Gemeinsam mit anderen Kommunen

„SuedLink“: Scheeßel will Trassenverlauf prüfen lassen

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Die geplante neue Suedlink-Stromautobahn vom Norden in den Süden Deutschlands führt auch längs durch die Gemeinde Scheeßel.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Nein, konkret entschieden ist noch nichts. Aufgrund der bisher vorliegenden Trassenvorschläge für den künftigen „SuedLink“-Korridor der Erdverkabelung ist es aber zumindest schon einmal so sicher wie das Amen in der Kirche, dass die Trasse auch durch Teile der Gemeinde Scheeßel verlaufen wird.

Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) bringt die Entwicklung nicht aus der Ruhe. Auch nicht, nachdem der Vorhabenträger, der niederländische Konzern Tennet, der gemeinsam mit dem Unternehmen TransnetBW als Netzbetreiber auftritt, erst im Februar seine endgültige Verlaufsvariante für die neue Stromautobahn von Nord nach Süd vorgestellt hatte. „Im Gegensatz zu Bothel und Visselhövede, den anderen beiden betroffenen Kommunen bei uns im Landkreis, waren wir nämlich schon beim letzten Durchgang betroffen“, begründet sie ihre Gelassenheit. Demnach habe Tennet der Gemeinde von vornherein zwei unterschiedliche Trassenverläufe aufgezeigt – und sich nunmehr für eine Vorzugsvariante namens 48a, die inzwischen auch der Bundesnetzagentur als verfahrensführende Behörde zur Prüfung vorliegen würde, entschieden.

Konkret würde die 25 bis 30 breite Trasse nunmehr von Sothel kommend zwischen Scheeßel und Büschelskamp verlaufen, anschließend auf Höhe des Scheeßeler Industriegebietes in Richtung der Gemarkung Westervesede weiterführen, vor dem Eichenring einen Knick machen und schließlich die Gemarkung Bartelsdorf, dort, wo die großen Windkraftanlagen stehen, weiter in Richtung Bothel passieren. Die andere von Tennet präsentierte Variante, nämlich die Trasse zwischen Westervesede und Ostervesede weiterführen zu lassen, ist derweil vom Tisch.

Nicht vom Tisch sei allerdings das Thema, die nunmehr erfolgte Variantenauswahl auf ihre Richtigkeit überprüfen zu lassen. Das will Scheeßel in einem nächsten Schritt tun – im Schulterschluss mit Vissel und Bothel. Ein Hannoveraner Planungsbüro, welches mit der Materie bestens vertraut ist, soll dafür eingeschaltet werden. „Es geht darum, ob es Angriffspunkte gibt, ob irgendetwas in der Abwägung nicht in Ordnung abgelaufen ist“, so Dittmer-Scheele. Ebenso erhoffe man sich Unterstützung bei den Stellungnahmen, die alle drei Kommunen, als sogenannte Träger öffentlicher Belange, ja noch auf politischer Ebene erörtern müssten und schlussendlich bei der Bundesnetzagentur abzugeben hätten. Spätestens bis Mitte des Jahres, so die Bürgermeisterin, solle das geschehen.

Beste Variante noch nicht festgestellt

Ob die Vorzugsvariante für Scheeßel nunmehr die bessere sei – sie wisse es gegenwärtig noch nicht, meint Dittmer-Scheele. Sehr wohl habe die Gemeinde bereits in der Vergangenheit zu spüren bekommen, dass das Vorhaben mitunter einschränkend wirken könne. „Wir wollen ja in Westervesede ein Baugebiet ausweisen, und als noch der Verlauf zwischen Oster- und Westervesede im Gespräch war, hat es von der Bundesnetzagentur in unserem Bauleitverfahren ganz konkrete Einwände gegeben, die sehr negativ ausgefallen waren und uns auch ein Stück weit ausgebremst haben.“ Dagegen, so die Verwaltungschefin, habe sich die Gemeinde gewandt, „inzwischen können wir mit dem Planverfahren ungehindert weiter machen“. Aus dieser Erfahrung heraus, betont sie, müsse daher nun umso mehr ein Augenmerk darauf gerichtet werden, dass die Trasse am Ende so verläuft, dass sie die Belange der Gemeinde, auch mit Blick auf die Zukunft, wenig bis gar nicht beeinträchtigt.

Und die hiesigen Landwirte? Immerhin handelt es sich größtenteils um ihre Ackerflächen, die zum Bau von „SuedLink“ genutzt werden. „Das ist schon ein Rieseneingriff“, meint Dittmer-Scheele. „Ich jedenfalls würde es ausdrücklich unterstützen, dass die Flächeneigentümer nicht nur eine einmalige Entschädigung bekommen, sondern laufende Zahlungen an sie stattfinden.“

Zum Ende des Jahres hin, nach der Öffentlichkeitsbeteiligung und dem Abschluss aller weiteren formellen Verfahren, soll sich entscheiden, ob es bei dem von Tennet eingereichten Vorschlag zum Trassenverlauf durch Scheeßel, Bothel und Visselhövede bleibt – oder ob die Bundesnetzagentur mit Sitz in Bonn nicht doch noch der Variante „48a“ einen Strich durch die Rechnung macht.

Was ist „SuedLink“?

„SuedLink“, die etwa 800 Kilometer lange Gleichstromtrasse, soll bis 2025 die „Hauptschlagader“ der Energiewende werden. Sie soll Strom aus erneuerbaren Energien von der Küste nach Bayern transportieren. Für die Trasse gibt es die gesetzliche Vorgabe, Erdkabeln den Vorrang vor Freileitungen zu geben. Dies wird auch so umgesetzt. Die Vorschlagsroute läuft in Niedersachsen unter anderem durch Scheeßel, östlich an Hannover vorbei nach Bad Gandersheim und weiter nach Thüringen

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