Französische Schüler besuchen Scheeßeler Milchviehbetrieb

Tanzen, Gruseln und ein Finger im Melkzeug

Hinrich Meinke und Klaus Witte (r.) freuten sich, den französischen Besuchern Einblicke in den Alltag eines norddeutschen Bauernhofs zu geben. - Foto: Heyne

Scheeßel - Wie lange bleibt ein Kalb bei der Mutter, wie fühlt sich der eigene Zeigefinger in einer Melkanlage an, und was hat es mit Biogas auf sich? Viele Fragen, die die elf Teilnehmer einer Schülergruppe aus dem französischen Pays Foyen jetzt auf dem Hof von Hinrich Meinke beantwortet kamen.

Für den Landwirt ist es Ehrensache, immer wieder Besuchern, darunter auch viele Schulklassen aus der Region, Einblicke in seinen landwirtschaftlichen Betrieb mit mehr als 300 Kühen und einer Biogasanlage zu geben. Dafür nahm er sich am Donnerstag gern einige Stunden Zeit, um beim gemeinsamen Rundgang und anschließender Verköstigung regionaler Produkte wie die Milchshakes vom Melkhus alle Fragen der 14- bis 17-Jährigen zu beantworten.

„Zum Besuchsprogramm in Frankreich gehört üblicherweise eine Führung durch eine Weinkellerei, da der Weinanbau dort der wichtigste Wirtschaftszweig ist – da lag es auf der Hand, hier einmal einen typischen Milchviehbetrieb zu besuchen“, so der ehemalige Vorsitzende des Partnerschaftsvereins des Landkreises, Klaus Witte, der das Programm zusammengestellt hatte. Das umfasste während der einwöchigen Reise auch eine Fahrt nach Bremen, gemeinsames Tanzen mit der Jugendgruppe der Beekscheepers, eine Gesprächsrunde mit Schülern der Berufsbildenden Schulen Rotenburg und eine Stadtführung durch die „Kollegen“. Für viele jetzt schon der Höhepunkt: der Besuch des Heideparks zu Halloween.

Aber auch die Bauernhofführung hinterließ bei den Teilnehmern Eindruck: „Toll, was hier alles für das Wohl der Kühe gemacht wird“, meint die 16-jährige Albane mit Blick auf die Massageanlage. „Bei uns ist der Umweltschutz noch nicht so weit, und Biogasanlagen gibt es bei uns gar nicht.“

Der Austausch, dem ein Besuch von Schülern der BBS Rotenburg vor zwei Jahren mit sportlichem Schwerpunkt vorausgegangen war, reiht sich ein in die fast 50-jährige Partnerschaft mit dem Ort St. Foye-de-la-Grande ein. Dort hat sich eine Interessengruppe gebildet, um auch Jugendlichen – in diesem Fall alles Schüler der örtlichen Musikschule – die Erfahrung eines Austauschs zu ermöglichen. „Die Teilnehmer haben zwei Jahre lang auf dem Wochenmarkt jede Woche selbst gebackene Kuchen verkauft, um so einen Teil der Gelder zusammenzubekommen“, verrät Dolmetscherin Marie-Claude Döhring, eine von zwei Begleiterinnen.

Der Austausch mit Jugendlichen könnte schon bald eine ganz neue Dimension bekommen: Beim Besuch der Kreismusikschule in Rotenburg wurden erste Pläne geschmiedet. - hey

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