Strom perfekt nach Bedarf

Betreiber der Biogasanlage stellen im Fachausschuss geplante Veränderungen vor

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Die Biogasanlage in Jeersdorf soll baulich verändert werden. 

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Statt von Erweiterung spricht er lieber von Flexibilisierung: Axel Romundt, Geschäftsführer der Bioenergie Scheeßel. Seit sieben Jahren betreibt der Zusammenschluss von acht hiesigen Landwirten die Biogasanlage am Jeersdorfer Holzweidenweg – im Schulterschluss mit der Gemeinde, deren Liegenschaften, unter anderem das Freibad und die Beekeschule, an das Fernwärmenetz angeschlossen sind.

Nun plant der Verbund, die nordwestlich von Scheeßel gelegene Anlage mit ihren vier Behältern, in denen Maissilage und Gülle vergoren werden, baulich zu verändern. „Wir möchten Vorhandenes sinnvoll nutzen“, umriss Romundt grob das Vorhaben bei der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses. Vor dem Hintergrund, dass der Gesetzgeber Anlagenbetreibern inzwischen die Möglichkeit eröffnet habe, in die bedarfsgerechte Stromproduktion einzusteigen, wolle man nun nachziehen. Ohnehin, bemerkte der Landwirt, habe sich der Strommarkt gewandelt, sei es immer interessanter, Strom zu produzieren, wenn er auch gebraucht wird. „Zu Beginn der Biogasanlagen ging es immer darum, die Motoren müssten Strom produzieren, wir aber haben gemerkt, dass es schwierig ist, die vorhandene Wärme abzusetzen“, so Romundt. Die Tatsache, dass die Verbraucher oft nicht den ganzen Tag über zuhause seien, lasse sich auch am Strombörsenpreis wiederfinden.

Reagiert habe man bereits, indem in diesem Jahr ein neuer Motor mit verdoppelter Leistung auf die Anlage gesetzt worden sei. „So sind wir nun in der Lage, die Strommenge, die wir über das Jahr produzieren können, dann zu produzieren, wenn sie gefragt ist.“ Der Stromverkauf erfolge mithilfe eines Vermarkters – in diesem Fall der EWE. „Die ist berechtigt, unsere Motoren anzusteuern, wenn der Strom benötigt wird“, erläuterte der Geschäftsführer. Die Wärmeversorgung sei indes nicht gefährdet. „Dafür haben wir vor Ort einen Speicher.“

„Wir sind gezwungen, Gärreste länger zu lagern“

Was auf dem Betriebsgelände im Laufe der kommenden Jahre im Zuge der neuen Düngeverordnung ebenfalls entstehen soll, ist ein weiteres Gärproduktlager. „Wir sind gezwungen, Gärreste länger zu lagern“, erörterte Romundt. Auch sei es Aufgabe der Verantwortlichen, anfallendes Regenwasser aufzunehmen und zwischenzulagern, wofür der Bau eines einfachen Betonbehälters geplant sei. Auch sei angedacht, eine Trocknungshalle zu errichten, in der dann Produkte des Gesellschafterkreises eingelagert werden könnten. „Auf diese Weise müssten wir Kartoffeln nicht in der Ernte verkaufen, sondern erst im Frühjahr, wenn die Preisgestaltung entsprechend besser ist.“ Um den Eigenbedarf an Strom für die Anlage zu decken, solle auf dem Dach des Neubaus eine Photovoltaikanlage Platz finden.

Ein Antrag auf Einleitung der entsprechenden Bauleitplanung hat die Bioenergie Scheeßel bereits gestellt. Offiziell beraten und entschieden werden soll über das Thema erst in einer der nächsten Sitzungen des Fachausschusses. Doch schon nach der Präsentation sprachen die Politiker von „einer runden Sache“.

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