Silvesterevent: Tausende Schaulustige erleben Mega-Feuerwerk schon vor dem Jahreswechsel

Erleuchtung über dem Eichenring

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Tausende Pyro-Effekte wurden in einer Viertelstunde zu so unterschiedlichen Musikstücken wie „Music“ oder „Lass das mal den Papa machen” aus dem Stromberg-Film in den Nachthimmel geschossen.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Trocken und klarer Himmel: Das sind die besten Voraussetzungen für ein Feuerwerk. Entsprechend zahlreich strömten die Besucher am Dienstag – zwei Tage vor der Silvesternacht – auf den Scheeßeler Eichenring, um das inzwischen traditionsreiche Silvesterevent erstmals am neuen Austragungsort zu erleben, „Aahhhs“ und „Oohhhs“ inklusive.

Es ist 12 Uhr mittags. Noch sind die Imbissstände, Wurfbuden und Kinderkarrussels verwaist. Im großen Festzelt, wo heute Abend die Band Tripod zur Aftershow-Party aufspielen wird, treffen Helfer letzte Vorkehrungen. Ein paar Meter weiter kniet Florian von Bothmer im Gras und zieht eine Plastikhaube über eine Batterie von Feuerwerkskörpern. „Reine Vorsichtsmaßnahme – die Raketen, die am Abend in den Himmel geschossen werden sollen, dürfen auf keinen Fall nass werden“, sagt er mit Blick auf das Nieselwetter, welches noch am Vortag den Aufbau für die Großveranstaltung erschwert hatte.

Der Pyrotechniker aus Lauenbrück weiß, wovon er spricht, hat er sich doch darauf spezialisiert, anderen Menschen mit seinen Feuerwerken eine Freude zu machen. In diesem Metier ist er perfekt. Seine Himmelsschauen finden längst auch weltweit Beachtung. Und heute entfachen er und seine Kollegen von der Firma Bothmer Pyrotechnik ein Musikfeuerwerk über den Köpfen der Eichenringbesucher. Eine Premiere, nachdem der alte Schauplatz – das Lauenbrücker Rittergut – nach zehn Jahren dem stetig zunehmenden Publikumsandrang nicht mehr gewachsen war.

Wie viele zum Auftakt gekommen waren, geben die Veranstalter erst bekannt, wenn das Event am Donnerstagmittag zu Ende geht. Es dürften über den Tag verteilt aber gewiss an die 25000 Menschen gewesen sein. Nicht alle zahlten Eintritt, denn das Himmelsschauspiel namens „Starting Over“ war natürlich auch außerhalb des abgegrenzten Bereiches von weit her gut zu beobachten.

Pyrospektakel auf dem Eichenring

Als die Feuerwerkskörper gegen 20.20 Uhr den Himmel erhellten, war die eigentliche Arbeit schon seit langem getan. Denn bereits im Sommer hatten von Bothmer und sein Team mit der Programmierung der Choreographie des speziell für diesen Abend kreierten Feuerwerks begonnen. Zur Musik von John Miles („Music“) und den stampfenden Klängen aus dem „Terminator“-Film wurde dann in dreiwöchiger Feinschliffarbeit ein audiovisuelles Schauspiel komponiert, das eine Viertelstunde lang die Massen ins Staunen versetzte.

Was so spielerisch aussieht, ist ein wahres Hexenwerk an Technik. Taktgenau explodieren zwei Tonnen Feuerwerkskörper am Himmel, steigen die Profiraketen über sprühenden Bodenfontainen in passenden Farben. Alles ist sekundengenau programmiert, alles wird über den Computer gesteuert. „Wer ein solches Feuerwerk für eine private Feier haben möchte, muss gut und gerne einen höheren vierstelligen Betrag auf den Tisch legen“, so Florian von Bothmer schmunzelnd. Als am Ende der Vorführung noch einmal alle Batterien nacheinander abgefeuert werden, spielen die Veranstalter das augenzwinkernde, ganz und gar von Pathos befreite Lied „Lass das mal den Papa machen“ von Bernd Stromberg alias Christoph Maria Herbst. Jetzt zückt fast jeder sein Handy, um das Himmelsspektakel für sein Privatarchiv filmisch festzuhalten.

So auch Nadine Kramer, die gemeinsam mit Freund Dennis mit dem Metronom aus Hamburg angereist war. „Besser als jedes Dom-Feuerwerk“, sagt die 23-Jährige. „Wir sind mit der ganzen Familie gekommen, um uns die Vorführung heute anzugucken“, erzählt der Verdener Rainer Wagenfeld. „Die Kinder haben sich allerdings wieder ins Auto gesetzt, die waren von dem ganzen Rummel schon völlig erschöpft.“

Wie die meisten Besucher galt auch sein Interesse nicht alleine der Show. So hatte das Publikum schon vom frühen Morgen an die Möglichkeit, sich das Firmensortiment im Detail anzugucken – und natürlich auch käuflich zu erwerben. Feuerwerkskörper um Feuerwerkskörper wurden während der Produktvorführungen „in die Luft gejagt“. Und die Namen der präsentierten Artikel, darunter so martialisch anmutende Titel wie „Bullseye“, „End Of Day“ oder „Shock Tube“, waren Programm.

Nur eine halbe Stunde im Verkaufszelt gewartet hat Maik Delventhal: „Wir wollen eine Abrissparty bei einem Freund machen“, gibt der Bremervörder den Anlass für den Einkauf an. Es sei die letzte Feier im alten Haus – dafür brauche man Feuerwerk. Raketen und Fontainen sind die Wahl der Gruppe.

Die Begeisterung und das Staunen über das, was heutzutage pyrotechnisch alles möglich ist, war groß. Allein die Tatsache, dass für die abendliche Show selbst zum ersten Mal ein Eintrittsgeld erhoben wurde, gefiel nicht jedem.

Noch am Mittwoch herrscht auf dem Eichenring Volksfeststimmung. Und um 20 Uhr steht mit dem Pyromusical „Confuse“ ein weiterer Höhepunkt auf dem Programm.

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