„Time-to-talk“-Abend im Scheeßeler Hof / Edda Nolte gibt 150 Frauen Tipps für Krisensituationen

„Dann machen Sie sich Luft“

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Hatte gut lachen: das „Time-to-talk“-Team der Kirchengemeinden Scheeßel und Sittensen.

Scheeßel - Von Ursula Ujen. Restlos ausverkauft – ein Wunschtraum für jeden Veranstalter. Bei den Organisatorinnen des „Time-to-talk“-Abends der Kirchengemeinden Scheeßel und Sittensen ist das fast schon der Normalfall. Einmal mehr platzte der Scheeßeler Hof am Freitagabend aus allen Nähten. 150 Frauen waren gekommen, um den von der St.-Lucas-Stiftung unterstützten Vortrag von Edda Nolte „Loslassen – weitergehen – alles hat seine Zeit“ zu hören und ein paar anregende Stunden unter Gleichgesinnten zu erleben.

Sängerin Kathri Ehlert aus Sittensen machte den Auftakt und versetzte das Publikum mit ihren gefühlvoll dargebotenen Liedern wie „Ich lass für Dich das Licht an“ gleich in die richtige Stimmung. Die charmanten Moderatorinnen Britta Ruther und Janine Algie baten die Gäste zunächst an das opulente Fingerfood-Büfett. Man ließ sich die kleinen Köstlichkeiten schmecken und plauderte ausgiebig und angeregt – natürlich vor allem über das Thema des Abends.

Ein gutes Händchen bewiesen einmal mehr Sabine Besel und Sonja Dreyer mit der Wahl der Referentin: Seit 17 Jahren ist Edda Nolte, Diakonin und Trauerbegleiterin aus Selsingen, in der Familientherapie und im Hospiz tätig. Die Erkenntnisse aus ihrer langen Tätigkeit vermittelte sie den Frauen sehr anschaulich durch viele Beispiele und praktische Tipps für die Bewältigung von persönlichen Krisensituationen.

Loslassen und Weitergehen gehöre zum Leben eines jeden Menschen: Die eigene Geburt, der erste Tag im Kindergarten, der erste Schultag, der letzte Schultag – wie ein roter Faden durchziehe das Abschiednehmen den Lebensweg, so die Referentin. „Beherzigen Sie den weisen Spruch von Hermann Hesse ,Mein Herz nimm‘ Abschied und gesunde‘. Lassen Sie Ihre Wut heraus, weinen Sie, trauern Sie, denn nur durch die Phase der Trauer und des Abschiednehmens bewältigen wir unseren Schmerz.“

Auch anhand von Bibelzitaten machte sie ausdrücklich Mut, Gefühle nicht zu verdrängen, sondern sie ganz frei auszuleben: „Wenn Sie einen Verlust erleiden, dann machen Sie sich Luft – nur wenn wir den Schmerz offenbaren und benennen, ihn mit anderen teilen, können wir ihn auch bewältigen und sind dann offen für einen neuen Anfang.“ Dabei sei es egal, ob es die Trennung vom Partner, der Abschied vom Beruf, der Auszug der Kinder oder der Tod eines geliebten Angehörigen sei.

Die eindringlichen Ratschläge trafen genau den Nerv der Teilnehmerinnen. Es bestätigte sich einmal mehr das bewährte Konzept des offenen Gesprächs – keine Frau wollte gleich nach Hause, sondern nach dem Vortrag war ausgiebig „Time-to-talk“ angesagt.

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