Geflüchteter aus Scheeßel vor Gericht

Tumulte vor dem Gerichtssaal

Verden - Im Verdener Landgericht ist am Dienstag der wegen Mordes angeklagte 42 Jahre alte Mann aus Scheeßel von seinen Söhnen angegriffen worden. Der mit seiner Frau und sieben Kindern aus dem Irak geflüchtete Angeklagte hat bereits gestanden, im März seine Frau mit einem Messer getötet zu haben.

Als der Mann in Hand- und Fußschellen in den Saal geführt wurde, warteten davor vier als Zeugen geladene Söhne. Sie sprangen auf. Der Vater soll bespuckt und geschlagen worden sein. 

Vater hatte Zweifel an seiner Vaterschaft geäußert

Sofort griffen die Justizbeamten ein. Ebenso die Verteidigerin Sandra Beuke und die Erste Staatsanwältin Annette Marquardt. Der Angeklagte wurde in den Saal geschoben. Eine Justizbeamtin stürzte – aber niemand wurde verletzt. Der Angeklagte saß schließlich auf der Anklagebank und weinte. Er erkundigte sich, ob das Konsequenzen für seine Jungs habe. Hat es nicht. Sie entschuldigten sich auch bei den Justizbeamten. Schwierig gestaltete sich mitunter die anschließende Befragung. Ein Problem bei der Befragung war die Aussageentwicklung. „In den ersten Vernehmungen haben sich die Zeugen sehr positiv über den Angeklagten geäußert. Bei der zweiten Vernehmung war das ganz anders. Der Angeklagte wird als Hund bezeichnet. In dem Kulturkreis ein unreines Tier“, erklärte Richter Volker Stronczyk.

Zunächst wurde der älteste Sohn – er ist 24 – gehört. Er berichtete von Gewalt gegenüber der Mutter und konnte nicht bestätigen, dass die Mutter dem Vater irgendein Mittel verabreicht habe und schwarze Magie betrieben hat. Zweifel an der Vaterschaft seiner Kinder habe er schon im Irak geäußert. Um ihn zu beruhigen, habe die Familie DNA-Tests machen wollen. „Meine Mutter ist eine sehr gute Mutter gewesen. Sie hat ihre Kinder und ihre Familie geliebt und sich für uns aufgeopfert“, so der 24-Jährige. „Aber er war nicht gut“, sagte der Sohn über den Vater. wb

Rubriklistenbild: © dpa

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