Umgestaltung des Dreschplatzes: Ortsrat will sich nicht an Kosten beteiligen

Noch immer kein Frieden

+
Ortsbürgermeister Detlef Steppat und seine Stellvertreterin Pia Schiemann: „Wir fühlen uns ungerecht behandelt.“

Jeersdorf - Von Lars Warnecke. Es kommt selten vor in der Gemeinde Scheeßel, dass ein Ausschuss ein Ortsrat-Votum über den Haufen wirft. Beim Thema Jeersdorfer Dreschplatz ist das jetzt geschehen – und das sehr zum Missfallen von Ortsbürgermeister Detlef Steppat (SPD) und dessen Stellvertreterin Pia Schiemann.

Nein, darauf wollte sich der Finanzausschuss erst gar nicht einlassen: Rund 25000 Euro müssten für die Umgestaltung des Jeersdorfer Dreschplatzes berappt werden. Kosten, die aus Sicht des Ortsrates die Gemeinde aufzubringen habe. Darauf hatte sich das Gremium in nichtöffentlicher Sitzung bereits Mitte November verständigt. „Wir sind der Meinung, dass unser Dreschplatz als Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft mit den DGHs in der Gemeinde gleichzustellen ist“, verteidigt Steppat den vom Ortsrat einstimmig verabschiedeten Antrag. „Wir fühlen uns inzwischen ungerecht behandelt und haben durch Sponsoren im Grunde hier alles selber aufbauen müssen.“ Als Beispiel nennt der Bürgermeister den örtlichen Kindergarten. „Den zu bauen, da hat sich die Scheeßeler Politik damals mit Händen und Füßen gewehrt.“ Oder der Sportplatz: „Alle Sportanlagen sind von der Gemeinde gebaut worden, wir mussten in Jeersdorf kämpfen, dass wir überhaupt bauen durften – und haben dann nur Zuschüsse bekommen.“

Daher sei man nun auch nicht gewillt, das Projekt mit Ortsratsmitteln zu bezuschussen. Für die Finanzpolitiker auf Gemeindeebene eine überraschende Wende, hatte das von der Interessengemeinschaft (IG) Dreschplatz kurz zuvor vorgestellte Konzept noch zum Gegenstand, die Jeersdorfer mögen sich mit 1500 Euro an den Umgestaltungskosten beteiligen. Von einem „Präzedenzfall“ war in der Ausschusssitzung die Rede und davon, dass der Ortsrat und die IG gar nicht an einem Strang ziehen würden. Ferner unterstellte die CDU, dass der Platz keineswegs die Funktion eines Dorfgemeinschaftshauses erfülle, sondern lediglich von den Anwohnern frequentiert werde.

Das, so Ortsratsmitglied Pia Schiemann, sei jedoch nicht der Fall. „Selbst die Scheeßeler kommen zum Boulespielen dahin“, sagt sie und betont nochmals die Notwendigkeit einer Umgestaltung: „Bäume und Büsche sind viel zu groß, das können wir mir unseren normalen Gartenwerkzeugen gar nicht bewerkstelligen. Um das neu zu strukturieren, brauchen wir professionelle Hilfe.“

Dem pflichtet Detlef Steppat bei. „Wir wollen, dass die Gemeinde das baut und auch Zuschüsse, beispielsweise über die Gesundregion, organisiert – alles andere stößt uns sauer auf“, stellt er klar und gibt unumwunden zu, dass selbst der vorgesehene jährliche Zuschuss über 500 Euro, den die Jeersdorfer ab dem dritten Jahr nach Fertigstellung für die Platzpflege mit Ortsratsmitteln aufzubringen hätten, „ein schweres Opfer“ sei. „Für Grünlandpflege im Ort geben wir sowieso schon eine Menge aus“, so der Bürgermeister. Überhaupt, fügt Steppat hinzu, sei man darauf angewiesen, Geld einzusparen, „weil wir das noch für größere Maßnahmen brauchen“.

Der Dreschplatz – ein Dauerthema, das mittlerweile „gehörig an den Nerven zerrt“, wie Steppat sagt. „Ich hoffe, dass die neue Ratsmehrheit doch noch ein Einsehen hat und unseren Antrag durchwinken wird.“ Zuvor wird das Thema jedoch einmal mehr auf der Tagesordnung der nächsten öffentlichen Ortsratssitzung in Jeersdorf Ende Februar stehen – darauf hatte der Finanzausschuss gedrängt.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Trotz Heimpleite: Frankfurt zieht in K.o.-Runde ein

Trotz Heimpleite: Frankfurt zieht in K.o.-Runde ein

US-Sanktionen gegen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2

US-Sanktionen gegen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2

Wir sind die Generation Sandwich, na und?

Wir sind die Generation Sandwich, na und?

Weihnachtsgeschenke gekonnt loswerden

Weihnachtsgeschenke gekonnt loswerden

Meistgelesene Artikel

Lässt sich Wilderei mit Tourismus bekämpfen? Lauenbrückerin forscht in Simbabwe

Lässt sich Wilderei mit Tourismus bekämpfen? Lauenbrückerin forscht in Simbabwe

Milan durchkreuzt Windkraftpläne

Milan durchkreuzt Windkraftpläne

Kommentare