Ehemalige erinnern sich bei Treffen an ihre Schulzeit an der Eichenschule

Steine abladen für die Klassenfahrt

Schulleiter Christian Birnbaum musste sich einen Stuhl holen, um sich angesichts des regen Andrangs beim Ehemaligentreffen den Überblick zu verschaffen. - Foto: Heyne

Scheeßel - Von Ulla Heyne. „Ging es nicht hier zur Chemie?“ „Die Treppen sind viel ausgetretener“ oder das unvermeidliche „Weißt du noch?“ Wer ins Stimmengewirr der ehemaligen Eichenschüler lauschte, die in Kleingruppen durch die Schule streiften, konnte seine Rückschlüsse ziehen über den jeweiligen Abi-Jahrgang, dem die Ex-Schüler angehörten.

Wie jedes Jahr waren nicht nur die „runden“ und „halbrunden“ Jahrgänge eingeladen, bei einem Rundgang in der Schule oder dem anschließenden gemeinsamen Mittagessen Schulkameraden und ehemalige Lehrer zu treffen. Und so wurden auch die gleich drei erschienenen ehemaligen Schulleiter – neben Ralf Goebel und Amtsvorgänger Karsten Müller-Scheeßel auch Günther Dietel – nahezu frenetisch beklatscht.

Nicht nur für jeden Einzelnen markierte der Tag einen besonderen Termin, sondern auch für die Eichenschule, und das gleich in zweifacher Hinsicht: Mit „Abi 1956“ war der erste Jahrgang geladen, der je an der Eichenschule die Reifeprüfung absolviert hatte, mit „2011“ der erste und einzige „Doppeljahrgang“ in der Geschichte der Bildungseinrichtung.

Einziger Vertreter des „1956er Jahrgangs“ war Walter Bewig. Auch bei dem gebürtigen Scheeßeler, den das Studium und seine anschließende Tätigkeit als Betriebswirtschaftler zunächst nach Hamburg und Graz, später nach Südamerika und schließlich ins Bergische Land verschlagen hatten, kamen Erinnerungen auf: „Die Eichenschule wurde ja erst 1947 gegründet; vorher hieß sie Familienschule Müller-Scheeßel, mit 13 Schülern und einem Lehrer, Herrn Strunck“. Der 80-Jährige erinnerte sich an an die Klassenfahrt nach Südfrankreich, die er sich wie einige Schüler mit dem Abladen von Steinen für das erste Gebäude, „einen Klotz mit vier Klassenräumen und einem Lehrerzimmer“, verdient hatte. Erstaunt über die baulichen Veränderungen sei er nicht: „Ich bin immer mal wieder hergekommen und habe die Änderungen verfolgt.“

Einen Gesprächspartner fand er in Meinolf Hillebrand, ursprünglich im selben Jahrgang, der jedoch erst im zweiten Anlauf ein Jahr später sein Abi „baute“. „Damals habe ich mir geschworen, nie wieder einen Fuß in eine Schule zu setzen, schon gar nicht in diese!“ 1966 sollte er nach einem Physikstudium als Lehrer für Physik- und Mathe wieder an „seine“ Schule zurückkehren. Auch für ihn schloss sich ein Kreis: „Mein erster Jahrgang, den ich bis zum Abi begleiten durfte, feiert heute 45-jähriges Abi – darunter Uwe Wahlers, bei dessen Pensionierung ich im vergangenen Sommer mitgefeiert habe!“

Beide haben an ihre Schulzeit schöne Erinnerungen: „Mir wurde hier Cellounterricht ermöglicht und das Spielen in einem kleinen Ensemble“, so Bewig, „die Musik hat mich ein Leben lang begleitet.“ An die Eichenschule hegt er nur gute Erinnerungen: „Bestimmt gab es auch weniger schöne Erlebnisse, aber die geraten im Lauf der Zeit in Vergessenheit!“

Selbstverständlich wesentlich stärker vertreten waren die jüngeren Jahrgänge, darunter der „Doppeljahrgang“ von 2011. Von einem Engpass bei Studium und Lehrstellen wollten aber nur die wenigsten sprechen. „12er“ Carolin Oltmann hatte vor dem Studium mit Praktikum und Jobben in London Auslandserfahrung gesammelt, bevor sie ihr Studium in Medienwissenschaft aufnahm. Anna Baumgarte, die inzwischen in Hildesheim Lichtdesign studiert, konstatierte: „Nur bei den Sprachen hat man etwas gemerkt, dass wir ein Jahr weniger hatten.“

Anneke Scherz als angehende Islam- und Politikwissenschaftlerin sowie Christine Twesten, die vor dem Studium eine Lehre zur Bürokauffrau absolviert hat, sind richtig froh, ein Jahr länger gehabt zu haben, „eigentlich sogar zwei“, wie Scherz schmunzelnd anmerkt: „Sonst bleibt einfaches vieles an Freizeit und Erfahrungen auf der Strecke.“

hey

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