„Sekretärin der geistigen Welt“

Nicole Hehnkes Einhorn-Meditationen finden an vielen Orten Anhänger

Mit ihren Einhorn-Meditationen erreicht Nicole Hehnke Menschen in Deutschland, aber auch aus der Schweiz und Österreich schalten sich Teilnehmer dazu.
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Mit ihren Einhorn-Meditationen erreicht Nicole Hehnke Menschen in Deutschland, aber auch aus der Schweiz und Österreich schalten sich Teilnehmer dazu.

Scheeßel – Ein Abend in der Woche, kurz nach halb neun. Gerade hat Nicole Hehnke sich von den Teilnehmerinnen ihrer Online-Meditation verabschiedet, ihnen eine gute Nacht gewünscht und die Zoom-Konferenz beendet. An diesem Abend vier, sonst nach ihren Angaben bis zu 50 Teilnehmerinnen und der ein oder andere männliche Mitstreiter sind auf dem heimischen Sofa oder mit einer Decke auf dem Boden der ruhigen, angenehmen Stimme gefolgt, haben tief geatmet, haben eine Traumreise an einen schönen Fantasieort gemacht und dort am Lagerfeuer ihre Ahnen getroffen. Mit dabei, als Schutzschild im imaginären blau leuchtenden Energiekreis: die Einhörner der goldenen Horde.

Die seien, so erzählt die 44-Jährige am Tag darauf, ihre „Krafttiere“. Ein Konzept, das für Außenstehende zunächst befremdlich wirken mag. Auch einige ihrer Teilnehmerinnen der Meditationen hätten sich damit zunächst schwer getan – damals vor rund zehn Jahren, als die Pferdenärrin die Fabelwesen zum ersten Mal einführte. Das Einhorn, damals eine Modewelle. Für die Mutter einer Tochter ein Sinnbild, das Kraft, Stärke und Liebe symbolisiert oder etwas ganz Konkretes, so wie die Einhornbilder, die sie selbst anfertigt? „Ein bisschen wohl beides“, meint die ausgebildete Heilpraktikerin für Psychotherapie. Ihr sei das „Krafttier“ bei eigenen Meditationen begegnet, „quasi in mein Leben gestolpert“. Ähnlich wie beim Schutzengel verspürten ihre Workshopteilnehmer eine Kraft, „aber die des Einhorns ist konkreter, körperlicher – es schiebt die Menschen geradezu auf ihren Lebensweg“.

Der eigene selbstbestimmte Weg, das Freimachen von Rollen, etwa dem Kindchenschema den Eltern oder Vorgesetzten gegenüber, ist auch eines der zentralen Themen – sowohl von Hehnke als auch denen, die sie bei ihren Meditationen begleitet. Viele haben ein konkretes Thema, das sie bewegt und an dem sie arbeiten möchten, andere das Gefühl, ihnen fehle etwas. Wieder andere wollen ihre Spiritualität entdecken.

Hehnke selbst hat lange gebraucht, ihren eigenen Weg zu gehen. Schon als Kind sah sie Dinge, die andere nicht wahrnahmen. Heute ordnet sie die Fratzen, die ihre Eltern als Einbildung abtaten, als die verstorbener Seelen ein – das Elternhaus lag zwischen Friedhof und Kriegsgräberdenkmal. Als Teenager sei es noch schlimmer geworden; bis auf eine Freundin konnte sie ihre Hellsichtigkeit, die sie heute als besondere Gabe versteht, mit niemandem teilen, erinnert sie sich.

Gabe nicht an die große Glocke hängen

Als die gebürtige Hamburgerin 2012 ein Nagelstudio eröffnete, deckten sich die Bilder, die sie empfing, mit dem, was ihr die Kunden gelegentlich im persönlichen Gespräch erzählten. Bis heute hängt die 44-Jährige ihre Gabe nicht an die große Glocke; „Freunde wissen Bescheid“. Manche wollen wissen, was sie sieht. „Dann frage ich nach, ob sie wirklich mit ihrem Innersten in Berührung kommen wollen. Aber wer fragt, will das in der Regel auch.“ Außenstehenden erzählte sie erstmals von ihrer Innenwelt, als es um das Aufhängen eines ihrer Einhorn-Bilder im Kinderhospiz ging – ein persönliches Bedürfnis, das vom Einhorn selbst ausgegangen sei, sagt sie. Zunächst bekam sie eine Absage; als sie im Gespräch die Gründe erläuterte, wurde ihr der Herzenswunsch erfüllt.

Ihre Meditationen, die die Mutter einer Tochter am Bildschirm vorliest, schreibt sie selbst: „Eigentlich werden sie mir übermittelt – manchmal komme ich mir vor wie eine Sekretärin der geistigen Welt“, schmunzelt die ausgebildete Reiki-Lehrerin. Heute fänden die Menschen vor allem über Mundpropaganda zu ihr. Ihre Präsenz-Meditationen hatte sie schon vor Corona längst ins Internet verlagert – „schon praktisch, wenn die Teilnehmer aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen.“ Gerade in Süddeutschland beobachtet sie eine höhere Bereitschaft, sich auf Spirituelles und die Kraft der Einhörner einzulassen. Allzu esoterisch darf es ihr jedoch nicht zugehen; „ich bin eher bodenständig. Nicht alles ist Liebe und Frieden, sondern es muss auch in den Alltag passen“.  hey

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