BÜRGERMEISTERWAHL Fast 78 Prozent der Stimmen für die CDU-Kandidatin

Ulrike Jungemann wird neue Bürgermeisterin der Gemeinde Scheeßel

Ulrike Jungemann auf dem Scheeßeler Meyerhof
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Sie ist bereit für den Chefposten im Rathaus: CDU-Kandidatin Ulrike Jungemann wird die neue Bürgermeisterin der Gemeinde Scheeßel.

Es ist entschieden, die Stimmen sind ausgezählt: Ulrike Jungemann ist mit fast 78 Prozent zur neuen Verwaltungschefin der Gemeinde Scheeßel gewählt worden.

Scheeßel – Die Gemeinde Scheeßel hat ab dem 1. November eine neue Bürgermeisterin: CDU- und zugleich einzige Kandidatin Ulrike Jungemann übernimmt den Posten von Käthe Dittmer-Scheele (CDU), der damit in der Hand der Christdemokraten bleibt. Die anderen Parteien konnten oder wollten keinen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken. Die Stimmungslage in der Gemeinde ist eindeutig, 77,78 Prozent der Wähler stimmten mit Ja für die Regionalplanerin, die vom Landkreis Rotenburg in den Beekeort wechselt.

„Mir fällt ein Stein vom Herzen, ich bin sehr erleichtert“, sagte die 49-Jährige nach Bekanntgabe aller ausgezählten Stimmen. Erste Gratulantin war Noch-Amtsinhaberin Dittmer-Scheele, die ihr das Ergebnis mitgeteilt hatte. „Das war eine Teamleistung“, hob Jungemann hervor – die das erreicht hat, was sie sich erhofft hatte: Ihr Wunsch war es, zwischen 75 und 80 Prozent der Wählerstimmen zu holen.

Sie möchte möglichst viele Bürger erreichen und das scheint gelungen, erklärte auch CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Günter Bassen am Abend zufrieden. Geben ihr viele Wähler ihre Stimme, spüre sie den Rückhalt in der Bevölkerung. „Wir haben die richtige Entscheidung getroffen. Wir waren immer überzeugt von ihrer Kompetenz und ihrem Charakter, ihrer Menschlichkeit“, lobt er Jungemann. Er stellt in den Fokus, was Jungemann auch selbst sein will: eine Bürgermeisterin für alle. „Wir wollen es auf jeden Fall fortsetzen, gemeinsam in der Sache zu arbeiten“, so Bassen. Jungemann als Rathauschefin sei dabei „ein großer Mosaikstein“.

Diese hätte sich in den vergangenen Monaten zurücklehnen und den Dingen ihren Lauf lassen können, doch das wäre nicht ihre Art, sagt Jungemann am Nachmittag bei einem Treffen auf dem Meyerhof. Sie wollte sich treu bleiben und das habe sie in ihrem Wahlkampf geschafft. Aufgeregt war sie, auch wenn sie die einzige Kandidatin war: Die Möglichkeit, Nein zu sagen, hatten die Wähler. Genau deswegen hat sie möglichst viele Termine wahrgenommen, sagt sie – um zu zeigen, dass sie da ist. Ein bisschen nervös war sie also vor der Auszählung, auch wenn sie sicher war: Die richtige Aufregung kommt, wenn sie realisiert, dass es wirklich losgeht.

Wahlparty im Scheeßeler Hof

Monatelang war sie unterwegs, hat unter anderem Haustürgespräche geführt, Flyer und Kugelschreiber verteilt, viele Menschen kennengelernt und ihre Wünsche für die Zukunft der Gemeinde aufgenommen. Sie nutzte die freie Zeit dann am Sonntag und ging, nachdem sie ihren Wahlzettel abgegeben hatte, mit ihrer Familie spazieren – auf dem Nordpfad Wümme und Vareler Heide, der hinter dem Meyerhof beginnt. Abends kamen dann alle im Scheeßeler Hof zusammen. Auch weitere Parteien wie die SPD – unter den ersten Gratulanten – hatten sich dort für die Nach-Wahl-Feier eingemietet. „Es ist schön, dass man auf diese Weise zusammenkommt und sich austauschen kann – jeder hat einen harten Wahlkampf hinter sich“, meint Jungemann. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit im Rat und bin sehr gespannt darauf.“

Die Resonanz auf ihre Kandidatur hatte sie schon im Wahlkampf als positiv wahrgenommen. Allerdings sei es auf den Dörfern einfacher gewesen, mehr Menschen bei Vorstellungsrunden zu erreichen. Dennoch konnte sie viele Themen mitnehmen, zum Beispiel Verbesserungswünsche bei der Barrierefreiheit im Straßenbereich. In den Ortschaften geht es vor allem um mehr Wohnbauflächen, generell in der Gemeinde um mehr bezahlbaren Wohnraum – für junge Leute, Studenten, Senioren. Ein großes Thema wird auch die Jugendarbeit – Jugendliche aktiv noch mehr mit einzubeziehen.

Der nächste Schritt ist jetzt erst mal, die Kollegen im Rathaus kennenzulernen. „Ein gutes Team ist wichtig. Sie sollen merken, dass ich ihnen zuhöre.“ Eine Herausforderung wird der Posten, ist sie sicher, eine ganz neue Verwaltung, der sie dann sogar vorsteht. Doch nach 21 Jahren beim Landkreis ist es Zeit für eine Veränderung.

Der Chefposten in Scheeßel bleibt damit in den kommenden Jahren in Frauenhand. „Es ist wichtig, dass sich Frauen in der Politik mehr engagieren und für solche Positionen zur Verfügung stellen“, findet die neue Verwaltungschefin. Bei der Ratsarbeit legt sie Wert auf einen vernünftigen Umgang untereinander. Den hat sie in den Sitzungen, die sie bisher besucht hat, als sehr harmonisch erlebt. „Jeder darf seine Meinung sagen, aber man muss respektvoll miteinander umgehen.“

Übrigens: Die ersten Plakate hat Jungemann abgenommen. Aus den großen Bauzaunplakaten möchte sie Taschen herstellen und sie vielleicht mal für den guten Zweck versteigern.

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