Bilanzpressekonferenz

Sparkasse Scheeßel: Stabilität in turbulenten Zeiten

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Sehen ihr Geldinstitut für die Zukunft gut gerüstet: Rainer Bassen von der Sparkassenstiftung (l.) sowie die Vorstandsmitglieder Tobias Riebesehl (v.l.), Olaf Achtabowski, Klaus Schröder und Jürgen Lange.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Kein außergewöhnlich gutes, sondern ein „zufriedenstellendes Ergebnis“ hat die Sparkasse Scheeßel im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftet. Dieses insgesamt positive Fazit hat der Vorstand des Geldinstituts während der Bilanzpressekonferenz gezogen.

Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen mit Niedrigzins könne man mit dem Verlauf des letztjährigen Kundengeschäfts sehr zufrieden sein, wertet Sparkassenchef Jürgen Lange die Gesamtsituation. „Die Wirtschaft hat sich ganz vernünftig entwickelt, auch wenn sie am Jahresende etwas schwächer geworden ist“, so Lange. „Das haben wir in unserem Geschäftsgebiet aber gar nicht wahrgenommen. Die Unternehmen waren alle sehr gut ausgelastet.“

Trotz der Probleme der Norddeutschen Landesbank, die dazu geführt hätten, dass die Sparkasse keinen Gewinn in Höhe der Vorjahre habe ausweisen können: Mit einer Bilanzsumme von 643 Millionen Euro – das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 2,3 Prozent– sei man dennoch weiterhin auf gesundem Wachstumskurs und durchaus stabil aufgestellt. Die Gesamteinlagen der Kunden sei um 18 Millionen Euro auf nunmehr 481 Millionen Euro angestiegen. „Das zeigt, dass das Vertrauen in die örtlichen Kreditinstitute nach wie vor vorhanden ist“, meint Lange. „Man bringt das Geld zur Sparkasse, obwohl es keine Zinsen gibt.“

Was ihm und seinen Vorstandskollegen in diesem Zusammenhang aufgefallen sei: Kunden würden in der Niedrigzinsphase inzwischen vorzugsweise in reale Werte investieren, um auf diese Weise wenigstens ein bisschen Inflationsausgleich erreichen zu können – entweder durch Immobilien- oder durch Wertpapieranlagen. Letztere, so Olaf Achtabowski, würden zum Bilanzstichtag glatt 100 Millionen Euro ausmachen. „Diverse Kundendepots verzeichnen durch die letztjährige Börsen-Achterbahnfahrt in der Gesamtbewertung zwar ein Minus, aber die große Mehrzahl unserer Klientel investiert in Fonds, die auch mal größere Dellen an den Börsen aushalten“, erklärt das Vorstandsmitglied. Die gesamten Wertpapierkäufe und -verkäufe beziffert er auf mehr als 35 Millionen Euro.

Wie wertvoll gutes Kreditgeschäft für eine Regional-sparkasse ist, weiß Klaus Schröder. Seiner Auskunft nach hätten sich die Kundenkredite um 3,6 Prozent auf nunmehr 456 Millionen Euro erhöht. „Das ist ordentlich, hätte durchaus aber auch mehr sein können.“ Liquidität habe die Sparkasse, klar, vielmehr sei der begrenzende Faktor im Handwerk und im gewerblichen Bereich zu finden. Schröder: „Viele Unternehmen klagen über zu wenig Auszubildende, im Fachkräftebereich gibt es kaum Stellenausschreibungen – das schlägt sich an dieser Stelle belastend nieder.“ Was die Kredite betrifft, habe man in den Branchen durch die Bank weg gute Entwicklungen gehabt. Einziger belastender Faktor für die hiesige Wirtschaft sei die Situation der Landwirte gewesen, die aufgrund der Sommerdürre und der damit verbundenen schlechten Ernte auf ein schwieriges Jahr zurückblicken würden. „Wir haben denen aber natürlich mit Liquidität Zur Seite gestanden“, so Jürgen Lange.

Ein weiterer Aspekt, den der Vorstand zur Sprache bringt, betrifft die fortschreitende Digitalisierung in der Bankenwelt. „Die Technik brauchen wir, um die Prozesse für uns so gestalten zu können, dass wir unserer Kostensituation in der heutigen Zeit Rechnung tragen können“, betont Tobias Riebesehl. Entsprechend dynamisch sei das abgelaufene Jahr auch mit Blick auf die hauseigenen Personalangelegenheiten gewesen. „Zur Bewältigung der künftigen Herausforderungen als eigenständige Sparkasse haben viele Arbeitsplätze eine neue Ausrichtung bekommen“, sagt er. Zwar sei die Mitarbeiterzahl zurückgegangen – aktuell sind 142 Angestellte und elf Auszubildende bei der Sparkasse Scheeßel beschäftigt – „wir konnten das aber auffangen, indem wir die Prozesse optimiert haben.“

Die Digitalisierung, ist sich der Gesamtvorstand einig, werde das Gesicht der Sparkasse mit ihren rund 3 .000 Unternehmens- sowie 26.000 Privatkunden weiter verändern. Sparsamkeit und weitere Kostenoptimierungen seien notwendig, um die durch das Zinsniveau bedingten engen Ergebnisse aufzufangen. „Klar, viele Maßnahmen sind unbequem und bereiten Kunden und auch uns keine Freude“, erklärt Lange. „Aber es ist besser, einige regional unbeliebte Dinge umzusetzen, als sich noch jahrelang in einem engen Kostenkorsett zu bewegen, welches auf Dauer ja auch handlungsunfähig machen würde.“

Was die Umwandlung weiterer stationsbesetzter Geschäftsstellen in SB-Filialen betrifft (zuletzt geschehen in Lauenbrück), seien Veränderungen bis auf Weiteres nicht zu erwarten. „Wir haben nun insgesamt eine Größe erreicht, die für eine gewisse Anzahl an Jahren tragbar ist“, so Olaf Achtabowski.

Ihm zufolge würden 40 Prozent der Online-Kunden schon das Handy für ihr Bankgeschäft nutzen. „Unsere Schwerpunkte im Kundengeschäft liegen weiterhin in der Nutzungsausweitung der online beziehungsweise mobil angebotenen Services und in der Intensivierung des Beratungsangebotes.“

Und Jürgen Lange ergänzt: „Der Weg zu uns ist nach wie vor kurz und die Technik bietet alle Möglichkeiten, um seine Konten an jedem Ort der Welt im Auge zu behalten.“

100. 000 Euro Nutzen für die Region gestiftet

Mit einer Reihe von Förderungen haben die Sparkasse und Sparkassenstiftung Scheeßel diverse Projekte im Geschäftsgebiet bedient. „Die vielen aktiven Sport- und Schützenvereine haben rund 30.000 Euro zur Verwirklichung ihrer Investitionen bekommen“, resümiert Rainer Bassen, der das Förderwesen und Stiftungsmanagement der Sparkasse verantwortet. „Über 40. 000 Euro wurden Kulturprojekten zugewendet, davon macht eine Spende in Höhe von 25.000 Euro an den Scheeßeler Heimatverein für die Maßnahmen zur Sicherung des Scheeßeler Blaudruck-Weltkulturerbes die größte Position aus“, sagt er. Viele Projekte in Kindergärten und Schulen sowie diverse Veranstaltungen verschiedenster Institutionen seien zudem mit Mitteln aus der Lotterie Sparen+Gewinnen gefördert worden. Insgesamt belaufe sich die Fördersumme auf mehr als 100. 000 Euro.

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