Sparkasse Scheeßel zieht gemischte Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr

Gute Kreditgeschäfte, wenig Zinsen

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Zufriedene Gesichter im Scheeßeler Sparkassenvorstand, trotz einiger Sorgenfalten (v.l.): Thomas Riebesehl, Olaf Achtabowski, Jürgen Lange und Klaus Schröder. Daneben Rainer Bassen, Marketingbeauftragter und Verwalter der Sparkassenstiftung.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Ein wirtschaftliche starkes Umfeld, dazu im Vorjahresvergleich nochmals angezogene Kreditgeschäfte und vielfältige Unterstützung für die Region – die Sparkasse Scheeßel steht in ihrem 30000 Einwohner zählenden Geschäftsgebiet weiterhin auf soliden Beinen. „Wir sind zufrieden“, verkündete Direktor Jürgen Lange während des Jahresbilanzgesprächs in der Hauptgeschäftsstelle. Allein das niedrige Zinsniveau würden ihm und seinen Vorstandskollegen nach wie vor „die Sorgenfalten auf die Stirn treiben“.

Als Sparkasse sei man nur so gut aufgestellt, wie die Region gut aufgestellt ist – diesen Satz nimmt Lange alle Jahre wieder gerne in den Mund. Und ja, dem Scheeßeler Kreditinstitut mit weiteren Niederlassungen in den Samtgemeinden Fintel und Bothel, in Gyhum und Elsdorf, welches seinen Worten nach mit seinem Marktanteil sogar niedersachsenweit unter den Top-5 rangiert, gehe es gut. Ein Kundenkreditvolumen über 429 Millionen Euro, neu abgeschlossene Bausparverträge in Höhe von mehr als 14 Millionen Euro sowie eine Bilanzsumme über 569 Millionen Euro – die Zahlen aus dem Vorjahr sprechen für sich, und seien, so Lange, sicher nicht zuletzt auch der florierenden regionalen Wirtschaft geschuldet. „Wir beobachten in sämtlichen Branchen eine hervorragende Auslastung, überall sehen wir zufriedene Gesichter“, so der Sparkassen-Chef.

Lediglich die 2015 „drastisch nach unten gegangenen“ Milch- und Schweinefleischpreise würden entsprechende Landwirtschaftsbetriebe derzeit gehörig unter Druck setzen. Lange: „Unsere Aufgabe ist es, den betroffenen Kunden mit Liquiditätshilfen zur Seite zu stehen, damit sie so die derzeitig für sie schwierige Phase überbrücken können.“ Panik unter den Bauern herrsche derzeit allerdings nicht. So würden viele das Gewerbe immer noch für zukunftsträchtig halten – und investierten beispielsweise in neue Stallanlagen, um den Viehbestand aufzustocken.

Mit Blick auf das abgelaufene Jahr nicht erwartet habe man das „ausgesprochen gute Kreditgeschäft“, wie Vorstandsmitglied Olaf Achtabowski berichtet. So habe man Sondertilgungen durch Neuausleihungen gut ausgleichen können. „Exorbitant hohe Zinsen für Einlagen hat man bei uns, wie auch in anderen Geldinstituten, nicht bekommen“, so der Banker.

Während vom niedrigen Zinsniveau gerade Investoren im gewerblichen Bereich profitieren würden, könne es nach Meinung der Führungsriege für den normalen Häuslebauer durchaus ein Fluch sein. „Zumindest dann, wenn er nicht qualitativ vernünftig beraten wird“, erläutert Jürgen Lange. „Sollte die Finanzierung auf Kante genäht sein und das Niveau – beispielsweise bei einer 15-jährigen Zinsbindung – nicht so niedrig sein wie heute, dann kann das in zehn oder 15 Jahren ein echtes Problem werden“, mahnt er zur Vorsicht.

Noch mehr ins Gewicht würde der Status quo hinsichtlich der Altersvorsorge fallen. „Weil die Inflationsrate höher ist, als die Verzinsung, findet eine faktische Geldentwertung statt – damit das nicht passiert, heißt es jetzt, ausreichend Vorsorge zu treffen“, so Lange.

Und sein Kollege Achtabowski ergänzt: „Es reicht nicht nur die eine Lebensversicherung oder der eine Sparvertrag aus; stattdessen sollte man sich an verschiedenen Anlagebauteilen bedienen – und auch Wertpapiere, in diesem Fall Fonds, sind eine sinnvolle Investition.“ Entsprechende Beratungsangebote würde die Sparkasse vorhalten, allerdings bahne sich am Horizont schon ein weiteres Problem an: „Unsereins muss immer mehr regulatorische Aufgaben erfüllen – mit der Folge, dass wir uns immer weniger um die Kunden kümmern können, stattdessen haben wir uns mit irgendwelchen Statistiken zu beschäftigen“, kritisiert Lange die aktuelle Gesetzgebung.

Weniger von derartigen Auflagen betroffen ist indes die Scheeßeler Sparkassen-Stiftung, die 2015 ihr 25. Jubiläum feiern konnte. Durch sie seien erneut zahlreiche regionale Projekte (unter anderem mit Mitteln aus der Sparkassenlotterie Sparen und Gewinnen) unterstützt worden, wie Stiftungsverwalter Rainer Bassen erfreut resümiert.

Der Blick auf das neue Geschäftsjahr, er fällt unter den Scheeßeler Sparkassenvorständen eher vorsichtig optimistisch aus. Jürgen Lange: „Die Rahmenbedingungen für Kreditinstitute werden nicht besser. Auch müssen wir auf steigenden Kostendruck reagieren und alle Optimierungspotenziale nutzen, um weiterhin Allround-Finanzdienstleister zu sein.“

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