Zeugin verdächtigt Angeklagten in mehreren Punkten

„Er sprang auf den Füßen des Opfers rum und stampfte immer auf“

Scheeßel/Verden - Schwere Vorwürfe hat eine Zeugin am Donnerstag in dem Verdener Landgerichtsprozess um eine gefährliche Körperverletzung erhoben. Die Tat hatte sich beim Halloween-Shopping 2013 in Scheeßel ereignet. Nach Darstellung der 58-Jährigen wurden ihre Aussagen von der Polizei verfälscht. Einen 22 Jahre alten Angeklagten verdächtigte sie zudem einer Brandstiftung an ihrem Haus. „Ja, ich habe ihn in Verdacht, weil er auch unseren Hauseingang gesprengt hat“, sagte die Frau.

In dem aktuellen Prozess muss sich zudem ein 25-Jähriger verantworten. Alle Beteiligten wohnen in Scheeßel. So auch das heute 32 Jahre alte Opfer der Gewalttat. Ihm war ein Schlag mit einer Flasche auf den Kopf verpasst worden, den ein anderer Täter verübt hat. Außerdem hatte er eine Fraktur am Fuß erlitten. Die Zeugin schilderte, wie sie die Tat aus einer Gaststätte beobachtet hatte. Dem 25-Jährigen ordnete sie keine Tathandlungen zu. Über den 22-Jährigen sagte sie: „Er sprang auf den Füßen des Opfers rum und stampfte immer auf. Wie ein Flummi“. Der Vorsitzende Richter Dr. Andreas Ortmann wirkte angesichts der Entfernung und der Lichtverhältnisse skeptisch. „Sie konnten auch in dieser Dynamik sehen, dass er den Fuß getroffen hat?“ „Es war am Fußende“, relativierte sie ihre Aussage.

Protokollierte Aussagen aus jener Nacht wurden verlesen und die Zeugin zeigte sich überrascht. „Das habe ich noch nie gesagt. Das ist alles dummes Zeug. Ich weiß auch nicht wie das in die Akte kommt“, so die 58-Jährige. In einer weiteren Zeugenaussage später bei der Polizei habe ihr eine Beamtin gesagt, dass sie den 25-Jährigen weglassen sollte, weil sie keinen Namen wusste. Das Gericht will die ohnehin als Zeugen geladenen Beamten am nächsten Verhandlungstag dazu befragen.

22-Jähriger hat laut Verteidigung ein Alibi

Die 58-Jährige hätte schon am Montag aussagen sollen, war aber nicht erschienen. Wegen eines Treppensturzes, wie sie nochmals erklärte. Vorher hatte sie sich vergebens darum bemüht, nicht aussagen zu müssen. Aus Angst vor dem 22-Jährigen, den sie weiterer Taten bezichtigte. „Auf unsere Weide wurden Sprengkörper geschossen.“ Ein anderes Mal sei ein „Sprengsatz“ an der Hofeinfahrt gezündet worden. Teile der Mauer seien weggesprengt worden und ihr Hund seit seitdem taub. „Das war mehr als ein Polenböller“, so die Zeugin, und sie will den Angeklagten am Tatort gesehen haben. Doch laut dem Verteidiger hat der 22-Jährige ein Alibi. Im Mai 2017 sei ihr Haus in Brand gesteckt worden und auch dieser Tat verdächtigt sie den 22-Jährigen. Der Verteidiger sprach indes von falschen Verdächtigungen und sah Anhaltspunkte für eine uneidliche Falschaussage. Marcus Röske, stellvertretender Sprecher der Staatsanwaltschaft, bestätigte gestern auf Nachfrage, dass dort ein Ermittlungsverfahren gegen den 22-Jährigen wegen Brandstiftung geführt wird. Von dem „gesprengten Hauseingang“ am Hof des Ehemannes sei nichts bekannt. Am 28. August wird der Prozess fortgesetzt. 

wb

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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