Kernort bekommt vier Tempo-Messgeräte

Smileys für Scheeßel

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Wer bald über den Küsterkampweg aus Richtung Bahnbrücke mit überhöhter Geschwindigkeit in den Kernort fährt, bekommt dies mit einem traurigen Smiley angezeigt. 

Scheeßel - Fröhlicher Smiley, trauriger Smiley. Dieses Spiel spielen Geschwindigkeitsmessgeräte mit Autofahrern inzwischen auch auf den Straßen in der Gemeinde Scheeßel. Wer zu schnell unterwegs ist und ein rotes Blinken abseits der Straße wahrnimmt, der weiß in diesem Moment, dass er das Tempolimit nicht einhält. Der Verkehrsteilnehmer soll dazu bewegt werden, sein Verhalten zu überdenken. Mehr nicht, zu zahlen ist nichts.

Acht solcher radargesteuerten Tempo-Displays hat die Verwaltung in Abstimmung mit der Verkehrswacht erst im vergangenen Jahr aufstellen lassen – und zwar dort, wo oft und gern gerast wird: im Bereich der Ortseingänge der Dörfer. Im Kernort blieben solche Messungen (bis auf eine kurzzeitige Testphase) bislang aus – nun heißt es demnächst aber auch dort, neben den Ortschaften Ostervesede, Westervesede und Westeresch, denen noch keine LED-Tafeln vergönnt gewesen waren, sowie Wohlsdorf, welches mit einem zweiten Gerät ausgerüstet wird: „Jetzt lach’ doch mal!“ (oder auch nicht).

Dafür hat die Gemeinde acht weitere Geräte angeschafft. Die Hälfte davon soll Fahrzeuglenkern in Zukunft im Beeke-Ort den Spiegel vorhalten. „Wir meinen, dass es aufgrund der Größe und der durchgängigen Straßen hier durchaus gerecht ist, vier Geräte vorzusehen“, so Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU). Wo die genau stationiert werden könnten, darüber hat sich am Donnerstagabend der Scheeßeler Kernortausschuss unterhalten.

Nach Einschätzung der Verwaltung würden sich folgende innerörtliche Bereiche, die durch besonders viele Raser hervorstechen, als sinnvolle Standorte eignen: die Ortseingänge auf der Bremer Straße (dort aus Rotenburg kommend auf Höhe der Schilder der Partnerstädte), der Hetzweger Straße (auf Höhe der Wümmebrück aus Jeersdorf kommend) und am Veerser Weg (von der Bahnbrücke kommend auf Höhe der Einmündung zum Sperlingsweg) sowie an der Bahnhofstraße (hier hinter der Einmündung in den Küsterkampweg in Fahrtrichtung rechts aus dem Ortskern kommend).

Mit drei Standorten erklärten sich die Politiker auf Anhieb einverstanden – nur warum ausgerechnet am Veerser Weg, eine Tempo-30-Straße, das Gerät aufgestellt werden soll, erschloss sich dem Gremium nicht. „Wegen der Verschwenkung wird dort doch eh langsamer gefahren“, gab Johannes Hillebrand (SPD) zu bedenken. Und auch Detlev Kaldinski, sein Fraktionskollege, erklärte, „dass man dort nichts holen kann.“

Als Alternative brachten die Mitglieder den vom Schwerlastverkehr gebeutelten Küsterkampweg ins Spiel. „Wir sind es den Anwohnern schuldig, dass, wenn wir dort schon keine 30er-Zone hinkriegen, wir wenigstens auf diese Weise die Verkehrsteilnehmer, die aus Richtung Industriegebiet kommen, etwas ausbremsen“, befand Ausschussvorsitzender Wolfgang Bassen (CDU).

Dort, erläuterte Verwaltungsmann Pedro Müller vom Fachbereich Bau und Planung, müsste das Display allerdings auf der anderen Straßenseite aufgestellt werden, da die Geräte ihren Strom über die Straßenbeleuchtung speisen würden und eine Laterne eben nur auf der gegenüberliegenden Seite verortet sei. „In Sothel ist die Situation ähnlich, nur wird der Fahrer das Signal so nicht immer wahrnehmen“, gab Müller zu bedenken. „Man könnte es ja mal ausprobieren“, erwiderte Hillebrand.

Und so wird es nun auch kommen. Einstimmig fiel die Empfehlung der „Kernort“-Politiker an den Verwaltungsausschuss aus, die vier Standorte festzuzurren. Ebenso folgte das Gremium geschlossen einem von Horst Knobel (Grüne) noch fix in der Sitzung gestellten Antrag. Der zielt darauf ab, die Verwaltung möge doch einmal mit den im Industriegebiet ansässigen Gewerbetreibenden das Gespräch suchen – mit der Bitte, ob diese nicht ihre eigenen Lkw und den Anlieferverkehr, der bisher mitunter mit überhöhter Geschwindigkeit über den Küsterkampweg rollt, nicht auch über den Feuerwehrkreisel fahren lassen könnten. Knobel: „Die Anwohner wären dafür auf jeden Fall sehr dankbar.“

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