Jugendliche diskutieren im „Europa Café“

Zwölftklässler der Eichenschule beschäftigen sich mit Europa - und Plastikmüll

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Mit Diskussionen in Kleingruppen, Präsentation der Ergebnisse auf Tafeln und Plakaten sowie einer Präsentation versuchte Christian Wapenhensch (hinten) die Schüler für das Thema Europa zu sensibilisieren.

Scheeßel - Was ist mit dem Plastikmüll? Braucht Europa eine gemeinsame Außenpolitik? Und wie lässt sich der Frieden sichern? Anstatt Mathe oder Physik zu büffeln, dachten die Zwölftklässler der Eichenschule an ihrem ersten Schultag in größeren Dimensionen. Zum jährlichen „Methodentag“ hatte Politiklehrerin Petra Hoppenstedt persönliche Kontakte spielen lassen und die rund 100 Jugendlichen zum „Europa Café“ geladen.

Brause statt Büffeln, an den Achtertischen im Oberstufenraum sitzen die Teilnehmer und fächern sich mit dem Infomaterial mit gelben Sternen auf blauem Grund Luft zu. Der erste Eindruck täuscht: Hier geht es nicht um einen Austausch nach den Ferien, sondern darum, Anregungen und Verbesserungsvorschläge für die europäische Politik zu entwickeln. 

Die Referenten von „europe direct lüneburg“, die für das Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg die drei Diskussionsrunden an diesem Vormittag leiten, wollen für das Thema sensibilisieren, gerade vor den Europawahlen. Im fünften Jahr besuchen Vertreter wie Martina Faltin und Christian Wapenhensch vor allem Gymnasien, aber auch Berufs- und Oberschulen. 

Die Etablierung des Formats in Volkshochschulen habe dagegen nicht funktioniert: „Es ist schwierig, Normalbürger für das Thema zu begeistern“, so Faltin. Schulen seien dankbarer – und schließlich geht es nicht zuletzt auch um die Mobilisierung von Erstwählern.

Die Oberstufenschüler schicken ihre Anregungen nach Brüssel

Das Format kommt an. Die Schüler diskutieren aktiv, setzen eigene Schwerpunkte. Zum Schluss wird abgestimmt: Welche konkreten Anregungen – nicht nur zu Problemen, derer sich die EU annehmen sollte, sondern auch Vorschläge zu ihrer Umsetzung –, sollen Faltin und Wapenhensch an die sieben Abgeordneten im Europäischen Parlament weiterleiten? 

Ganz oben auf der Liste der Schüler: die Umwelt. Damit liegen sie im Trend: „Der Umgang mit den natürlichen Ressourcen ist genauso eine der Prioritäten wie die Thematik der Geflüchteten, Frieden und ein einheitliches Europa“, weiß Wapenhensch aus Erfahrung. Aber auch andere Themen kämen immer mal wieder aufs Tapet, wie zum Beispiel Landwirtschaft oder Nachhaltigkeit. „Das hängt stark von der persönlichen Betroffenheit der Diskussionsteilnehmer ab“, weiß Faltin.

Lehrerin Hoppenstedt begrüßt den etwas anderen Unterricht: „Als Europaschule liegt uns das Thema sehr am Herzen, deshalb ist es wichtig, dass Schulen mit ihren Anregungen Gehör finden.“ Das sehen auch viele Schüler so. Leon Albrecht findet: „Europa ist schon ein wichtiges Thema“ und hat die Europawahl als festen Termin auf dem Zettel. 

Wie viel die Aktion bringt, darüber sind die Jugendlichen uneins

Tischnachbar Mika Scharf findet es gut, „dass wir hier unsere eigene Meinung einbringen können“. Lucy Gerke dagegen ist eher skeptisch: „Ich weiß nicht, was das bringen soll – wir haben schon so oft in der Schule über das Thema geredet.“ Sonja Posdziech ist optimistischer: „Zumindest hat man dann den Versuch gemacht, gehört zu werden.“

Sie alle können gespannt sein: Die dringlichsten Forderungen der Schüler kommen bei den sieben Abgeordneten des Europäischen Parlaments auf den Tisch, ihre Antworten werden an die Eichenschule weitergeleitet. „Die Rückmeldungsquote liegt erfahrungsgemäß bei zwei bis drei Antworten“, so Martina Faltin. 

hey

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