Neue Ausstellung präsentiert die Hospizarbeit in der Region

„Tod ist unbequem“

Hermann Koopmann (v.l.), Sylvia Michaelis-Behrens, Elsbeth Bonath, Almuth Baack Bione und Gerhard Eimer vom Hospizverein freuen sich mit Sparkassendirektor Jürgen Lange über die Präsentation ihrer Arbeit an exponierter Stelle.

Scheeßel – Die bunten Stellwände in der Sparkasse Scheeßel sind bestückt mit von Kinderhand bemalten Fußstapfen, mit Fotos von spielenden Kindern, mit den Porträts Erwachsener, die zuversichtlich in die Kamera blicken. Das Thema Tod vermuten wohl zunächst die wenigsten, bevor sie nicht die erklärenden Texte gelesen haben. Genau darum geht es dem Verein Hospizarbeit in der Region Rotenburg: Den Tod mitten ins Leben zu rücken, die Arbeit des Vereins zu präsentieren – und auch gegen neue Mitglieder hätten Vorstand Gerhard Eimer und seine rund 45 Mitstreiter bei der ehrenamtlichen Hospizarbeit nichts einzuwenden.

Für Sparkassenvorstand Jürgen Lange ist keine Frage, dass Sterben zum Leben gehört. „Es wird im Alltag gern ausgeblendet – Sie tun das nicht!“, bringt er seine Bewunderung für die Arbeit der rund 45 ehrenamtlichen Helfer zum Ausdruck. Es sei wichtig, über das Thema zu sprechen – genau dort setzt die Ausstellung an, die in Wort und Bild die Tätigkeiten des Vereins vorstellt, vom Sommerfest der Kindertrauergruppe über die ambulante Kinderhospizarbeit bis zur Vorstellung einiger Ehrenamtlicher.

Ins Detail braucht er bei der Vorstellung des Vereins nicht zu gehen, „fast alle hier sind ja Insider“. Vielmehr möchte er das Augenmerk auf einen der neuen Schwerpunkte neben der palliativen ambulanten Begleitung richten, nämlich die Trauerarbeit Hinterbliebener, vor allem von Kindern und Jugendlichen. In Gruppen für Angehörige und Kinder und Jugendliche von vier bis 15 geht es darum, „dass die Resignation der Trauernden in Perspektiven umgewandelt wird“, so Eimer.

Die Konfrontation mit dem Tod, die Auseinandersetzung mit Abschied und Verlust, die zum späteren Leben dazugehöre, treffe Kinder, die ein Eltern-, Großelternteil oder Geschwisterkind verlieren, oft unvermittelt. Almuth Baak Bione, die die Trauergruppen in Teilzeit koordiniert, erklärt einige der Rituale in den Gruppen: Das Gestalten des Fußabdrucks zur Erinnerung, wie Vater oder Mutter mit dem Kind gemeinsam durchs Leben gingen, Spiele, in denen die Trauer verbalisiert wird, wo es aber auch mal fröhlich zugeht – „das ist Zuhause nicht immer möglich.“ Die Bilder, besonders die Porträts der Ehrenamtler, strahlen das aus, was dem Verein am Herzen liegt: Perspektiven zu vermitteln, Zuversicht auszustrahlen. Es lohnt sich, auch die Texte und Bilder hinter dem großen Traumfänger in Augenschein zu nehmen. In den nächsten vier Wochen ist dazu Zeit, bevor die Ausstellung auch in anderen Orten gezeigt werden soll.    hey

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