Weihnachtsgeschäft im Scheeßeler Einzelhandel 

Auf der Überholspur

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Von Kopf bis Fuß auf Weihnachten eingestellt: Kundin Heide Meyer (l.) lässt sich von Irena Tamke (Mitte) und Roswitha Schoon, Verkäuferinnen im Dekogeschäft „Baden Inspiration“ bei der Auswahl von Adventskränzen beraten. 

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Weihnachtsgebäck ab Ende August, Adventskalender im Oktober, Schoko-Nikoläuse gefühlt schon kurz nach Ostern. Es lässt sich der Eindruck gewinnen, Weihnachten beginnt im Einzelhandel meist schon deutlich vor der eigentlichen Adventszeit. Doch ist das wirklich so? Ein Streifzug durch die Scheeßeler Geschäfte bestätigt dieses Gefühl.

Wer zurzeit das Kaufhaus Kolkmann betritt, richtet vielleicht nicht den allerersten, aber mindestens einen der ersten Blicke auf die zahlreichen Lichterketten, die von der Decke hängen. Richtet man die Augen als nächstes auf die ausgestellten Dekoartikel, wähnt man sich in einer hochgradig weihnachtlichen Umgebung. „Das Thema Weihnachten beginnt für uns beim Halloween-Shopping Ende Oktober“, berichtet Inhaber Helge Kolkmann.

Bis zum Buß- und Bettag seien die Dekoelemente, die ihm zufolge immerhin die Hälfte des Weihnachtsumsatzes ausmachen würden, dann sukzessive erweitert worden. Dabei beginne die Nachfrage einzelner Kunden – vor allem nach Beleuchtung – schon viel früher, hat Kolkmann festgestellt. Darauf reagieren will er aber nicht. „Die Mehrheit unserer Klientel wäre in der Regel wohl auch genervt, wenn sie Anfang Oktober schon all die Weihnachtsartikel in den Regalen finden würden.“

Das Motto ist Advent

Anders sieht es in den Scheeßeler Bekleidungs- und Schuhläden aus. Auch das Modehaus Lütjen setzt schon voll auf das Motto Advent, im Schaufenster finden sich entsprechende Motive. „Wir passen unser Angebot zwar an, indem Artikel aus der Winterkollektion in den Fokus gerückt werden, am Sortiment wird aber grundsätzlich nichts geändert“, meint Klaus-Wilhelm Lütjen.

Er spricht von einer allgemeinen Stimmung in den Wochen vor Weihnachten, die extrem auf das Kaufverhalten seiner Kunden abfärben würde. „Gerade im Herrenbereich stellen wir jetzt wieder eine starke Nachfrage nach sogenannter Anlasskleidung fest, beispielsweise für die Firmen-Weihnachtsfeier oder aber für das Fest selbst.“ Doch auch im Geschenkebereich habe Mode gegenwärtig einen hohen Stellwert, „jeder freut sich eben zu Weihnachten über ein neues Sweatshirt oder Hemd“, weiß der Händler, der in Anbetracht der ausgestellten Winterware schon dem Wochenende entgegenfiebert: „Dann soll es auch endlich wieder mit den Temperaturen abwärts gehen.“

Schoko-Nikoläuse seit dem 31. August

Ähnlich sieht es ein paar Hausnummern weiter in der Scheeßeler Schuhmann-Filiale aus. Im Angebot des Schuhgeschäfts findet sich das Thema Weihnachten quasi überhaupt nicht wieder. „Wir verkaufen natürlich die aktuellen Winterkollektionen und wir haben auch Papier mit Weihnachtsmotiven vorrätig“, sagt Verkäuferin Nicole Miltzlaff. Einen solchen Einpackservice brauche man auch, schließlich seien Hausschuhe und Socken, die am Ende unter dem Weihnachtsbaum liegen würden, alle Jahre wieder ein Verkaufsschlager. „Aber auch Taschen und Rucksäcke laufen prima“, ergänzt Kollegin Eike Kischnick.

Weihnachten hat ebenso im Edeka-Markt am Vahlder Weg Einzug gehalten. Der Bereich vor den Kassen ist vollgepackt mit entsprechenden Süßwaren. „Schoko-Nikoläuse verkaufen wir seit dem 31. August, die laufen neben Weihnachtsmischpackungen immer besonders gut“, erzählt Inhaberin Kerstin Lieder. Warum so früh? Lieder zuckt mit den Achseln. „Aussuchen können wir es uns nicht, wir bekommen das so vorgesetzt.“ Sorgen, keinen Schokomann mehr zu bekommen, braucht man sich jedenfalls nicht machen. Gerade ist Lieder damit beschäftigt, die fast leergekauften Regale wieder aufzufüllen.

Getreu der Devise „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ vertreibt das Dekogeschäft „Baden Inspiration“ schon seit Anfang September in seinem Sortiment Weihnachtsdeko. „Der Kunde fragt ja danach“, bringt es Verkäuferin Roswitha Schoon auf den Punkt. Ein Großteil der Artikel sei dabei schon über die Ladentheke gegangen. „Wenn es erstmal da ist, wird es auch gekauft“, hat sie festgestellt. Kollegin Irena Tamke erinnert sich an Zeiten, in denen das Kaufverhalten noch ganz anders gewesen sei. „Damals hat man zumindest noch auf den Totensonntag Rücksicht genommen, aber das ist lange vorbei.“

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