Sparkasse wandelt zwei Filialen in Selbstbedienungsniederlassungen um

„SB“ statt Beratung

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Sparkassen-Chef Jürgen Lange reagiert auf die schwindende Nachfrage bei der Beratung.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Es ist beschlossene Sache: Die Sparkasse Scheeßel wandelt zum 30. September ihre bisher mit Personal ausgestatteten Filialen in Hemslingen und Gyhum in reine Selbstbedienungs-Geschäftsstellen um. Damit reagiert das Kreditinstitut auf die nachlassende Besucherfrequenz in seinen kleineren Niederlassungen

„Wir haben die Entscheidung mit dem Verwaltungsrat in vielen Gesprächen sorgfältig abgewogen“, sagt Sparkassen-Chef Jürgen Lange. Seit längerem arbeite der Vorstand an den Plänen, die ihre Ursache hauptsächlich in einem veränderten Verhalten der Kunden hätten. „Ein Großteil, darunter vor allem junge Leute, wickelt seine Bankgeschäfte inzwischen elektronisch ab.“ Der Durchschnittskunde komme nur noch ein- bis zweimal im Jahr zur Beratung in eine Geschäftsstelle. „Wir finden, das rechtfertigt nicht mehr an allen Standorten in unserem Filialnetz eine Belegschaft vorzuhalten“, erklärt Lange. „Unsere Beratung soll vernünftige Qualität beinhalten – das kostet Geld, was wir auch gerne in unsere Mitarbeiter investieren.“ Allerdings mache es wenig Sinn, wenn das Personal nicht ausgelastet sei, so der Sparkassen-Chef.

Mit Blick auf die Betriebswirtschaftlichkeit müssten so die eigenen Kostenstrukturen immer wieder angepasst werden. Immerhin gelte es auch für die Sparkasse Scheeßel, ihr Kapital selbst zu erwirtschaften. Trennen werde man sich von den bisweilen in beiden Filialen tätigen Mitarbeitern nicht, sie sollen in den größeren Niederlassungen in Bothel und Elsdorf weiterbeschäftigt werden.

„Vertretbar“ nennt Vorstandsmitglied Olaf Achtabowski die neue Situation für die Hemslinger und Gyhumer Kunden, müssten sie doch für das Beratungsgespräch künftig nur einen geringfügig weiteren Anfahrtsweg in Kauf nehmen. „Unsere Berater kämen bei Bedarf aber auch zu den Kunden nach Hause“, betont er.

Während das SB-Foyer in der Geschäftsstelle Hemslingen an Ort und Stelle bleiben soll, sei in Gyhum ein Umzug der Filiale geplant, erläutert Lange. „Wir führen derzeit noch Gespräche mit dem dort ansässigen Reha-Zentrum, unsere Filiale mit Kontoauszugdrucker, Überweisungs- und Geldautomaten auf das Klinikgelände zu verlegen.“ Ohnehin würden seinen Worten nach viele der dort arbeitenden Menschen aus der Gyhumer Region stammen – „für sie ergeben sich dadurch auch entsprechende Vorteile“.

Was mit der dann leerstehenden, noch im Eigentum der Sparkasse befindlichen Immobilie am bisherigen Standort geschehen soll – Olaf Achtabowski zuckt mit den Schultern. „Konkrete Pläne gibt es noch nicht, wir möchten aber schon gerne verkaufen, bestenfalls an einen Arzt oder Anwalt als Nachnutzer.“

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