Entfernung des Kunstwerks im Beeke-Kreisel

Die Stahlplatten bleiben stehen

Viele sehen in den Stahlplatten im Beeke-Kreisel ein Wahrzeichen für Scheeßel. - Foto: lw

Scheeßel - Über Architektur lässt sich trefflich streiten. Das ist wie mit jeder anderen Form der Kunst – nur eben, dass kein Mensch dem gestalteten Scheeßel aus dem Weg gehen kann. So verhält es sich auch mit dem Beeke-Kreisel. Seit zwei Jahren schmücken den Innenbereich drei Cortenstahlplatten, auf denen mit Motorradrennen, Hurricane und Trachtenfest die Besonderheiten im örtlichen Veranstaltungskalender eingeprägt sind. Ein Wahrzeichen, das bei weitem nicht jedem gefällt.

So stellt es zumindest Ernst Friesecke dar. „Es gibt in der Gemeinde vielleicht 20 Menschen, die dieses Kunstwerk gut finden, neun davon sitzen im Verwaltungsausschuss“, meldete sich der Einzelratsherr am Donnerstagabend in der Sitzung des Gemeinderats zu Wort. Der „Schrottplatz Scheeßels“, „So werden unsere Steuergelder verschwendet“ oder „Wenn ich den Kreisel sehe, geht mir das Messer in der Tasche auf“ seien nur einige von vielen Bemerkungen, die der Büschelskamper aus der Bevölkerung zu hören bekommen habe.

Bürgerwille müsse respektiert werden

Also stellte Friesecke einen Antrag bei der Gemeinde, sie möge die „verrosteten Platten“ nebst Beleuchtungstonnen doch bitteschön wieder entfernen. Schließlich müsse der Bürgerwille respektiert werden. Doch niemand seiner Ratskollegen wollte oder konnte sein Ansinnen wirklich ernst nehmen. Fürsprecher fand er jedenfalls nicht. „Was für eine immense Steuergeldverschwendung wäre es denn, wenn wir das ganze teure Zeug wieder abreißen?“, fragte Angelika Dorsch. „Das ist ja noch blödsinniger als alles andere!“ Und Frithjof Hellwege, ihr Fraktionskollege, ergänzte: „Mich wundert es schon sehr, dass es eine riesige Gegenstimmung geben soll.“ Immerhin sei die Ausgestaltung des Kreisels seinerzeit doch ausgiebig in öffentlichen Ausschüssen diskutiert worden. „Warum haben sich die Leute in den Einwohnerfragestunden damals nicht in die Diskussion eingebracht? Im Nachhinein motzt es sich doch immer am besten.“

Das Ding mache Scheeßel einzigartig

Als Mitglied der Arbeitsgruppe Beeke-Kreisel an der Gestaltung mitgewirkt hatte Ursel Brüning-Wildhagen (Bündnis 90/Die Grünen). „Ich finde, das Ding macht Scheeßel einzigartig. Ist der Eiffelturm schön? Sind die Cheopspyramiden schön? Oder sind Putten, die im Garten stehen, schön? Kunst ist nun einmal diskutierbar.“

Am Ende hob Ernst Friesecke als einziger die Hand für dessen Antrag. Sein Kommentar gegenüber unserer Zeitung im Anschluss an die Sitzung: „Ich habe ihn zwar nicht durchgekriegt, es hat aber trotzdem Spaß gemacht.“

lw

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