Wechsel an der Spitze

Ehemalige Landtagsabgeordnete Elke Twesten übernimmt Vorsitz beim Heimatverein Scheeßel

Staffelübergabe nach sechs Jahren im Amt: Elke Twesten löst Uwe Wahles an der Spitze des Heimatvereins Scheeßel ab.
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Staffelübergabe nach sechs Jahren im Amt: Elke Twesten löst Uwe Wahlers an der Spitze des Heimatvereins Scheeßel ab.

Scheeßel – Sechs Jahre, beziehungsweise 2 276 Tage hat er die Geschicke des Heimatvereins Scheeßel gelenkt. Gemessen an Christine Behrens, seiner direkten Vorgängerin, eine relativ kurze Zeit. Doch, das fand am Montagabend in der mit rund 70 Versammelten gut besuchten Jahresversammlung der Brauchtumspfleger im Scheeßeler Hof mehr als nur einmal Erwähnung: Uwe Wahlers hat in seiner Amtszeit als Vorsitzender zum Wohle des aktuell 421 Mitglieder zählenden Vereins geliefert – und das in jeder Hinsicht. Da könnte man auch von großen Fußstapfen sprechen. In die hineinzutreten, nachdem der 70-Jährige den Posten aus freien Stücken zur Verfügung gestellt hat, traut sich mit Elke Twesten wieder eine Frau. Oder, wie die frühere Landtagsabgeordnete und Kommunalpolitikern sich bei ihrer Antrittsrede selbst bezeichnete: eine „echte Scheeßeler Deern“.

Mitbewerber gab es bei der Wahl um den neuen Vorsitz keine. Und so schenkte ihr eine große Mehrheit der Mitglieder am Ende eines langen Abends, der unter anderem von Wahlen, Ehrungen, Abteilungsberichten und natürlich von warmen, an den scheidenden Vorsitzenden gerichteten Dankesworten nebst musikalischen Ständchen geprägt war, das Vertrauen.

Twesten, Jahrgang 1963, machte deutlich, dass in der Vergangenheit zahlreiche engagierte Menschen über Generationen hinweg schon viel für den Verein erreicht hätten – nun gelte es, das Erreichte weiterzuentwickeln, sich den aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen zu stellen, und zwar „mit Augenmaß und Weitblick“, wie sie erklärte. „Als Vorsitzende möchte ich mit einem jetzt schon gut aufgestellten und miteinander eingespielten Team dafür sorgen, unseren Heimatverein, das Heimathaus, den Meyerhof, das Weben und den Blaudruck bei allen Scheeßelerinnen und Scheeßelern und darüber hinaus bekannt zu machen.“ Man wolle und müsse neue Mitglieder gewinnen und ja, man müsse sich auch verjüngen, müsse neue Möglichkeiten für Veranstaltungskooperationen schaffen, um Gemeinsamkeiten und jeweils besondere Stärken für Scheeßel im Sinne der Heimatpflege, wie sie in der Vereinssatzung verankert sei, weiterzuentwickeln. „Dafür bin ich gut vernetzt, bin vielseitig interessiert und kann viele meiner Kontakte, die ich in meiner politischen Zeit entwickelt habe, für den Verein nutzen.“

Was ihre eigene Vita betrifft, hätten sich im Laufe der letzten vier Jahre neue Schwerpunkte in ihrem Umfeld herausgebildet. Der Stellenwert von Landes- und Kommunalpolitik sei für sie ein anderer geworden. Beruflich arbeitet Twesten, die von den Grünen zur CDU gewechselt war, inzwischen als Diplom-Finanzwirtin in der Generalzolldirektion in Hamburg, ist seit 2019 zudem Vorsitzende des Scheeßeler VDK-Ortsverbandes. Was ihre bereits angekündigte Wiederkandidatur für den im September neu zu wählenden Kreistag betrifft, wolle sie nun, um einen Interessenkonflikt mit den Zielen des Heimatvereins zu vermeiden, nicht mehr antreten.

Stolze Jubilare: Erika und Gerald Lilie, (v.l.) sowie Irmgard Gerken-Witte halten dem Verein seit 25 Jahren die Treue. Dafür wurden sie von Museumsleiter Nils Meyer (r.) und dem scheidenden Vorsitzenden mit Präsenten bedacht.

Eines ist klar: Elke Twesten wird sich an dem Werk ihres Vorgängers, der am Montag prompt zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde, messen lassen müssen. Der ehemalige Rektor der Grundschule Scheeßel, in dessen Amtszeit unter anderem die Aufnahme des Blaudrucks in die Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit gefallen war, wie auch die Einrichtung einer Blaudruckdauerausstellung auf dem Meyerhof, der Bau eines Bürogebäudes, die Einstellung des hauptamtlichen Museumsleiters Nils Meyer oder die Wiederbelebung des Kunstgewerbehauses als Ausstellungszentrum, betonte, wie schnell doch die Zeit verflogen sei. „Das wichtigste ist wohl in diesen Jahren, dass wir zu einem großen Team mit vielen starken Händen und Köpfen zusammengefunden haben, das den Heimatverein, insbesondere aber auch das Heimatmuseum zu einer in die Zeit passenden Institution weiterentwickelt hat – für diese großartige Unterstützung möchte ich allen danken.“ Bei derart zahlreich engagierten Mitgliedern sei ihm um die Zukunft des Vereins jedenfalls nicht bange.

Vor Lobeshymnen konnte sich der scheidende Vorsitzende an diesem Abend erwartungsgemäß kaum „retten“. Klaus Buchhaupt vom Vorstand beispielsweise attestierte ihm diplomatisches Geschick, Fingerspitzengefühl, Geduld und Beharrlichkeit – Eigenschaften, durch die sich alle Vereinsmitglieder in die diversen Projekte stets eingebunden und gewürdigt gefühlt hätten. Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) hob derweil die Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und dem Heimatverein hervor, die sich nicht zuletzt durch Wahlers „sehr gut entwickelt“ habe. „Du hast immer den Blick nach vorne gehabt.“ Wer möchte ihr da widersprechen?

Ehrungen und Wahlen beim Heimatverein Scheeßel

Bei den Wahlen zum Vorstand gab es in der Versammlung folgende Ergebnisse: Klaus Buchhaupt bleibt im Amt des stellvertretenden Vorsitzenden, für den Posten des zweiten stellvertretenden Vorsitzenden rückt Hartmut Berning für Rainer Schild nach. Schatzmeister bleibt Klaus Sinnhuber-Fleischer, ebenso ist Kai Sinnhuber-Fleischer zum Schriftführer wiederernannt worden. Bestätigt im erweiterten Vorstand wurden zudem Martina Patschull-Vellguth (stellvertretende Schatzmeisterin) und Peggy Miesner (stellvertretende Schriftführerin). Die Beisitzer wurden allesamt en bloc gewählt. Namentlich handelt es sich um Herbert Schlobohm, Angelika Finke, Birgit Ricke, Rolf Scheidig, Hans Brauns und Iris Werner. Eine Ehrung für 50 Jahre Mitgliedschaft im Heimatverein Scheeßel erfuhr Günther Vajen. 25 Jahre dem Verein die Treue halten Irmgard Gerken-Witte, Wolfgang Witte, Erika und Gerald Lilie und Astrid Schneider-Kaschke. Für seine besonderen Verdienste wurde Wilfried Ruschmeyer zum Ehrenmitglied ernannt.

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