Südamerikanische Musiker mit deutschen Wurzeln spielen beim Stemmer Schützenfest auf

Brasilianisches Temperament trotzt Regenwetter

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Die Brasilianer boten ein temperamentvolles Programm dar.

Stemmen - Das war ein Schützenfest, das die Stemmer nicht so schnell vergessen werden: 38 brasilianische Sänger und Musiker hatten sich in der Residenz des amtierenden Schützenkönigs Rolf Brunckhorst eingefunden, um den Grünröcken südamerikanische Rhythmen, Samba und Volkslieder darzubieten.

Aus sieben Formationen der Umgebung von Teutonia (Bundesstaat Rio Grande do Sul im Süden Brasiliens) hatten sich die Chormitglieder mit deutschen Wurzeln zusammengefunden und unternahmen eine dreiwöchige Reise in das Land ihrer Vorfahren. Und das führte sie neben München, Dresden, Berlin und Hamburg eben auch nach Stemmen. „3600 Kilometer fuhren wir mit dem Bus allein durch Deutschland“, berichtete Chorleiterin Adelaide Wiebusch, die aus dem gleichen Dorf stammt wie einst Valdo Wahlbrinck. Der ist bereits seit 1993 in Stemmen zu Hause, wo er in einem Schweinemastbetrieb arbeitet. Die Verbindung sei nie ganz abgerissen. So war es selbstverständlich, dass die Brasilianer Stemmen besuchten, um einmal ein zünftiges deutsches Schützenfest hautnah mitzuerleben.

Wahlbrinck ist nicht der Einzige, der in der Gemeinde eine Familie gründete. Insgesamt leben dort acht brasilianisch-deutsche Familien. Die meisten kommen aus dem Süden des Landes, aus dem Bundesstaat Rio Grande do Sul, wo vor mehr als 150 Jahren Deutsche eingewandert waren.

Pünktlich mit Beginn des Auftrittes der Brasilianer fing es an zu regnen. Die Stemmer trugen zum Schutz ein zusätzliches großes Zelt auf den Hof. Im Anschluss besichtigte man gemeinsam einen modernen landwirtschaftlichen Betrieb mit Milchviehhaltung und Melkrobotern, bevor sie am Nachmittag der Proklamation des neuen Königs beiwohnten und am Abend mit den Schützen den Königsball feierten.

„Wir sind hier aufgenommen worden wie in einer großen Familie, es war phantastisch“, schwärmte Adelaide Wiebusch. „Stemmen war unsere letzte Station, jetzt geht wieder nach Hause.

hr

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