„Totaler Wahnsinn“

Scheeßeler Grünen-Ortsverband sieht geplante Baumfällung im großen Stil kritisch

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Arthur Lempert vor der Baumreihe an der L 130. Die Grünen wollen die Eichen weitestgehend erhalten wissen.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. „Dieses Projekt ist völlig überzogen und für uns so nicht vertretbar!“, macht Arthur Lempert seinem Ärger Luft. Was der Sprecher des Scheeßeler Grünen-Ortsverbandes meint: Sollte im Zuge des Kreuzungsausbaus im Bereich L 130, Vareler Weg und Fuhrenkamp die in das Neubaugebiet weisende Abbiegespur tatsächlich realisiert werden, müssten zwischen 40 und 60 Bäume gefällt werden.

Dass der verkehrliche Knotenpunkt im Zuge der hinzugewonnenen Bevölkerungsdichte am Ortsrand eine Umgestaltung erfährt, mit Vollsignalisierung statt der vorhandenen Bedarfsampel und Piktogrammen für die Radfahrer, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Auch ein Lärmschutzwall sowie zwei Linksabbiegespuren auf der Landesstraße sind laut Verkehrsplaner vorgesehen – genau Letztere aber erachten die Grünen als völlig überflüssig, aus ökonomischer wie aus ökologischer Sicht. „So ein hohes Verkehrsaufkommen haben wir hier ja nun auch wieder nicht“, meint Lempert, zugleich Mitglied der Gemeinderatsfraktion, und beruft sich auf eine verkehrstechnische Untersuchung. Die habe seiner Auskunft nach eine mittlere Wartezeit beim Abbiegen zwischen zehn und 20 Sekunden zutage gebracht hat – bei einer Spitzenbelastung frühmorgens (7 bis 8 Uhr) und am späten Nachmittag (16.15 bis 17.15 Uhr). „Es werden am Ende ja auch nicht 5 000 Menschen im Baugebiet wohnen“, macht der Sotheler deutlich.

Als „totalen Wahnsinn“ bezeichnet Lempert den vom Planer empfohlenen Kahlschlag der zum Baugebiet hingewandten Eichen zwischen Kreuzungsbereich und dem Feuerwehrkreisel. „Dass dann fast alle Bäume an der Straße weg sind, würde das Gesamtbild nur negativ verändern.“

Auf eine Fällung im großen Stil wird es aber hinauslaufen, wie es auf Nachfrage im Rathaus heißt. „Dass es leider notwendig ist, die Bäume zu beseitigen und dafür Ersatzpflanzungen zu machen, hat der Rat nach intensiver Vorbereitung und Beratung ja schon anerkannt“, schafft Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) Fakten. „Mit uns aber nicht, das haben wir als einzige Fraktion so auch schon im Gemeinderat kundgetan“, sagt Arthur Lempert. Dass der Planer zu keinem Zeitpunkt einen kostengünstigeren Alternativvorschlag zu der mit rund 500 000 Euro veranschlagten Maßnahme gemacht habe, sei seinen Worten nach „irgendwie ja auch verständlich, streicht dieser doch zehn Prozent Gewinn der Planungssumme ein“.

Dabei würde aus Sicht der Grünen schon eine augenscheinlich simple Maßnahme zur Verkehrsberuhigung im Kreuzungsbereich führen: „Bisher liegt das Baugebiet ja außerhalb des Kernortes, würde man das Ortsschild einfach bis zur Brücke Richtung Helvesiek versetzen, müsste hier Tempo-50 gefahren werden.“ Ebenfalls schweben ihm und seinen Mitstreitern eine Verbreiterung des Fuß- und Radweges auf der zum Autohaus Holst zugewandten Seite nebst einer besseren Straßenausleuchtung vor.

2019 soll der Ausbau der Kreuzung in Angriff genommen werden.

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