesentliche Erkenntnis aus den Scheeßler Gesprächen der CDU aus dem Beeke-Ort zum Thema Wasser. Der Chef des Wasserversorgungsverbands Rotenburg-Land, Volker Meyer, berichtete über die intensiven Messungen des Verbandes in den drei Wasserschutzgebieten im Landkreis Rotenburg.

In den Schutzgebieten im Norden, Süden und in der Stadt Rotenburg habe der Verband alleine 250 eigene Messstellen. Dort würden die Grenzwerte für Nitrat bei weitem nicht erreicht, aber es werde auch auf andere Substanzen getestet. Dabei habe man zum Beispiel Spuren von Pflanzenschutzmitteln, wie einem Maisherbizid, gefunden. Die Auswirkungen auf das Trinkwasser seien aber noch nicht ausreichend erforscht. „Wir petzen nur und sind nicht die Polizei, wenn wir Verstöße gegen die Düngeverordnung feststellen und an die entsprechenden Stellen weitermelden.“, sagte Meyer.

Außerdem brachte er seine persönliche Ablehnung gegen den Gülletourismus zum Ausdruck. „Die neue Düngeverordnung bildet die Grundlage für eine grundwasserschonende Landwirtschaft und als Trinkwasserverband sehen wir klar unseren Auftrag für die drei Schutzgebiete im Landkreis Rotenburg“, so Meyer weiter. An und für sich habe das Grundwasser ein zu großes Depot an Stickstoff und folglich zu hohe Stickstoffwerte. „Da ist etwas im Kommen“, stellte Meyer fest und mahnte zur genauen Beobachtung.

Ein wichtiges Bindeglied zwischen der Grundwassersicherheit und der Landwirtschaft ist die Landberatung. Daher schilderte Kai Siegel seine Arbeit in jener Einrichtung, die aus dem Wassergroschen aus dem Anfang der 90er Jahre zurückgehe. Die Beratung gehe nach einem festen Schema vor, die mit der Düngeplanung über die Feldbegehung und der Erfolgskontrolle über die Nährstoffbildung bis zu den Informationsveranstaltungen reiche. Auf den Veranstaltungen würden ein Drittel der Landwirte direkt erreicht und über neue Verfahren und Techniken informiert. Denn ein Teil der Landberatung seien auch die Zuschüsse für effizientere Gülletechnik. Überhaupt sei die Effizienz der Kern der Beratung. „Das ist wie Hochleistungssport“, so Siegel. Immerhin würden 50 Prozent der Flächen mit freiwilligen Vereinbarungen besonders grundwasserschonend bearbeitet, wie beispielsweise dem Maishacken anstatt dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Bernd Masthoff berichtete außerdem über die lokalen Besonderheiten durch die Böden in der Rotenburger Rinne. Aus der sogenannten ungesättigten Dränzone, die bei den hiesigen Böden der Hohen Geest sehr groß seien, würde pro Jahr und Hektar 40 Kilogramm ins Grundwasser ausgewaschen. „260 Prozent des Bodenwassers werden jährlich beim Sand ausgewaschen, also 2,6 Mal soviel Wasser fließt durch den Sandboden, wie normal darin enthalten ist“, so der Experte für Böden.

In Marschgebieten sei der Wert nur bei 70 Prozent, wodurch hier eine Oberflächenwasserproblematik bezüglich der Stickstoffbelastung entstünde. „Der tolerierbare Stickstoffüberschuss auf Sand mit 39 Kilogramm pro Hektar wird aktuell also noch eingehalten.“, resümierte Masthoff. Auf Lösböden sei das ganz anders, weil die Toleranz viel geringe sei.

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