Ein klimaschonendes Wärmenetz

Sotheler bringen Bürgerenergiegenossenschaft auf den Weg

Beim Thema „Smart Ort“ zieht ganz Sothel an einem Strang.
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Beim Thema „Smart Ort“ zieht ganz Sothel an einem Strang.

Sothel ist „Smart Ort“ und die Einwohner suchen nach Möglichkeiten, so klimafreundlich wie möglich zu agieren. Aktuell haben sie dafür den Grundstein für eine Bürgerenergiegenossenschaft gelegt.

Sothel – Bürgerenergiegenossenschaften sind im Raum Rotenburg keine Seltenheit mehr. Und auch im vom Landkreis offiziell im Rahmen des Pilotprojekts „Energetisches Quartierskonzept“ ernannten „Smart Ort“ Sothel geht man jetzt in Sachen Klimaschutz den nächsten Schritt. Denn die Frage ist, wie auf der einen Seite der Energieverbrauch reduziert werden kann, gleichzeitig aber auch die benötigte Energie so klimafreundlich wie möglich hergestellt werden kann. Eine Option ist dabei ein Wärmenetz. Also haben jetzt unter dem Namen „Smart Energy Sothel eG“ Einwohner eine Genossenschaft in Gründung gebracht.

Seit zwei Jahren bereits beschäftigt das Thema „Smart Ort“ die Sotheler. Dabei ziehen alle im Dorf an einem Strang, egal ob Landwirt oder Akademiker. Corona hat dem Ganzen zwar eine Bremse verpasst, das Interesse und das Engagement der Bürger aber nicht gestoppt – vieles wurde einfach online geregelt. „Begleitet durch das Ingenieurbüro ,Treurat & Partner‘ aus Kiel sind alle relevanten Daten zusammengetragen und eine Entscheidungsgrundlage erarbeitet worden“, so Ortsvorsteher Günter Bassen.

Im Ort hatte es dazu eine Steuerungsgruppe gegeben, in der sich auch viele junge Einwohner engagiert haben, die sich seit Langem intensiv mit dem Thema befasst. Gemeinsam wurde ein Quartierskonzept erstellt, konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz sind damit benannt und Warten auf die Umsetzung. Der nächste Schritt und das Ziel der Genossenschaft ist nun, ein Wärmenetz im Dorf zu bauen und zu betreiben, so Bassen in einer Pressemeldung, der zugleich im Vorstand sitzt.

Die Wärme, die bei der Stromproduktion in einer Biogasanlage entsteht, kann auf diese Weise sinnvoll weiter genutzt werden. Mehr als 60 Prozent der Haushalte hätten sich bisher dazu bereit erklärt, an dem Projekt teilzunehmen und „stehen für mehr Klimaschutz in den Startlöchern“, so Bassen weiter. Klimaschutz, der sich bei den aktuell steigenden Energiepreisen rechnen könnte.

Bei einer Infoveranstaltung vor einigen Monaten im Ort hatte sich bereits herauskristallisiert, dass die regional vorhandene Biomasse ausreichen würde, um Sothel mit erneuerbarer Wärme zu versorgen. „Mithilfe eines Wärmenetzes auf der Basis erneuerbarer Energien und Eigenstromanlagen könnten nicht nur Kosten und Aufwand gespart, sondern schädliche Treibhausgase wie CO2 deutlich reduziert werden“, hatte der Landkreis damals dazu veröffentlicht.

„Mithilfe einer Holzhackschnitzel-Anlage und der Abwärme eines mit Biogas betriebenen Blockheizkraftwerkes wäre es möglich, die benötigte Wärme zu erzeugen“, so der Landkreis weiter. Dazu bräuchte es dann einen zentralen Ort, von dem aus die angeschlossenen Haushalte versorgt werden können. Eine klimaschonende Versorgungsmöglichkeit, die über Jahrzehnte genutzt werden kann.

Die Steuerungsgruppe existiert mit der in Gründung gebrachten Genossenschaft zwar nicht mehr, stattdessen wurden während einer Versammlung im Ort ein Aufsichtsrat sowie ein Vorstand gewählt. Aufsichtsratsvorsitzende ist Hannelore Intelmann, ihr Stellvertreter Martin Hoyer, Cord Gerken wurde zum Schriftführer ernannt. Vorstandsvorsitzender ist Jannik Intelmann. Er wird von Melanie Hoyer, Hans-Heinrich Intelmann und Bassen unterstützt.

„Der Vorstand ist nun legitimiert, Firmen für die Umsetzung des Konzepts zu gewinnen, Gestattungsvereinbarungen zu erarbeiten und die tatsächlichen Kosten zu ermitteln“, teilt Bassen weiter mit. Denn welche Kosten im Einzelnen auf die Mitglieder zukommen, muss sich nun klären – sicher wird in diesem Zuge auch die ein oder andere Heizung umgerüstet werden müssen. Ist das erledigt, bekommen die Mitglieder die Ergebnisse vorgelegt und können dann darüber entscheiden, ob sie Genossenschaftsanteile unterschreiben wollen. „Es bleibt also spannend in Sothel“, meint Bassen.  

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