1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Rotenburg
  4. Scheeßel

Ukraine-Unterstützerkreis belebt DRK-Kleiderkammer in Scheeßel

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Ulla Heyne

Kommentare

Durch das Schaufenster der Kleiderkammer kann man schon die Ware angucken.
Durch das Schaufenster der Kleiderkammer kann man schon die Ware angucken. © -

Claudia Schramm belebt die DRK-Kleiderkammer in Scheeßel wieder. Hervorgegangen ist das aus einer Hilfsaktion für Ukraineflüchtlinge.

Scheeßel – Manchmal wird aus einer kleinen Sache etwas Großes. Das hat Claudia Schramm in den vergangenen Wochen festgestellt. Eigentlich habe sie nur einen Ukraine-Transport auf den Weg bringen wollen, erzählt die Vahlderin – mittlerweile sind es drei und ebenso viele „Baustellen“, wie die 51-Jährige fast liebevoll das nennt, was sie derzeit auf Trab hält.

Neben der Beschaffung von Hilfsgütern für weitere Konvois – selbst wird sie Ende des Monats erneut mit Richtung Polen fahren – und dem Kümmern um drei Geflüchtete, die im Zuge des ersten Transports mit nach Deutschland gefahren und für einige Wochen bei ihr untergekommen sind, ist das die DRK-Kleiderkammer.

Viele Stunden Arbeit

Die war seit Anfang der Pandemie geschlossen gewesen – aus Fürsorgepflicht den ehrenamtlichen Helferinnen, zumeist fortgeschrittenen Alters, gegenüber. Als Schramm ein Zwischenlager für die Sachspenden aus der Ukraine gesucht hat, wurde ihr über Kontakte die Garage der Scheeßeler Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes angeboten. Als deren zweite Vorsitzende Astrid Meyer ihr ihr Leid klagte, dass wegen der Überalterung des Teams die Kleiderkammer wohl längerfristig geschlossen bleiben würde, meinte die zweifache Mutter spontan: „Das stell ich neu auf die Beine!“ Und das, obwohl sich ihre Berührungspunkte mit dem DRK bis dato auf regelmäßige Erste-Hilfe-Kurse beschränkt hatten.

Seitdem sind viele Stunden Arbeit ins Land gegangen, nicht nur für das Sortieren der Berge von Sachspenden in „Ukraine-Transport“ und „Kleiderkammer“. Mit insgesamt 30 wechselnden ehrenamtlichen Helfern, „mal waren wir nur zu dritt, mal waren es sogar zehn“, wurde der gesamte Kleidershop am Kreuzberg, wie die Anlaufstelle für alle Bürger ab sofort heißt, renoviert und umgestaltet.

Gut vernetzt

Neue Regale, Ständer, aber auch eine Waschmaschine für abgegebene Kleidung – das alles ist dank Spendern und Sponsoren jetzt vorhanden. Dabei hätten auch die sozialen Medien eine nicht unerhebliche Rolle gespielt: Durch die Ukraine-Hilfsaktionen ist Schramm heute gut vernetzt, ihre Aufrufe, beispielsweise nach Medizinbedarf, Hygieneartikeln, Taschenlampenbatterien oder Powerbanks, wurden zumeist erhört. Zumindest die meisten, denn mittel- und langfristig sucht das momentan nur vierköpfige Team noch Mitstreiter für die regelmäßige Betreuung des Kleidershops.

Ist der Laden in den kommenden Wochen den Geflüchteten aus der Ukraine vorbehalten, die familienweise und nur nach Terminvergabe einmalig mit einer Grundausstattung unterstützt werden, soll die Anlaufstelle für Second-Hand-Kleidung am Kreuzberg ab Mai wieder regelmäßig für alle Interessierten geöffnet werden. Schramm schweben zwei Termine vor, „einmal in der Woche und am Samstag“. Wie sich dies konkret gestalten würde, hänge allerdings davon ab, wie viele Helfer sich fänden.

Mehr Wertschätzung

Umgestaltet wurde auch das Konzept: „In Zukunft werden die Kleidungsstücke nicht mehr säckeweise abgegeben, sondern gegen kleines Geld pro Stück wie auf dem Flohmarkt“. Das sei nicht nur eine Sache der Wertschätzung, sondern soll auch dem Weiterverkauf vorbeugen, wie es ihn in der Vergangenheit bei Markenkleidung zuweilen gegeben habe.

Abgesehen von den noch weiteren erforderlichen Mitstreitern hat Schramm allen Grund, positiv in die Zukunft zu blicken: Die Regale sind gefüllt, „und der Bedarf ist definitiv auch da“. Das nächste Ziel der umtriebigen Vahlderin: die Bekämpfung des Mitgliederschwunds bei der DRK-Ortsgruppe, für die sie unlängst ein Facebook-Konto eingerichtet hat. „Wäre doch gelacht, wenn wir die Mitgliederzahl bis Jahresende nicht von 470 auf mindestens 700 bekommen!“

Astrid Meyer von der DRK-Ortsgruppe freut sich natürlich über die Verjüngung: „Toll, dass sich neue Ehrenamtler gefunden haben, die einen frischen Wind in die Kleiderausgabe bringen, und noch dazu mit so viel Engagement!“

Auch interessant

Kommentare