Ratsgymnasiast Alexander Heeg entwickelt App

Das Smartphone hilft jetzt im Garten

+
Alexander Heeg entwickelt mit zwei anderen Schülerinnen eine spezielle App für die Gartenarbeit.

Scheeßel/Rotenburg - Von Matthias Röhrs. Nein, Gärten haben ihn bis zum vergangenen Sommer eigentlich nie interessiert – welcher 18-Jährige tut das schon? Dennoch macht sich Alexander Heeg aus Scheeßel derzeit daran, Gartenarbeit insbesondere für Laien zu erleichtern.

Nicht mit Schaufel, Gießkanne oder Schubkarre, sondern mit einer App fürs Smartphone. Einen schönen Garten oder Balkon haben trotz völliger Ahnungslosigkeit, das wollen der Ratsgymnasiast und zwei Mitstreiterinnen zumindest möglich machen. Ihr Werkzeug: „GreenBalcony“ nennt sich die App, die Ende des Monats veröffentlicht werden soll. Sie unterstützt Gartenfreunde auch ohne grünen Daumen.

Alles begann bei einem Wettbewerb der Berliner Zeitbild-Stiftung in Berlin. „Den habe ich zufällig im Internet gefunden und mich beworben“, sagt Heeg. Gefragt waren Ideen für Apps. Seine ursprüngliche Idee hatte noch wenig mit Gärten zu tun: Eine Mitfahrer-Community für Kurzstrecken hatte er sich ausgedacht, mit der man beispielsweise Beifahrer für die Strecke von Scheeßel nach Rotenburg suchen könnte. Mit ihr bewarb er sich – mit Erfolg.

Förderung fürs Start-up

Die App gibt stetig Pflegehinweise zu den Pflanzen im Garten.

Im ergangenen Sommer wurde er in die Bundeshauptstadt eingeladen – als einer von zwölf. Mit zweien von ihnen – zwei Schülerinnen aus Leipzig und England – schloss er sich zu einem Team zusammen, das allerdings die Idee von „GreenBalcony“ weiterverfolgte. Und gewann – 40.000 Euro Starthilfe gab es für ihr kleines Start-up-Unternehmen. „Das klingt jetzt nach viel Geld, aber allzu viel kann man damit gar nicht machen“, relativiert der Scheeßeler die Summe.

Die Entwicklung und das Konzept haben Heeg und seine Kolleginnen selbst in der Verantwortung, die eigentliche Programmierung übernimmt jedoch eine Fachfirma. „Wir besprechen jetzt die letzten Details“, so Heeg. Er selbst habe keine Ahnung vom Programmieren.

„Die App hilft Leuten, die wenig Ahnung oder Zeit für ihren Garten oder Balkon haben“, fasst der angehende Abiturient zusammen. Sie sage dem Benutzer, welche Pflege gerade für die Pflanzen wichtig seien, berücksichtigt dabei Wetter- und Lichtverhältnisse. „Ich selbst war anfangs gar nicht gartenaffin. Durch die Arbeit an der App hat sich aber das Interesse entwickelt“, sagt der 18-Jährige.

Ob er nach dem Abitur eine Karriere in der App-Entwicklung anpeilt, weiß Heeg noch nicht. „Ich finde es schön, dass ich das jetzt ausprobieren konnte“, sagt er. Es sei ein Experiment für ihn. Er sei dankbar, diese Erfahrung machen zu können.

www.greenbalcony.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

EU will Flüchtlings-Kooperation mit Ägypten

EU will Flüchtlings-Kooperation mit Ägypten

Auf Erich Kästners Spuren durch Berlin

Auf Erich Kästners Spuren durch Berlin

Unterwegs mit Madagaskars "Lémurie Express"

Unterwegs mit Madagaskars "Lémurie Express"

Lohnt sich ein Second-Hand-Rechner?

Lohnt sich ein Second-Hand-Rechner?

Meistgelesene Artikel

Zirkus Belly ist in der Stadt: Was für ein Affentheater

Zirkus Belly ist in der Stadt: Was für ein Affentheater

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil und Juso-Chef Kevin Kühnert diskutieren in Scheeßel

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil und Juso-Chef Kevin Kühnert diskutieren in Scheeßel

Marsha Weseloh - die Netzwerkerin

Marsha Weseloh - die Netzwerkerin

Regionales Raumordnungsprogramm liegt noch einmal aus

Regionales Raumordnungsprogramm liegt noch einmal aus

Kommentare