Stelldichein der Veteranen der Landstraße beim IKF-Oldtimertreffen in Scheeßel

Ein Cremeschnittchen mit Selbstmördertüren

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Aus einem Schrottauto zauberte der Egestorfer Dieter Haedke einen tollen Opel P4.

Schessel - Nostalgie auf zwei, vier oder mehr Rädern – das ist für viele Oldtimerfreunde aus der gesamten Region Grund genug, das jährliche Treffen im Beeke-Ort zu besuchen. Traditionell zeitgleich zum Trachtenfest-Sonntag hatte die Interessengemeinschaft Klassischer Fahrzeuge (IKF) alle Besitzer von Old- und Youngtimern eingeladen, deren Gefährte schneller als 40 Kilometer pro Stunde sind.

Bei kostenlosem Eintritt für Zuschauer und Fahrzeughalter, die am Eingang des Parkplatzes zum Beeke-Zentrum auch noch ein kleines Willkommensgeschenk von den IKF-lern erhielten, bot sich ein buntes Bild von alten Autos, Motorrädern, Mopeds, Lastwagen, Wohnmobilen, Caravans und Sonderfahrzeugen – allesamt in top-gepflegtem Zustand.

„Oh ja, den hatte ich früher auch mal – wie schön“, war immer wieder unter den Besuchern zu hören, beispielsweise bei den ausgestellten VW-Käfern. Die Schönheit der nostalgischen Gefährte, deren „Charakter“ und Ausstrahlung – das alles ist offenkundig im Vergleich zum heutigen Einheitsbrei vieler Fahrzeugkarossen.

Eines der beliebtesten Autos der Deutschen war in der Nachkriegszeit der Renault 4CV, auch liebevoll das „Cremeschnittchen“ genannt. „Der Grund dafür war wohl seine Farbe“, erläutern Eva Leoba und Peter Kügler aus Winsen an der Aller. „Während des Krieges wurden im Renault-Werk Lkws, Motoren und Motorenteile für die deutsche Wehrmacht gebaut. Zum Ende der Besatzungszeit waren noch Bestände der verwendeten Creme-Farbe übrig, die man dann aus Ersparnisgründen aufbrauchte“, so die Experten. Eine Besonderheit sei der wassergekühlte Heckmotor, der aus 751 ccm Hubraum 21 PS herausholte und das schnuckelige Auto auf 100 km/h Spitzengeschwindigkeit brachte. „Die sich nach vorne öffnenden Türen nannte man auch Selbstmördertüren“, berichten die Oldtimer-Fans.

Oldtimertreffen in Scheeßel

Dieter Haedke aus Egestorf präsentierte stolz seinen restaurierten Opel P4, Baujahr 1935, mit 23 Pferdestärken: „Ich holte das fast völlig verfallene Auto in Wunstorf aus einer Scheune und brachte es in zwei Jahren wieder auf Vordermann.“

Ein Paradebeispiel dafür, wie man aus einem schrottreifen Wagen, der nur noch aus der Bodengruppe bestand, einen neuwertig aussehenden Lloyd Alexander TS zaubern kann, lieferte Rudi Buchholz (73) aus Reeßum ab: „Ich habe vier Jahre unermüdlich an dem Auto gebastelt und es tatsächlich wieder hin gekriegt. Dabei halfen mir natürlich auch meine Kenntnisse als gelernter Kfz-Mechaniker.“

hu

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