Am Speckfeldweg haben die Aufbauarbeiten begonnen / Schlüsselfertige Anlieferung aus Tschechien

Container-Krippe nimmt Form an

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Nach und nach entsteht aus den einzelnen Raummodulen die neue Kinderkrippe

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Nach und nach treffen die 14 Sattelzüge mit ihrer tonnenschweren Last am Eichenschulsportplatz ein: 28 Container hat die Gemeinde Scheeßel als maximal drei Jahre andauernde Interimslösung angemietet, um die Betreuung von Krippenkindern sicherzustellen (wir berichteten). Am Dienstag wurden die Module per Autokran auf die vorbereiteten Fundamente gesetzt und miteinander verbunden.

„Das ist schon die hochwertigere, modernere Variante hier“, sagt Projektleiter Detlev Rüping. Dessen ausführende Firma Algeco mit Sitz im baden-württembergischen Kehl hat sich auf die Vermietung und den Aufbau derartiger Wohn-Container spezialisiert. Und die haben derzeit neben Krippen, Kindergärten und Schulen auch im Fall der Flüchtlingsunterbringung Hochkonjunktur, wie Rüping bestätigt: „Wir können uns über die Auftragslage nicht beschweren.“

Ein Kran und vier Haken reichen, um ein Modul an die richtige Position zu bringen. „Wenn die mal abgeladen sind, dauert die Montage zehn Minuten pro Container“, beschreibt Rüping, wie praktisch die Stahlkonstruktion ist. Sie müsse noch nicht mal im Fundament verankert werden. Um die einzelnen Elemente aneinander zu fügen, genügten ein paar stabile Schrauben. In sich sei die Konstruktion später so tragfähig, dass man auch noch weiteren Raum draufsetzen kann. „Die haben die Option zum Aufstocken“, so Rüping.

Von den Einzelteilen, die allesamt aus tschechischer Produktion stammen, ist im Inneren nach dem Abschluss der Arbeiten nichts mehr erkennbar. Zwischen drei und vier Tonnen wiegt jede einzelne Zelle, angeliefert werden sie buchstäblich schlüsselfertig: An jeder Tür baumelt ein Schlüsselbund. Die äußere Riffelblechwand ist silbergrau. Die Wand- und Deckenverkleidung aus stabilen Möbelplatten indes strahlt in Weiß. Zur Grundausstattung gehören Waschbecken, Duschen und Elektroheizkörper ebenso wie Deckenleuchten, Steckdosen und Rollläden. Die Leitungen für Wasser, Abwasser und Elektrik hatte im Vorfeld bereits die Gemeinde legen lassen. Aneinander gefügt ergibt sich so ein eingeschossiges Gebäude von 35 Metern Länge und 14,6 Metern Breite.

Aufbau des Krippencontainers in Scheeßel

Zwei Gruppen für Unter-Dreijährige, bestehend aus jeweils 15 Kindern, sind in den Containern am Speckfeldweg vorgesehen. Jede Gruppe erhält einen eigenen Raum inklusive Ruheraum. Daneben entstehen ein Personal-, Essens-, Abstell- und ein WC-Raum inklusive Dusche und Waschbecken. So richtig billig ist das Provisorium aber nicht. Die Kosten für die Miete liegen bei rund 7700 Euro monatlich.

Ein Großteil der Module steht, noch hallt das Gesprochene ein wenig – betritt man die Zellen, merkt man durchaus, dass man nicht in einem steinernen Gebäude ist. Das soll sich aber schon bald ändern. Sukzessive werden in den kommenden vier Wochen die Innenausbauarbeiten durchgeführt, eine Außenspielfläche geschaffen sowie die Räume mit Mobiliar bestückt. Bereits zum 1. Oktober ist damit der Platz für 30 weitere Krippenkinder garantiert – die Containerbauweise macht‘s möglich.

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