SPD-Fraktion will bei Krippenthematik Karten neu mischen / Bürgermeisterin ist mit Nerven am Ende

Aufruhr ums Dorfgemeinschaftshaus

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Die Planungen für das DGH gehen nur schleppend voran – und bergen in der Politik jede Menge Konfliktpotenzial.

Westervesede - Kita-Streik, Container-Krippe, Flüchtlingsunterbringung – nein, an zusätzlicher Arbeit, wird Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele nicht müde zu betonen, habe es der Gemeinde in letzter Zeit nicht gemangelt. Und so ist es wohl auch zu erklären, dass ein Planungsauftrag für den Umbau des Westerveseder Dorfgemeinschaftshauses erst Anfang September, und nicht – wie ursprünglich vorgesehen – schon im Frühjahr an ein Architektenbüro erging. Die Dorfbewohner müssen weiterhin einen langen Atem beweisen.

Konkret ist vorgesehen, das in die Jahre gekommene Gebäude nicht nur energetisch sanieren zu lassen, sondern ebenso den darin befindlichen Kindergarten vom Erd- ins Obergeschoss zu verlagern. Ein anschließend auch weiterhin ungenutzter Bereich soll zunächst als Ausbaureserve herhalten, während für die freiwerdenden Räume eine Etage tiefer eine Herrichtung für die Nutzung durch die Dorfgemeinschaft vorgesehen ist.

Auf diesen Masterplan hatte sich der Scheeßeler Gemeinderat schon vor einem Jahr verständigt. Eine kostspielige Maßnahme, die aller Voraussicht nach aber mit Landes- und Bundesmitteln gefördert werden kann. „Was die Planung betrifft, ist Geduld gefragt, 2017 sollte mit den Baumaßnahmen aber begonnen werden können“, gibt Dittmer-Scheele die Richtung vor.

So weit, so gut. Was die Rathaus-Chefin jedoch auf die Palme bringt: „Mittlerweile kann ich mir schon einen Beschluss aussuchen.“ Danach hatte der nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss im Nachgang an die damalige Ratssitzung beschlossen, der Planer möge nun zwei Varianten für den Kindergarten entwickeln, zum einen im Erd-, zum anderen im Obergeschoss.

Und das Wirrwarr geht noch weiter: Erst im Sommer hatte die SPD-Fraktion einen Antrag auf Einrichtung einer altersgemischten Gruppe in Westervesede gestellt, wonach Kiga- und Krippenkinder gemeinsam betreut werden könnten. Bürgermeisterin und CDU-Fraktion lehnen ein derartiges Modell grundlegend ab, sehen beide darin doch keinen pädagogischen Nutzen.

Inzwischen haben die Sozialdemokraten den Antrag wieder zurückgezogen. Grund: Erst unlängst hatte die Verwaltung, entgegen früherer Äußerungen, eine autarke Krippengruppe im DGH nun doch als machbar erachtet. Die Karten, war danach aus SPD-Kreisen zu vernehmen, müssten nun nochmals neu gemischt werden – auch, was eine Ganztagsbetreuung vor Ort angeht. „Jetzt habe ich von der Fraktion einen neuen Antrag vorliegen, wonach der Fachausschuss noch einmal zu der Thematik einberufen werden soll“, so Dittmer-Scheele merkbar angefressen. „So langsam weiß ich gar nicht mehr, was ich mit dem Architekten überhaupt besprechen soll.“

Derweil macht SPD-Ratsfrau Kirsten Holsten Druck. Anfang vergangener Woche hatte die Westervesederin während einer öffentlichen Ortsratssitzung die Verwaltungschefin aufgefordert, den Jugendausschuss schnellstmöglich einzuberufen. Schon damals schlug Dittmer-Scheele einen scharfen Ton an: „Als ausführende Stelle kann ich nur vernünftig arbeiten, wenn ich eine Richtschnur kriege, und genau das hat mit der SPD-Fraktion im Bereich der Krippenthematik nicht geklappt – daher haben wir jetzt auch in Scheeßel die Containerkrippe stehen“, äußerte sie sich erzürnt.

Ebenso übte sie Kritik am Vorgehen von Ortsbürgermeister Ralf Jürges: So habe dieser hinter ihrem Rücken eine E-Mail an den Architekten geschickt, in dem er ihn um einen aktuellen Status über Planungen und Entwürfe gebeten haben soll. Dabei, betonte sie, sei doch immerhin die Gemeinde die Auftraggeberin. „So ist das keine vertrauensvolle Zusammenarbeit“, stellte sie Jürges in aller Öffentlichkeit zur Rede.

Der war daraufhin von Udo Peters in Schutz genommen worden. „Die Westerveseder fühlen sich wegen dem DGH mittlerweile veräppelt“, meldete sich das Ortsratsmitglied lautstark zu Wort. Er habe Verständnis dafür, dass sich der Ortsbürgermeister „andere Leute zu Rate zieht, wenn man wie wir schon fünf Jahre auf ein Weiterkommen wartet“.

Ortsratsmitglied Kerstin Brockmann merkte an, dass man an dem bestehenden Ratsbeschluss doch eigentlich gar nicht rütteln müsse, „schließlich ist doch noch eine Ausbaureserve für eine mögliche Krippengruppe vorhanden“.

lw

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